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Gesundheitslexikon: Eisenkraut

Eisenkraut: die Heilpflanze mit stärkender und reinigender Wirkung

Schon bei den Römern und Galliern war Eisenkraut für seine belebende und entgiftende Wirkung bekannt und dementsprechend beliebt. Plinius der Ältere berichtete ausführlich über den Einsatz und die kultische Verwendung bei den Völkern der Antike. Auch heute noch kommt das Heilkraut gerne zum Einsatz.

Was ist Eisenkraut?

Echtes Eisenkraut ist eine einjährige Pflanze der Gattung Verbene. Die Pflanze wächst bis zu 75 Zentimeter hoch und fällt durch dünne und verzweigte Stängel auf, welche nur wenig Laub tragen. Am Ende der Stängel erstrecken sich die Blütenstände, die wie Ähren aussehen. Die kleinen Blütenköpfe liegen eng an und öffnen sich nur kurz. Dann blühen sie in den Farben Veilchenblau und Blassrosa. Blütezeit ist zwischen Mai und Oktober. Die Wurzel des Krautes erstreckt sich bis zu 60 Zentimeter tief in den Boden. Weitere Bezeichnungen sind Taubenkraut, Sagenkraut oder Wunschkraut.

Wo kommt Eisenkraut vor?

Eisenkraut ist weltweit vertreten. Die Pflanze siedelt sich gerne in gemäßigten Gebieten an, ist aber auch in den Tropen zu finden. Eisenkraut benötigt einen sonnigen Standort mit nährstoffreichen Lehm- oder Tonböden. Im Sommer hat die Pflanze einen hohen Wasserbedarf. In Deutschland wächst das Kraut bevorzugt am Rande von Hecken, Wegen oder Halden.

Verwendung und Wirkung von Eisenkraut als Heilpflanze

Schon vor Jahrtausenden waren die Menschen von der Kraft der Heilpflanze überzeugt. Sie huldigten dem Eisenkraut in Tempeln und schmückten damit den Altarraum und den Eingangsbereich der heiligen Stätten aus.

Traditionell wird Eisenkraut nach wie vor in der Volksmedizin eingesetzt und findet sich auch in vielen Präparaten der Schulmedizin wieder.

Eisenkraut soll vor allem den Gallenfluss anregen und damit eine insgesamt reinigende und kräftigende Wirkung auf die ableitenden Harnwege haben. Dafür verantwortlich sein könnten Inhaltsstoffe wie die Iridoid-Glykoside Verbanalin, Hastatosid und andere spezielle Verbindungen. Diese sollen auch die vermutete anti-rheumatische Wirkung des Eisenkrautes unterstützen, da durch die erhöhte Ausscheidung auch die Harnstoffkonzentration nachlassen könnte. Die harntreibende Wirkung ist jedoch durch Studien nicht ausreichend belegt. Patienten schätzen Eisenkraut vor allem in Form eines Tee-Aufgusses. Beliebt ist Eisenkraut aber auch als beruhigender Zusatz im Vollbad. Bei Verstauchungen hat sich ein kalter Auszug bewährt, der mit einer Kompresse für Linderung an den geschwollenen Gliedmaßen sorgen soll.

Heute wird Eisenkraut überwiegend in handelsüblichen Erkältungspräparaten eingesetzt. Hier sollen vor allem die entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften der Pflanze zur Genesung beitragen.

Was sollte man über Eisenkraut wissen?

Auch wenn der Name es suggeriert – Eisen ist in Eisenkraut nicht zu finden. Vielmehr wurde Eisenkraut in früheren Jahrhunderten zu Verhüttung von Eisen eingesetzt, woraus sich vermutlich der Eigenname ableiten konnte.

Durch die ähnlichen Bezeichnungen wird Eisenkraut (Verbene) häufig mit der Zitronenverbene verwechselt. Produkte mit Zitronenverbene werden im Handel unter Namen wie ‚wohlriechendes Eisenkraut‘ oder ‚Eisenkraut duftend‘ angeboten. Die beiden Pflanzen haben aber nichts gemein. Die Zitronenverbene gehört zwar zu den Unterarten des Eisenkrautes, ist jedoch keine ausgewiesene Heilpflanze. Für den Konsumenten ist die Zitronenverbene leicht von Eisenkraut zu unterscheiden, da sie intensiv zitronig duftet. Eisenkraut riecht eher krautig und ist im Geschmack relativ neutral bis bitter.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.

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