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Gesundheitslexikon: Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom): häufig zu spät entdeckt

Sprechen Mediziner von Eierstockkrebs, so ist in der Regel das bösartige Ovarialkarzinom gemeint. Nur in seltenen Fällen wird Eierstockkrebs durch Metastasen anderer Krebserkrankungen verursacht. Unter den Krebserkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane ist Eierstockkrebs die zweithäufigste nach Gebärmutterkrebs. Die Erkrankung wird in vier Stadien eingeteilt. In Stadium I sind nur die Eierstöcke betroffen, in Stadium II weitet sich der Tumor auf das Becken, in Stadium III auf den Bauchraum aus. In Stadium IV hat das Ovarialkarzinom bereits Fernmetastasen, etwa in der Leber oder in der Lunge, gebildet.

Im Anfangsstadium bleibt Eierstockkrebs oft beschwerdefrei, weswegen die Erkrankung zumeist erst spät entdeckt wird. Im schlimmsten Fall hat sich der Tumor bei der Diagnose schon auf die Bauchhöhle ausgebreitet. Je weiter fortgeschritten die Krankheit ist, desto geringer sind die Heilungschancen. Unter den gynäkologischen Krebserkrankungen hat Eierstockkrebs sogar die schlechteste Prognose. Fünf Jahre nach der Diagnose leben nur mehr rund 40 Prozent der Patientinnen.

Ursachen

Mediziner haben noch keinen Grund für die Entstehung von Eierstockkrebs gefunden. Es gilt aber als erwiesen, dass die genetische Veranlagung eine Rolle spielt, da die Erkrankung familiär gehäuft auftritt. Die absolute Zahl der weiblichen Zyklen könnte ebenfalls für die Krankheitsentstehung verantwortlich sein. Studien zeigen, dass Frauen mit einem späten Einsetzen der ersten Periode ebenso seltener an Eierstockkrebs erkranken wie Frauen, bei denen die Wechseljahre schon früh beginnen. Ein verringertes Risiko besteht zudem für Patientinnen, die längere Zeit hormonell verhütet haben und/oder ein- oder mehrmals schwanger waren.

Begünstigend für eine Eierstockkrebs-Erkrankung ist das zunehmende Alter. Während Frauen unter 50 Jahren nur selten von einer Erkrankung betroffen sind, steigt die Wahrscheinlichkeit für ältere Frauen.

Symptome

Im frühen Stadium einer Eierstockkrebs-Erkrankung zeigen sich in der Regel keine Symptome. Erst wenn das Ovarialkarzinom in der Bauchhöhle Metastasen gebildet hat, treten unspezifische Symptome auf, die aber auch harmlose Ursachen haben können. Es kommt zu einem Druckgefühl im Unterbauch, begleitet von Leistungsschwäche und Müdigkeit, Blutungen außerhalb der üblichen Periode oder nach den Wechseljahren. Zudem werden allgemeine Verdauungsbeschwerden wahrgenommen. Es kann zu Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen oder Verstopfung kommen. Zudem wird zu viel Bauchwasser produziert, sodass der Bauch anschwillt, während das Gewicht aber gleichbleibt oder sich verringert.

Diagnose

Anhand der Anamnese wird der Mediziner eine körperliche Untersuchung sowie eine Ultraschalluntersuchung durch die Vagina durchführen. Für eine gesicherte Diagnose ist ein chirurgischer Eingriff vonnöten, das entnommene Gewebe wird histologisch untersucht.

Behandlung

Das Ovarialkarzinom wird mittels Operation und/oder Chemotherapie bekämpft. Der Arzt entscheidet in Absprache mit der Patientin und unter Berücksichtigung des Stadiums über die Behandlung. Zumeist ist die vollständige Entfernung des Tumors notwendig. Beide Eierstöcke, die Gebärmutter und die Eileiter werden unter Umständen entfernt. Ist der Eierstockkrebs bereits in die Bauchhöhle vorgedrungen, so kann auch die Entfernung von Teilen des Bauchfells und des Darms oder des Blinddarms und der Lymphkonten notwendig werden. Der Operation folgt in der Regel eine Chemotherapie, die nicht vollständig entfernte Tumorherde abtöten soll.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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