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Gesundheitslexikon: Eierstockentzündung und Eileiterentzündung (Adnexitis)

Wissenswertes über die Eierstockentzündung und Eileiterentzündung (Adnexitis)

Eine Eierstockentzündung (Oophoritis) kommt im Allgemeinen seltener vor als die relativ häufig anzutreffende Eileiterentzündung (Salpingitis). Wenn sie auftritt, dann allerdings meist im Zusammenhang mit einer Eileiterentzündung. Sowohl Eileiter als auch Eierstock sind Teile der weiblichen Geschlechtsorgane. In den Eierstöcken werden weibliche Geschlechtshormone und monatlich ein Eibläschen mit einem zu befruchtenden Ei gebildet. Das Bläschen platzt zum Zeitpunkt des Eisprungs und gibt das Ei frei, das anschließend vom Eileiter aufgenommen wird.

Ursachen

Die Verursacher einer Adnexitis sind Keime, die aus der Scheide durch die Gebärmutter in die Eileiter und weiter in die Eierstöcke aufsteigen. Bakterien können durch das Blut in die Eierstöcke transportiert werden und dann ebenfalls eine Adnexitis auslösen.

Symptome

Es treten starke einseitige oder beidseitige Schmerzen im Unterbauch auf. Häufige Begleiterscheinungen sind hohes Fieber, weiß-gelblicher Ausfluss und Beschwerden bei der Darm- oder Blasenentleerung sowie beim Geschlechtsverkehr. Zudem kann es zu Zwischenblutungen kommen. Als Folge einer unbehandelten Adnexitis können sich Verwachsungen und eitrige Abszesse bilden. Besonders die Flimmerhärchen der Eileiter können verkleben und den Eileiter undurchgängig machen. Dies führt zu Unfruchtbarkeit.

Diagnose

Durch äußere und innerliche Tastuntersuchung kann der Arzt eine gespannte Bauchdecke sowie verdickte Eileiter und Eierstöcke feststellen. Die Patientin reagiert hochempfindlich auf den Druckschmerz. Im bildgebenden Verfahren einer Ultraschalluntersuchung zeichnen sich deutlich etwaige Veränderungen der Eileiter und der Eierstöcke ab. Zur Sicherung der Diagnose können zusätzliche Laboruntersuchungen des Sekrets und des Blutes angeordnet werden.

Behandlung

Ambulante Therapie der Schulmedizin:

Um die Infektion zu bekämpfen, beginnt meist sofort nach der Diagnose eine Antibiotikabehandlung. Des Weiteren werden Medikamente verabreicht, die abschwellend und entzündungshemmend wirken. Ferner wird angeraten im akuten Stadium der Krankheit, den Unterbauch durch kalte Umschläge oder mithilfe eines Eisbeutels zu kühlen und strikte Bettruhe einzuhalten. Um die Ausscheidungsproblematik zu erleichtern, sollte die Patientin nur leicht verdauliche Kost zu sich nehmen. Nach Abklingen der anfänglichen Beschwerden können beispielsweise die Durchblutung anregende Moorpackungen helfen, die Heilung zu beschleunigen.

Ambulante Therapie mithilfe alternativer Heilverfahren:

Zur Behandlung bieten sich Pflanzenextrakte an, die entzündungshemmende, entkrampfende, beruhigende, fiebersenkende und abschwellende Wirkung zeigen. Zur Kühlung und damit Schmerzlinderung wird vorgeschlagen, Quarkpackungen auf den Unterbauch zu legen.

Stationäre Behandlung:

Eine Aufnahme ins Krankenhaus ist bei weitfortgeschrittener Entzündung sowie in Fällen, bei denen das umliegende Gewebe (Bauchfell) mit in den Entzündungsprozess involviert ist, unumgänglich. Hier werden meist hohe Dosen Antibiotika injiziert und mit entzündungshemmenden und abschwellenden Arzneimitteln kombiniert.

Vorbeugung

Die beste Vorbeugung ist die Förderung eines intakten Immunsystems. Erreger wie Chlamydien können jedoch trotz sauren Scheidenmilieus und ausgeprägter Schleimschranke des Gebärmutterhalses nicht immer von ihrer Wanderung in die Gebärmutter und den Folgeorganen aufgehalten werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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