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Gesundheitslexikon: EEG (Elektroenzephalografie, Elektroenzephalogramm)

Mit einem EEG die Hirnaktivität messen

EEG ist die Abkürzung für Elektroenzephalografie und bezeichnet ein Untersuchungsverfahren zur Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns. Die elektrischen Impulse des Gehirns werden mittels auf die Kopfhaut aufgebrachter Elektroden gemessen und aufgezeichnet. Diese in Wellen und Kurven dargestellte elektrische Aktivität bezeichnet man als Elektroenzephalogramm, das ebenfalls EEG abgekürzt wird. Die Bezeichnung kommt aus dem Griechischen – ‚encephalon‘ = Gehirn und ‚graphein‘ = schreiben.

Wie funktioniert das EEG?

Das Gehirn arbeitet immer, auch wenn wir schlafen. Diese ständige Aktivität findet in Form von elektrischen Entladungen statt, die in der Großhirnrinde als Spannungsschwankungen messbar sind. Die Großhirnrinde liegt als äußerste Schicht um das Gehirn und befindet sich sehr nahe an der Schädeldecke. Auf die Kopfhaut aufgebrachte Elektroden erfassen die Spannungsschwankungen, die in einem Elektroenzephalogramm aufgezeichnet werden.

Durchführung der Messung

Zur Durchführung eines EEGs wird dem Patienten eine Art Haube aufgesetzt, in die Elektroden eingearbeitet sind. Vor der Anwendung werden diese Elektroden mit Kontaktgel befeuchtet, damit eine bessere Verbindung zur Haut entsteht. In der Regel ist die Haube mit 21 Elektroden versehen, die exakt an bestimmten Stellen am Kopf positioniert werden müssen und mit Kabeln mit dem Aufzeichnungsgerät verbunden sind. Der Patient sitzt dabei auf einem Stuhl in entspannter Ruheposition und hält die Augen geschlossen. Während der Untersuchung gibt der Arzt Anweisungen für bestimmte Aktionen, wie zum Beispiel die Augen zu öffnen, tief einzuatmen oder eine Rechenaufgabe zu lösen. Die dabei stattfindende Hirnaktivität wird aufgezeichnet. Die Untersuchung dauert zwischen 20 und 30 Minuten.

Interpretation der grafischen Darstellung

Der Arzt wertet das EEG aus, indem er die aufgezeichneten Wellen beurteilt. So gibt es einen gesunden Grundrhythmus mit einer bestimmten Frequenz und Amplitude, den man bei der Auswertung als Norm zugrunde legt. Ein gesundes EEG besteht aus Alpha-, Beta-, Theta- und Deltawellen. Dabei treten Alphawellen in wachem, entspannten Zustand auf und Betawellen bei geistiger Aktivität. Thetawellen lassen sich bei Müdigkeit oder in der Einschlafphase beobachten, während Deltawellen bei Menschen im Tiefschlaf aufgezeichnet werden. Entsprechen die Wellen nicht dem Grundmuster, sind in der Geschwindigkeit oder in der Stärke des Ausschlags verändert, kann der Neurologe Rückschlüsse auf eine Erkrankung, eine Störung oder eine Schädigung des Gehirns ziehen. Die Auswertung findet meist am Computer über eine Software statt, welche die Aufzeichnung präzise analysiert.

Wann kommt ein EEG zur Anwendung?

Ein EEG wird durchgeführt, wenn der Verdacht auf eine das Gehirn betreffende Erkrankung besteht. Das können beispielsweise Epilepsie oder Enzephalitis (Entzündung des Gehirns) sein. Aber auch bei Verletzungen und Tumorerkrankungen wird ein EEG abgeleitet. Es gibt Langzeit-EEGs, die 24 bis 48 Stunden lang aufzeichnen und am Körper des Patienten angebracht werden. In Schlaflabors nutzt man das Schlaf-EEG als Untersuchungsmethode bei Schlafstörungen. Hierbei läuft die Aufzeichnung die ganze Nacht hindurch. Des Weiteren setzt man die Elektroenzephalografie zur Überwachung von Patienten ein, die intensivmedizinisch versorgt werden. Mit dem EEG kann außerdem der Hirntod diagnostiziert werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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