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Gesundheitslexikon: Echinococcus-Infektionen

Echinococcus-Infektionen werden oft erst spät erkannt

Echinococcus-Infektionen können durch Fuchsbandwürmer (Echinococcus multilocularis) und durch Hundebandwürmer (Echinococcus granulosus) hervorgerufen werden. Da sich oft erst nach Monaten oder sogar Jahren Symptome zeigen, wird die Erkrankung in der Regel erst sehr spät erkannt. Die Krankheitsbilder der Echinococcus-Infektion werden als alveoläre und zystische Echinokokkose bezeichnet.

Ursachen

Erreger der Echinoccous-Infektion sind Bandwürmer. Während erwachsene Hundebandwürmer vor allem im Darm von Hunden und seltener auch im Darm von Katzen und anderen fleischfressenden Lebewesen leben, siedelt sich der Fuchsbandwurm insbesondere im Darm von Fuchs und Marderhund an. Der Bandwurm wirft die Eier mit seinem letzten Körpersegment ab, sodass ein infiziertes Tier die infektiösen Eier zu Tausenden mit dem Kot absetzt. Der Mensch kann sich mit dem Hunde- und dem Fuchsbandwurm anstecken, wenn er die infektiösen Eier oral aufnimmt. Das kann beispielsweise bei direktem Tierkontakt oder durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln geschehen. Dadurch gelangen die Eier in den Magen. Durch die Magensäure werden die Larven freigesetzt. Sie durchdringen die Darmwand und gelangen über Blut und Lymphe zu verschiedenen Organen. Beide Wurmarten befallen bevorzugt die Leber und die Lunge. Da der Mensch für die Larven ein Fehlwirt ist, können sie sich nicht weiterentwickeln. Vielmehr wächst das Larvengewebe tumorartig oder in Form von Zysten in den entsprechenden Organen heran.

Symptome

Bei einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm entwickelt sich im Laufe der Jahre durch das wachsende Larvengewebe in der Leber ein Druckgefühl im rechten Oberbauch. Da die Gallengänge durch das Larvengewebe komprimiert werden, kommt es zu einem Gallestau mit einer Gelbfärbung der Haut (Ikterus). Wenn die Pfortader eingeengt wird, kann sich ein Pfortaderstau mit Bildung von Ösophagusvarizen entwickeln. Über Streuung können auch Lunge und Gehirn erreicht werden. Eine unbehandelte Fuchsbandwurm-Infektion führt immer zum Tod.

Auch beim Hundebandwurm werden die Symptome in der Regel durch eine Verdrängung von gesundem Gewebe verursacht. Bei einem Befall der Leber sind Schmerzen im Bauchbereich häufig das erste Symptom. Wenn die Zysten aufreißen, kann es zu schweren allergischen Reaktionen bis hin zum allergischen Schock kommen. Im Gegensatz zur Fuchsbandwurm-Infektion kann die Infektion mit dem Hundebandwurm ohne Behandlung spontan ausheilen.

Diagnose

Häufig werden Echinococcus-Infektionen zufällig im Rahmen von Ultraschalluntersuchungen des Bauchraumes oder der Leber ersichtlich. Röntgen-Untersuchungen, Computertomografie und Magnetresonanztomografie bringen weitere Nachweise. Bei der Entnahme von Zystengewebe besteht immer die Gefahr einer schweren allergischen Reaktion. Die Infektion mit den Bandwürmern lässt sich aber auch anhand von Blutuntersuchungen nachweisen. Dabei werden die Antikörper gegen die Würmer im Blut nachgewiesen.

Behandlung

Fuchsbandwurm-Infektionen werden häufig so spät entdeckt, dass eine Operation nicht mehr durchgeführt werden kann. Deshalb müssen die Patienten lebenslang mit dem antiparasitären Wirkstoff Benzimidazolen behandelt werden. Auch bei der Behandlung des Hundebandwurms kommt der Wirkstoff zum Einsatz. Hier ist aber häufig alternativ eine operative Entfernung möglich.

Vorbeugung

Zur Vorbeugung sollten Hunde regelmäßig entwurmt werden. Nach dem Kontakt mit Tieren waschen Sie Ihre Hände gründlich. Obst und Gemüse sollten Sie ebenfalls vor dem Verzehr gut abwaschen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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