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Gesundheitslexikon: Echinacea (Sonnenhut)

Echinacea – der hübsche Sonnenhut als Medizinpräparat

Echinacea soll eine stärkende Wirkung auf das Immunsystem haben und Erkältungen verkürzen können. Die Studienlage zu der traditionellen Heilpflanze der Indianer zeigt sich jedoch ambivalent. Trotzdem schwören viele Menschen auf die stärkende Kraft der schönen Pflanze als Hausmittel.

Was ist Echinacea?

Der Sonnenhut ist eine altbekannte Heilpflanze. Er soll bereits der nordamerikanischen indigenen Bevölkerung wertvolle Dienste gegen vielerlei Erkrankungen erwiesen haben. Botanisch gesehen gehört Echinacea zu der Pflanzenfamilie der Korbblütler. Die einzelnen Blütenköpfe stehen jeweils auf länglichen, schmalen Stängeln. Es gibt zwar einige verschiedene Arten, doch medizinisch genutzt werden vor allem drei davon: Der Schmalblättrige Sonnenhut (E. angustifolia) hat eine Wuchshöhe von nur 50 Zentimetern. Der Purpur-Sonnenhut (E. purpurea) wächst bis auf 80 Zentimeter und verfügt über eiförmige Blätter. Der Blasse Sonnenhut (E. pallida) wächst über einen Meter hoch, wobei seine Blüten rosa oder weiß gefärbt sind. Bei allen Echinacea-Arten sind die üppigen Blütenköpfe sehr auffällig. Die bunten Blütenstände stehen, ähnlich wie Igelstachel, in einer Kuppelform, während sich die Blütenblätter nach unten hin ausstrecken.

Wo kommt Echinacea vor?

Echinacea wird nach wie vor in Nordamerika angebaut. Der Sonnenhut braucht ausreichende Besonnung und ein gemäßigtes Klima. Da er gerne in Gruppen steht, ist er als Feldpflanze ideal geeignet.

Verwendung und Wirkung von Echinacea als Heilpflanze

Schon die indigene Bevölkerung Nordamerikas nutzte den Sonnenhut angeblich als Heilmittel gegen Halsschmerzen, Husten und Mandelentzündungen. Heutzutage werden die drei Echinacea-Arten gerne in der Alternativmedizin eingesetzt. Der Purpur-Sonnenhut wird kalt gepresst, woraufhin der entstandene Pflanzensaft als Tinktur auf die Haut aufgetragen, als Tee-Beimischung oder als Gurgellösung eingesetzt werden kann. Bei dem Schmalblättrigen und dem Blassen Sonnenhut wird vor allem die Wurzel verarbeitet. Diese wird nach dem Trocknungsprozess gemahlen und in Medikamente eingearbeitet.

Echinacea enthalten vor allem die sogenannten Alkamide. Sie scheinen eine pharmakologische Wirkung zu erzielen und sind nach der Einnahme auch im Blut nachweisbar. Auch das Glycosid Echinacosid kommt in den Wurzeln vor. Es gehört zu den Phenolen. Echinacosid soll antibiotisch, entzündungshemmend und immunstimulierend sein.

Mittlerweile gibt es viele Präparate mit Echinacea im Handel zu kaufen. Den Präparaten wird ein vorbeugender Effekt gegen Erkältungen nachgesagt, da sie sich positiv auf das Immunsystem auswirken. Bei Harnwegsinfektionen wird Patienten häufig eine Kanne Tee aus Echinacea empfohlen. Bei schlecht heilenden Wunden soll eine Echinacea-Tinktur die Heilung anregen und vor Narbenbildung schützen. Wer bereits erkältet ist, soll durch den Sonnenhut die Krankheitsdauer verkürzen können. Sogar als aufbauende Kur während einer Strahlentherapie soll er günstig auf die Vermehrung der weißen Blutkörperchen wirken.

Was sollte man über Echinacea wissen?

Die Studienlage zu den Präventionserfolgen und Heilungsaussichten nach der Einnahme von Echinacea ist sehr uneinheitlich. Einige Studien zeigen einen sehr positiven Effekt. Andere Untersuchungen können keinen Erfolg nachweisen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gibt daher keine offizielle Anwendungsempfehlung für Echinacea-Produkte aus. Gleichwohl nutzen viele Menschen diese Präparate. Auch die Alternativmedizin und Homöopathie halten den Sonnenhut für einen wichtigen Arzneistoff, der in keiner Hausapotheke fehlen sollte. Da viele Präparate mit Alkohol versetzt sind, sollten diese jedoch nicht dauerhaft eingenommen werden. Es sind zwar keine Nebenwirkungen bekannt, doch sollten Menschen, die allergisch auf Korbblütler reagieren, von der Einnahme von Echinacea absehen. Wer Medikamente einnimmt, welche das Immunsystem unterdrücken, sollte ebenfalls den Sonnenhut meiden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.

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