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Gesundheitslexikon: Dysplasie

Dysplasien: Die Fehlbildungen können Krebsvorstufen sein

Als Dysplasie wird eine krankhafte Veränderung oder Fehlbildung an Geweben oder Organen bezeichnet, die unterschiedlich schwer ausfallen kann und nicht in jedem Fall behandlungsbedürftig ist. Im Bereich der Frauenheilkunde kommen Dysplasien an den Geschlechtsorganen wie Gebärmutterhals oder Schamlippen vor. Je nach Ausprägung können sie sich spontan zurückbilden oder bereits die Vorstufe einer Krebserkrankung bilden (Präkanzerose). Im Bereich der knöchernen Organe kommt u. a. bei Neugeborenen die sogenannte Hüftgelenksdysplasie vor.

Ursachen

Die Ursachen für Dysplasien sind vielfältig und nur zum Teil bekannt. Organische Fehlbildungen wie z. B. eine Hüftgelenksdysplasie können angeboren sein. Bei Gewebsveränderungen im weiblichen Genitalbereich sind die Ursachen in der Regel erworben. So können diese Zellveränderungen u. a. durch Viren hervorgerufen werden. Diese als ,Humane Papillomaviren‘ (HPV) bekannten Erreger können beim Geschlechtsverkehr übertragen werden und zu Gebärmutterhalskrebs führen. Zu weiteren möglichen Ursachen zählt die hormonelle Umstellung mit Beginn der Wechseljahre. Durch einen Rückgang des Geschlechtshormons Östrogen kommt es hier häufig zu Scheidentrockenheit, was die Schleimhäute anfälliger machen kann für Infektionen und Entzündungen. Unbehandelt können diese in der Folge Zellveränderungen begünstigen.

Symptome

Während organische Fehlbildungen durchaus zu Symptomen wie Schmerzen oder körperlichen Einschränkungen führen können, bilden sich Zellveränderungen an den weiblichen Genitalien in vielen Fällen unbemerkt aus. Finden sich Dysplasien im Bereich der Scheide, können jedoch Symptome wie Juckreiz oder Brennen entstehen. Diese sind meist auch ein Zeichen für eine Entzündung oder Infektion.

Diagnose

Oft werden Dysplasien im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen entdeckt. Um organisch bedingte Dysplasien zu erkennen, zählen Ultraschalluntersuchungen zum diagnostischen Portfolio, z. B. bei der Diagnose einer Hüftgelenksdysplasie. Bei Frauen unterstützen Ultraschalluntersuchungen die genauere Abklärung einer Verdachtsdiagnose. Im Rahmen der jährlichen Vorsorgeuntersuchung arbeitet der Frauenarzt zunächst mit einem Tastbefund, indem er Ihre Genitalien und Leistenlymphknoten abtastet. Anschließend begutachtet er mithilfe eines beleuchteten Vergrößerungsinstrumentes (Koloskop) die Beschaffenheit von Haut und Schleimhäuten. Während dieser Untersuchungen kann der Arzt mithilfe eines Spatels Abstriche oder winzige Gewebeproben verdächtiger Stellen entnehmen, die anschließend labortechnisch untersucht werden. Auch eine Blutuntersuchung, z. B. auf Humane Papillomaviren, zählt zur Diagnostik des Frauenarztes.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Dysplasie. Sie reicht bei Gewebsveränderungen im Bereich der weiblichen Geschlechtsorgane von regelmäßigen Kontrolluntersuchungen bis hin zu operativen Maßnahmen, um verdächtiges Gewebe zu entfernen. Dies kann z. B. bei Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs angezeigt sein. Bei knöchernen Dysplasien wie der Hüftgelenksdysplasie gibt es für Neugeborene u. a. spezielle Spreizwindeln, die eine Rückbildung unterstützen können. Bei schweren Dysplasien im Bereich der Knochen können ebenfalls operative Maßnahmen zum Einsatz kommen.

Vorbeugung

Da viele Dysplasien entweder angeboren sind oder sich ohne erkennbare Symptome entwickeln, ist eine Vorbeugung kaum möglich. Daher sind die empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen wichtig. Hier lassen sich Fehlbildungen und Zellveränderungen frühzeitig erkennen. Um das Risiko für Gebärmutterhalskrebs zu senken, wird seit einigen Jahren eine Impfung gegen Humane Papillomaviren für junge Frauen angeboten, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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