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Gesundheitslexikon: Durchfall (Diarrhoe)

Was Sie bei Durchfall beachten sollten

Als Durchfall, auch Diarrhö genannt, wird ein über einen bestimmten Zeitraum in Folge auftretender zu weicher, flüssiger Stuhl bezeichnet. Dies kann zu Dehydration mit, in Extremfällen, lebensgefährlichem Ausgang führen. Durchfall ist stets ein Symptom und kein eigenständiges Krankheitsbild.

Ursachen

Für Durchfall kommen verschiedene mögliche Ursachen in Betracht. Ein Magen-Darm-Infekt kann ebenso Auslöser sein, wie eine Lebensmittelvergiftung, Salmonellen oder der Verzehr abführend wirkender Stoffe. Dazu zählen neben manchen Fruchtsäften zum Beispiel Nahrungsmittel, die Süßungsmittel enthalten. Lebensbedrohliche Erregerarten, die zum Beispiel für Typhus oder Cholera verantwortlich sind, kommen in Deutschland kaum vor. Selbst der Verdacht ist jedoch meldepflichtig. Bei Reisen in Länder, in denen sie vorkommen, ist besonderer Wert auf hygienische Maßnahmen zu legen. Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten können Grund für eine Diarrhö sein, zum Beispiel wenn bei einer bestehenden Laktoseintoleranz Milchprodukte verzehrt werden. Besonders häufig kommt Durchfall vor, wenn der Organismus neuen Bakterien ausgesetzt wird, beispielsweise auf Reisen in andere Länder.

Symptome

Durchfall kann, je nach Intensität, ein allgemeines Schwächegefühl auslösen, das vor allem durch die Dehydrierung entsteht. Weitere Begleitsymptome können je nach zugrunde liegender Erkrankung Fieber, Erbrechen, Bauchschmerzen, Übelkeit usw. sein. Auch ein Brennen oder Schmerzen beim Stuhlgang können durch vermehrt gereizte Nerven auftreten. Bei Blut im Stuhl sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Diagnose

Nicht jeder flüssige oder weiche Stuhl wird Durchfall genannt. Von Diarrhö wird erst ab drei flüssigen oder sehr weichen Stuhlgängen am Tag gesprochen, die zusammen mehr als 250 Gramm wiegen. Die Diagnose, dass Durchfall vorherrscht, kann also vom Patienten getroffen werden. Für den Arzt ist es dann wichtig, weitere Informationen über die Umstände der letzten Tage (Reise? Was wurde gegessen? Etc.) und den Allgemeinzustand des Patienten (Grippesymptome? Blutiger Stuhl? Fieber? Etc.) zu erhalten. In seltenen, schweren Fällen, kann der genaue Erregertyp über eine Stuhlprobe ermittelt und passende Behandlungsmaßnahmen ermittelt werden.

Behandlung

Bei einem nicht schwer verlaufenden Durchfall ohne weitere Symptome, besonders im Falle einer Reisediarrhö, können Kohletabletten eingenommen werden. Diese wirken symptomatisch gegen den Durchfall. Sollte sich jedoch auch Fieber einstellen, ist von der Einnahme der Kohletabletten abzusehen. Dann sollten Sie unbedingt ein Arzt aufsuchen.

Liegt dem Durchfall eine virale oder bakterielle Erkrankung zugrunde, so muss diese behandelt werden. Dies kann, je nach Schwere, mittels Antibiotika geschehen. Im Falle harmloser Viruserkrankungen werden jedoch meist nur die Symptome behandelt, was auch bei unkomplizierten bakteriellen Infektionen angemessen sein kann. Lebensgefährliche, durch Bakterien verursachte Durchfallerkrankungen wie Typhus oder Cholera werden stets ursächlich mit einem Antibiotikum behandelt.

Bei der symptomatischen Behandlung von Durchfall ist vor allem auf den Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolyteverlust zu achten. Bei einem nicht zu schweren Verlauf kann dies der Patient über seine Ernährung selbstständig regeln. Er sollte genügend trinken und Salzgebäck zu sich nehmen. Über die Sinnhaftigkeit der vielfach von Laien empfohlenen Kombination Cola und Salzstangen herrscht aufgrund des sehr hohen Zuckergehalts in der Cola Uneinigkeit. Geriebener Apfel kann bei leichtem Durchfall ebenfalls helfen. Das in Äpfeln enthaltene Pektin wird im Darm zum Quellstoff und macht den flüssigen Stuhl fester. Eine kurzfristige, leicht stopfende Wirkung haben auch Bananen, die sich daher ebenfalls in der symptomorientierten Behandlung wiederfinden lassen.

Vorbeugung

Um die Entstehung einer Diarrhö zu vermeiden, können folgende Vorkehrungen getroffen werden: Erhöhte persönliche Hygiene auf Reisen und während der Grippesaison oder wenn Noro- oder Rotaviren im Umlauf sind, genaues Achten auf Unverdorbenheit jeglicher Lebensmittel. Auf Reisen in Risikoländer sollte nur Wasser aus der Flasche und nicht aus dem Wasserhahn konsumiert werden. Bei bekannten Lebensmittelunverträglichkeiten sind die entsprechenden Lebensmittel meiden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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