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Gesundheitslexikon: Drainage

Was ist eine medizinische Drainage genau und wie wirkt sie?

Einige medizinisch relevante Situationen machen das Anlegen einer Drainage notwendig. Diese dient der Ableitung von Flüssigkeiten und Gasen. Manch einer kennt den Begriff auch aus dem Bauwesen, wo die Methode beispielsweise der Entwässerung dient. Im medizinischen Sinne ist die Drainage eine Behandlungsmethode. Um diese anzuwenden, bedarf es der geeigneten Materialien. Ein Schlauch aus Gummi beispielsweise wird ‚Drain‘ genannt. Zudem setzt sich das ableitende Produkt aus Gummilaschen und saugenden Stoffen zusammen. Des Weiteren muss eine Art Sog erzeugt werden, welcher auf unterschiedliche Weise entstehen kann. Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung:


- Schwerkraftdrainage
- Kapillardrainage
- Heberdrainage
- Saugdrainage

Bei welchen Krankheiten wird die Drainage angewendet?

Die wahrscheinlich bekannteste ist die sogenannte ‚Robinson-Drainage‘. Hierbei handelt es sich um eine Schwerkraftdrainage, die das Sekret einer Wunde am tiefsten Punkt sammelt. Daher hängt die äußere Drainage meist an der untersten Stelle eines Krankenbetts, damit die Schwerkraft ihre natürliche Wirkung entfalten kann.


Die meisten chirurgischen Eingriffe machen eine Drainage erforderlich. Es kann bei allen Operationen zu einer vermehrten Ansammlung von Liquiden kommen. Hierzu zählen Wundsekrete, Blut und Gewebeflüssigkeiten aller Art. Der Körper kann eine geringe Menge von Flüssigkeitsansammlungen selbst abbauen. Platzt beispielsweise eine Zyste im Unterleib der Frau, ist dies unter Umständen schmerzhaft, dennoch kann der Organismus mit der eher kleinen Liquidmenge umgehen. Alles darüber hinaus muss eventuell künstlich abgeleitet werden, wozu die Drainage erfunden wurde. Dies dient der gesamten Heilung und Genesung eines Patienten. Der Körper kann durch die Hilfestellung besser gesunden, zumal das Risiko an Nebenwirkungen durch die Drainage eher gering ist. In seltenen Fällen kann der Schlauch mechanische Schäden anrichten, welche zusätzlich behandelt werden müssen. Ein weiteres Risiko liegt in der Infektionsgefahr. Alle Zu- und Ableitungssysteme können eine Pforte für Keime darstellen. Meist wird eine Drainage aber bereits nach wenigen Tagen gezogen, weshalb auch diese Gefahr gering ist.

Welche Formen gibt es?

Es werden innere und äußere Drainagen unterschieden. Die Benennung der Ableitungssysteme erfolgt oftmals in Kombination mit dem Einsatzort. Vom Magentrakt ausgehend, wird sie als ‚Gastrojejunostomie‘ bezeichnet. Äußere Anlagen kommen öfter zum Einsatz als innere. Die Systeme werden am inneren Bestimmungsort angelegt, fixiert und nach außen geleitet. Innere Modelle legt ein Arzt, um einen Bereich zu umgehen. Sie sind allerdings reicher an Komplikationen. Die meisten Drainagen werden vorbeugend angelegt, um Wundwasser aufzufangen. Wundsekret ist eine körpereigene Substanz, die zur Heilung abgesondert wird. Weiße Blutkörperchen, Lymphliquid und Blutzellen bilden die Heilsubstanz. Die Installation einer Drainage ist für medizinisches Personal eine Routinearbeit und Standard bei vielen Eingriffen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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