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Gesundheitslexikon: Doping

Doping: Verbotene Verschiebung der Leistungsgrenzen

Doping ist aus dem Hochleistungssport bekannt und dient der Erhöhung der persönlichen Leistungsfähigkeit auf mentaler und körperlicher Ebene. Die Verschiebung der Leistungsgrenzen verschafft dem Sportler Wettbewerbsvorteile. Die Anwendung von leistungssteigernden Substanzen ist im Wettbewerb grundsätzlich verboten und wird geahndet.

Wirkstoffgruppen im Doping

Doping kann mittels natürlicher oder synthetischer Substanzen erfolgen. Verschiedene Wirkstoffgruppen sind mit einem leistungssteigernden Effekt assoziiert. Einige der Substanzen sind komplett verboten und fallen unter das Drogengesetz. Die Verwendung wieder anderer Substanzen ist mit Einschränkungen grundsätzlich legal. Rund sechs Wirkstoffgruppen sind im Rahmen von Doping besonders relevant. Die erste dieser Gruppen bilden die Anabolika. Dabei handelt es sich in der Regel um anabole Steroide. Damit fallen vor allem künstlich hergestellte Hormonpräparate in diese Gruppe. Substanzen zum Blutdoping sind dagegen solche wie Erythropoetin, die etwas an der Sauerstoffbindungskapazität des Bluts verändert. Davon abgesehen werden Stimulanzien zum Doping verwendet. Zu diesen Stoffen zählt zum Beispiel Koffein. Stimulanzien erhöhen die Sympathikus-Aktivität und kurbeln so den Stoffwechsel an. Doping kann außerdem durch Narkotika und Analgetika erfolgen. Die relevantesten Stoffe aus dieser Wirkstoffgruppe sind die Opiate, die eine schmerzunterdrückende Wirkung zeigen. Eine fünfte Wirkstoffgruppe bilden die Glykoproteine oder Peptidhormone, die häufig in Kombination mit Anabolika zum Einsatz kommen und deren Wirkung verstärken. Diuretika wirken an sich zwar nicht direkt leistungssteigernd, aber zählen ebenfalls zu den Doping-Wirkstoffen.

Effekte von Dopingwirkstoffen

Anabolika steigern die körpereigene Proteinbiosynthese und erhöhen dadurch die Muskelmasse in kürzester Zeit. Substanzen aus dem Bereich des Blutdopings wirken dagegen stimulierend auf die Erythropoese. Sie erhöhten die Zahl der roten Blutkörperchen und steigern damit die aerobe Ausdauer. Ausdauer hängt mit der Sauerstoffversorgung der Muskeln zusammen. Durch Blutdoping erhöht sich die Sauerstoffbindekapazität des Bluts und die Sauerstoffversorgung der Gewebe wird effizienter. Stimulanzien steigern den Stoffwechsel und verzögern den Eintritt von Müdigkeit und Erschöpfung. Narkotika und Analgetika wie Opiate unterdrücken Schmerzen und Glykoproteine oder Peptidhormone sind Wachstumsfaktoren wie HGH. Diese Substanzen steigern wie Anabolika das Muskelwachstum und unterdrücken außerdem Entzündungsreaktionen. Bei Diuretika geht es nicht direkt um eine Leistungssteigerung. Die Wirkstoffe dienen vielmehr der Gewichtskontrolle, da sie die Wasserausscheidung erhöhen. Ein Sportler kann sie zum Beispiel am Tag des Wettkampfwiegens einsetzen und so in eine niedrigere Gewichtsklasse eingestuft werden. In Anbetracht seines tatsächlichen Gewichts erhöhen sich damit seine Chancen.

Ursachen und Folgen von Doping

Im Leistungssport sehen sich Sportler permanent höchsten Erwartungen ausgesetzt. Dieser Umstand wird gemeinhin als wichtigste Ursache für Doping anerkannt. Die Leistungssteigerung durch Doping-Wirkstoffe bleibt nicht ohne Folgen und wird in Deutschland geahndet. Nur so ist ein fairer Wettkampf möglich. Außerdem ist Doping für Sportler mit Nebenwirkungen und Risiken verbunden. Todesfälle wie der von Radprofi Arthur Linton zeigen die Risiken mit Eindringlichkeit auf. Jedes Doping-Substrat schädigt auf Dauer den Körper und stärkt den Sportler auf lange Sicht nicht etwa, sondern schwächt seinen Körper eher. Besonders hervorzuheben sind die unerfreulichen Nebenwirkungen von Wirkstoffgruppen wie Anabolika und Narkotika. Die Anwendung von Doping-Wirkstoffen verleitet den Sportler über einen längeren Zeitraum betrachtet dazu, die Dosis Stück für Stück zu erhöhen. Diese Erhöhung der Dosis erinnert an Drogensüchtige und hat mit der Erhöhung der körperlichen Toleranzschwelle für die einzelnen Wirkstoffe zu tun, die sich bei chronischer Anwendung einstellt. Je höher die Dosis, desto risikoreicher wird die Verwendung.

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