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Gesundheitslexikon: Divertikulose

Divertikulose: Divertikel im Darm können sich entzünden

Der Begriff Divertikulose bezeichnet das zahlreiche Auftreten von Divertikeln im Darm. Divertikel sind Aussackungen der Darmwand. Die Divertikulose an sich ist noch keine Erkrankung, sondern eher eine Bezeichnung für die Beschaffenheit des Darms. Die meisten Divertikel befinden sich im letzten Abschnitt des Dickdarms, im sogenannten Sigma.

Ursachen

Eine Hauptursache der Divertikulose scheint Verstopfung zu sein. Es wird vermutet, dass eine Ernährung mit wenigen Ballaststoffen die Entwicklung der Darmwandaussackungen begünstigt. Für diesen Verdacht spricht, dass sich die Anzahl der Menschen mit Divertikeln in den letzten 100 Jahren drastisch erhöht hat. Eine faser- und ballaststoffarme Kost führt zu einem harten Stuhl. Dadurch steigt der Innendruck im Darm. In Kombination mit einem schwachen Bindegewebe führt der erhöhte Innendruck an einigen Stellen zu einer Auswölbung der Darmwand.

Symptome

Patienten mit einer Divertikulose haben normalerweise keine Beschwerden. Wenn jedoch Kotreste in den Divertikeln verbleiben, insbesondere wenn es durch Verstopfungen zu einem Kotstau kommt, können sich die Divertikel entzünden. Man spricht in diesem Fall von einer Divertikulitis. Dabei kann sich die Entzündung nur auf ein Divertikel begrenzen oder einen kompletten Darmabschnitt betreffen. Die Symptome einer Divertikulitis zeigen sich meist im linken Unterbauch. Da die Divertikulitis ähnliche Symptome verursacht wie eine Blinddarmentzündung (Appendizitis), wird sie auch Linksappendizitis genannt. Akute Entzündungen der Divertikel treten durch Schmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit in Erscheinung.

Diagnose

Bei der Feststellung der Divertikulose handelt es sich in der Regel um eine Zufallsdiagnose, die endoskopisch oder im Rahmen einer Computertomografie des Bauchraumes gestellt wird.

Behandlung

Da Patienten mit einer Divertikulose normalerweise unter keinerlei Beschwerden leiden, wird auch keine Behandlung durchgeführt. Um weitere Verstopfungen zu verhindern, wird den Patienten eine ballaststoffreiche Ernährung empfohlen. Zudem sollten die Betroffenen viel trinken. Ergänzend können verdauungsfördernde Lebensmittel wie Leinsamen oder Kleie zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zur Divertikulose muss die Divertikulitis zwingend behandelt werden. Dafür werden unter anderem Antibiotika genutzt. In schweren Fällen kann eine Operation erforderlich sein.

Vorbeugung

Der Divertikulose kann am besten durch eine ballaststoffreiche Ernährung vorgebeugt werden. Die wichtigsten Ballaststoffe sind Lignin, Pektin und Zellulose. Diese sind ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Besonders reich an Ballaststoffen sind Vollkornprodukte wie Vollkornbrot, Vollkornnudeln oder Vollkornreis. Auch Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte enthalten viele Ballaststoffe. Pro Tag sollten mindesten 30 Gramm, besser jedoch 40 bis 50 Gramm Ballaststoffe mit der Nahrung zugeführt werden. Damit die Ballaststoffe im Darm auch ausreichend quellen können, benötigen sie Flüssigkeit. Mindestens zwei Liter Wasser pro Tag sind erforderlich. Bei zusätzlicher Zufuhr von Kleie oder Leinsamen sollte die tägliche Trinkmenge bei mindestens zweieinhalb Litern Wasser liegen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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