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Gesundheitslexikon: Diuretika

Diuretika gegen überschüssige Flüssigkeit im Körper

Geschwollene und schwere Beine sind unangenehm und sollten vorbeugend behandelt werden. Gerne greifen Ärzte dann zu der Wirkstoffgruppe der Diuretika. Sie regeln den Wasserhaushalt des Körpers. Auch bei schweren Erkrankungen kann ein Diuretikum helfen.

Was sind Diuretika?

Diese Arzneistoffgruppe wirkt harntreibend auf den Körper. Es kommt also zu einer vermehrten Ausschwemmung von Wasser. Diuretika werden häufig verschrieben, wenn andere Medikamente als Nebenwirkung eine zunehmende Wasserbindung im Körper verursachen. In der medizinischen Anwendung sind chemisch-synthetisch hergestellte Diuretika üblich. Bei ihnen ist die Wirkstoffmenge genauestens kalkuliert. Es gibt aber auch Pflanzen mit ähnlichen wasserableitenden Eigenschaften, wie die Brennnessel, die Goldrute, der Acker-Schachtelhalm, der Eindorn oder Orthosiphonblätter.

Wie wirken Diuretika auf den Körper?

Diuretika wirken lokal auf die Niere. Das paarig angelegte Organ ist für den Wasserhaushalt des Körpers zuständig und steuert darüber auch die Elektrolyte. Dabei filtern die feinen Nierenkörperchen und das Tubulussystem pro Tag etwa 1.800 Liter Blut. Das aus dem Blut gelöste Wasser nebst der sich darin befindlichen Rückstände wird den ableitenden Harnwegen zugeleitet. Es wird als Urin ausgeschieden.

Ein sogenanntes ‚Schleifen-Diuretikum‘ hemmt nun dieses System, indem der Austausch von Ionen innerhalb der Zellen unterbunden wird. Ganz ähnlich wirken auch die sogenannten ‚kaliumsparenden Diuretika‘, welche auf die Kalium-Kanäle der Niere wirken und einen Austausch unterbinden. Durch diese Hemmung erhöht sich der Druck innerhalb der Niere, und die Filterleistung lässt nach. Eine erhöhte Wasserausscheidung wird forciert.

Bei welchen Beschwerden können Diuretika eingesetzt werden?

Diuretika können bei vielen Beschwerden lindernd wirken: Bei Bluthochdruck-Patienten vermindert ein Diuretikum das Druckgefühl im Körper. Ohrenrauschen oder Flimmern vor den Augen können mit einem solchen Medikament reduziert werden. Auch Patienten, die an einer Herzschwäche leiden, benötigen meist im Rahmen einer weiteren therapeutischen Arzneiverordnung zusätzlich Diuretika, um die Nebenwirkungen abzufedern. Wer unter einem Ödem leidet, für den gibt es kaum einen anderen Wirkstoff, mit dem sich rasch der Flüssigkeitshaushalt des Körper entlasten ließe. Auch bei einer Niereninsuffizienz und der damit einhergehenden erhöhten Wassereinlagerung des Gewebes werden Diuretika verschrieben.

Schwach dosierte Diuretika sind frei verkäuflich. Stark wirkende Medikamente dieser Wirkstoffgruppe sind verschreibungspflichtig.

Was sollte man bei der Anwendung von Diuretika beachten?

Diese Arzneistoffe sind generell gut verträglich. Trotzdem besteht immer die Gefahr, in einen ungesunden Elektrolyte-Haushalt zu rutschen. Durch die vermehrte Wasserausscheidung kann es zur Austrocknung des Körpers und zu einem Salzmangel kommen. Zudem sollte bedacht werden, dass durch den künstlichen Abzug von Wasser das Blut insgesamt zähflüssiger wird. Dies kann wiederum die Bildung von Thrombosen begünstigen. Manche Patienten berichten auch von häufiger auftretenden Wadenkrämpfen oder einem niedrigen Blutdruck.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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