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Gesundheitslexikon: Distorsion (Verstauchung)

Gelenk verstaucht: Das passiert bei einer Distorsion

Distorsion ist eine geschlossene Verletzung eines Gelenks. Sie entsteht, wenn eine von außen einwirkende Kraft das Gelenk so stark verdreht, dass es seinen normalen Bewegungsspielraum überschreitet. Dabei werden Bänder und die Gelenkkapsel überdehnt und können Verletzungen davontragen. Am häufigsten zieht man sich die Verstauchung bei sportlicher Betätigung am Knie, Sprung- oder Handgelenk und am Daumen zu. Auch an der Halswirbelsäule kommt sie vor, allerdings ist sie dort wesentlich seltener.

Ursachen

Eine Distorsion entsteht, wenn durch eine ruckartige kraftvolle Bewegung ein Gelenk über das normale Maß hinaus gedehnt wird. Typische Ursache für die Distorsion des Sprunggelenks ist das Umknicken. Das Gelenk wird dabei kurz und kraftvoll ausgehebelt und springt danach wieder in die normale Stellung zurück. Bei Ballsportarten, wie Fußball oder Basketball, verursachen häufig schnelle Richtungswechsel eine Distorsion im Kniegelenk. Eine typische Skiverletzung ist der sogenannte Skidaumen. Er entsteht, wenn man mit dem Daumen in der Handschlaufe des Stocks hängenbleibt. Die Distorsion an der Halswirbelsäule kommt manchmal bei Verkehrsunfällen begleitend zu einem Schleudertrauma vor.

Symptome

Man teilt Distorsionen in drei Schweregrade ein. Bei der leichten Verstauchung werden die Bänder nur überdehnt, ohne einzureißen. Die mittelschwere Distorsion besteht bei starker Überdehnung und vereinzelten Teilrissen. Wenn ein oder mehrere Bänder gerissen sind und das Gelenk instabil wird, so spricht man von schwerer Distorsion. Je nachdem welcher Schweregrad vorliegt, sind auch die Symptome stärker oder schwächer ausgeprägt. Als Erstes tritt Schmerz auf, der sich bei Bewegung verschlimmert. Ziemlich schnell nach dem verletzenden Ereignis schwillt das Gelenk an. Sind die Bänder oder die Gelenkkapsel eingerissen, fließt Blut ins umliegende Gewebe und es bildet sich ein deutlich sichtbarer Bluterguss. Bei der Halswirbeldistorsion können Kopfschmerzen, ein steifer Nacken, Schwindelgefühle und Kribbeln in Gesicht und Armen auftreten.

Diagnose

In einem ersten Gespräch wird der Arzt den Unfallhergang genau erfragen, um sich eine erste Vorstellung über die Verletzung zu machen. Im Weiteren folgt die körperliche Untersuchung, in der das Gelenk abgetastet und in seiner Beweglichkeit überprüft wird. Um herauszufinden, ob die Bänder gerissen sind, wendet der Arzt verschiedene Bewegungstests an. Im weiteren Verlauf der Untersuchung kommen bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Computertomografie (CT) zum Einsatz. Bei der Distorsion an der Halswirbelsäule wird auf das Testen der Beweglichkeit verzichtet, da dies zu gefährlich ist. Hier wird gleich geröntgt oder ein CT gemacht.

Behandlung

Bei einer Distorsion können direkt nach dem Ereignis erste Hilfsmaßnahmen durchgeführt werden. Man sollte das Gelenk ruhigstellen und kühlen, mit einem Druckverband die Einblutung ins Gewebe vermindern und durch Hochlagern dafür sorgen, dass das Blut aus dem verletzten Gelenk abfließt. Diese Maßnahmen reduzieren Schwellung und Schmerzen gleichermaßen. Die weitere Behandlung richtet sich danach, welcher Schweregrad der Distorsion vorliegt. In den meisten Fällen kann konservativ, also nicht-operativ, behandelt werden. Mit einem Stützverband wird das Gelenk entlastet. Ruhigstellung und Schonung für einige Tage unterstützen die Heilung. Nur wenn das Gelenk durch die Überdehnung instabil geworden ist und wenn die Gelenkstrukturen sehr stark verletzt sind, wird operativ eingegriffen.

Vorbeugung

Man kann einer Distorsion beim Sport in gewissem Maß vorbeugen, indem man eine passende Ausrüstung trägt und sich vor sportlicher Betätigung aufwärmt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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