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Gesundheitslexikon: Disposition (Medizin)

Die Disposition – was es mit der persönlichen Anfälligkeit bezüglich bestimmter Krankheiten auf sich hat

Seit einigen Jahrzehnten nimmt das Wissen um Erkrankungen und deren Entstehungsfaktoren stetig zu. Ein wichtiger Aspekt, den die Mediziner dazu immer wieder ins Spiel bringen, ist die persönliche Disposition des Menschen. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff und was sollten Patienten über ihre Disposition wissen?

Was ist eine Disposition?

Unter dem Begriff Disposition fasst der Mediziner eine gewisse Anfälligkeit des Patienten zusammen. Es geht also darum, einen übergeordneten Zusammenhang bei einem Patienten zu erkennen, wenn dieser besonders häufig an einem bestimmten Leiden erkrankt. Diese Häufigkeit wird dann mit der Biografie des Patienten in Verbindung gebracht.

Die erkannte Disposition erleichtert es dem Arzt, eine passende und schnelle Diagnose zu stellen und den Patienten sinnvoll behandeln zu können. Umgekehrt kann es den Patienten auch sensibler machen, wenn er sich seiner Disposition bewusst wird und zukünftig versucht, krankheitsauslösende Situationen oder Stoffe besser zu vermeiden.

Welche verschiedenen Formen der Disposition gibt es?

Eine Disposition kann eine psychische, organische oder genetischen Anfälligkeit sein. Von einer psychischen Disposition spricht man, wenn der Patient wiederkehrend unter psychischen Erkrankungen leidet und diese auch nach einer Behandlung immer wieder entstehen. Eine organische Disposition wird bezogen auf ein bestimmtes Organ diagnostiziert. So kann der Patient beispielsweise generell einen empfindlichen Magen oder Darm haben und dort schnell eine Krankheit ausbilden. Dann würde man von einer Disposition bezüglich des Verdauungssystems sprechen. Bei der organischen wie der psychischen Disposition geht man also von einer Anfälligkeit aus, welche sich im Laufe des Lebens entwickeln und manifestieren kann.

Bei der genetischen Disposition hingegen geht man von einer angeborenen Anfälligkeit oder Schwäche aus. Eine solche Anfälligkeit ist im Erbgut begründet und betrifft meistens auch weitere Mitglieder der Familie. Solche familiären Dispositionen werden somit vererbt. Auslöser dieser genetischen Disposition sind bestimmte Genveränderungen, welche zum Ausbruch der Krankheit führen werden, ohne dass der Patient dies beeinflussen kann. Typische genetische Dispositionen sind beispielsweise Morbus Alzheimer, Parodontitis oder juvenile rheumatoide Arthritis.

Es gibt zudem auch die geschlechtliche Disposition. Bei ihr wird berücksichtigt, dass bestimmte Krankheiten häufiger bei Männern oder bei Frauen auftreten. Diese geschlechtliche Disposition ist beispielsweise wichtig, wenn es um die Auswertung medizinischer Statistiken geht, um zum Beispiel ein Infektionsrisiko einzuschätzen.

Spricht man hingegen von der erworbenen Disposition, so geht es um einen von außen zugefügten Erreger oder krankheitsauslösende Stoffe. Typische erworbene Dispositionen sind Berufskrankheiten, welche erst im fortwährenden Kontakt mit bestimmten Chemikalien ausgelöst werden.

Wie wird eine Disposition bestimmt?

Ein guter Arzt, der seinen Patienten eng begleitet und dessen Krankheitsgeschichte kennt, wird die Disposition bestimmen können. Er erkennt den Zusammenhang zwischen verschiedenen Symptomen und individuellen Faktoren und kann daraus den Schluss ziehen, dass eine gewisse Anfälligkeit besteht. Bei genetischen Dispositionen lässt sich der Zusammenhang durch einen Gentest bestimmen.

Was muss dabei beachtet werden?

Insbesondere die genetische Disposition steht mittlerweile im Fokus der Medizin. Über aufwändige Gentests lassen sich mittlerweile konkrete Aussagen treffen, inwiefern beispielsweise ein bestimmtes Krebsrisiko besteht, wenn weitere Verwandte bereits an Krebs erkrankt sind. Dieses Wissen um eine Disposition kann den noch gesunden Patienten sowie den Mediziner jedoch auch in einen Konflikt bringen.

Eine psychische oder organische Disposition hingegen kann sich im Laufe der Jahre auch verändern oder verlieren. Insbesondere in der Kindheit können bestimmte Dispositionen auftreten, welche sich im Erwachsenenalter verflüchtigen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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