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Gesundheitslexikon: Dickdarm

Der Dickdarm – ein Abfalltransporteur im Verdauungsprozess

Der Dickdarm wird seinem Namen gerecht und sorgt für die Eindickung des Stuhls. Dabei arbeitet er äußerst effektiv und führt den Verdauungsprozess zu Ende. Im Dickdarm leben unzählige Bakterien und Viren. Diesen Mikroorganismus bezeichnet man als Darmflora. Von allen Körperbereichen finden sich hier die meisten Bakterienstämme.

Was ist der Dickdarm?

Der Dickdarm hat ein wurstartiges und wulstiges Erscheinungsbild und verfügt über eine gut durchblutete und muskulöse Schleimhaut. Innerlich ist er durch glatte Wände gekennzeichnet. Im Gegensatz zum Dünndarm hat er keine Zotten, wohl aber viele Ausbuchtungen. Die wichtigste Aufgabe des Dickdarms ist die Flüssigkeitsabsorption aus den bereits verdauten Nahrungsresten und damit die Aufnahme der wichtigen Mineralstoffe. In geringem Umfang findet hier auch die Resorption kurzkettiger Fettsäuren statt. Der Dickdarm ist für die Eindickung des bereits verwerteten Speisebreis zuständig und sorgt mit einem kontinuierlichen Schleimfilm für die Gleitfähigkeit des Stuhls.

Wie ist der Dickdarm aufgebaut?

Der Dickdarm ist geformt wie ein umgedrehtes ‚U‘. Er liegt wie ein umfassender Rahmen rings um den Dünndarm herum. Dieser Darmbereich ist zirka einen Meter lang und wird in mehrere Abschnitte eingeteilt. Er beginnt mit dem kleinen Bereich des Blinddarms, führt dann in das Colon (auch Grimmdarm genannt) und unterteilt sich hier abermals. Man unterscheidet den auf der rechten Seite aufsteigenden Teil (‚Colon ascendens‘), den querverlaufenden Teil (‚Colon transversum‘) und den auf der linken Körperhälfte absteigenden Teil (‚Colon sigmoideum‘). Am Ende des Dickdarms befindet sich der Mastdarm, also das Rektum. Final begrenzt wird der Dickdarm vom After.

Wie funktioniert der Dickdarm?

Gesteuert wird der Dickdarm durch die beiden Nervenstränge Sympathikus und Parasympathikus. Sie kontrollieren die jeweiligen Kontraktionen, steuern den Flüssigkeitsabzug und sorgen für eine rhythmische Weitergabe der Stuhlmenge. Schiebt der Dünndarm den wässrigen Speisebrei zur Verwertung in den Dickdarm hinein, so kommt es zu einer ersten umfangreichen Fermentation im Bereich des Blinddarms. Die abgegebenen Stuhlmengen werden gesammelt und miteinander vermischt. Dafür sind der aufsteigende und der querverlaufende Dickdarm mit besonders vielen Lymphgefäßen versehen, welche Wasser und damit auch Mineralien aufnehmen und weitergeben. In diesem Abschnitt wird zudem Vitamin-K innerhalb der Darmschleimhaut synthetisiert.

Die peristaltischen Bewegungen können vorwärts sowie rückwärts ablaufen, um eine vollständige Verwertung der Speisereste durch die Zellen der Darmwand zu ermöglichen. Für den Menschen ist dieser Verdauungsvorgang häufig hör- und spürbar, wenn gurgelnde Geräusche aus dem Unterbauch dringen. Die kräftigen Ringmuskelschichten schieben den Stuhl durch alle Darmabschnitte hindurch. Dafür benötigen sie bis zu fünf Tage. Die Bakterien der Darmflora arbeiten im anaeroben Bereich, wodurch es zu Gärungsprozessen kommen kann. Erreicht der Stuhl den Mastdarm, so wird er hier gesammelt und meist einmal täglich über den Analkanal abgesondert.

Welche Krankheiten können den Dickdarm betreffen?

Besonders häufig treten im Bereich des Dickdarms entzündliche Erkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Chron auf. Dickdarmkrebs ist eine der bösartigsten Erkrankungen in diesem Bereich. In einer gründlichen Darmspiegelung (Koloskopie) können Polypen und tumoröse Schleimhautveränderung meistens gut erkannt und entfernt werden.

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