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Gesundheitslexikon: Diazepam

Diazepam: Fluch und Segen eines wichtigen Arzneimittels

Diazepam ist der gängigste und meist verschriebene Wirkstoff aus der Gruppe der Benzodiazepine. Das Medikament, das unter anderen auch unter den Handelsnamen Valium und Faustan bekannt ist, wirkt angstlösend, Muskel entspannend und sedierend. Es wird vorzugsweise bei psychiatrischen Erkrankungen, bei epileptischen Anfällen oder vor OPs eingesetzt. Allerdings ist die Verwendung auf längere Sicht nicht unproblematisch, da sich schnell eine körperliche und psychische Abhängigkeit entwickeln kann.

Was ist Diazepam allgemein?

Diazepam wird angewandt, um akute Angst- und Spannungszustände zu lösen. Aufgrund seiner beruhigenden Wirkung, falls ein psychischer Zustand unerträglich werden sollte, wurde es von der WHO in die Liste der unentbehrlichen Medikamente aufgenommen, zu denen weltweit jeder Mensch Zugang haben sollte. Genauso wie andere Benzodiazepine ist Diazepam verschreibungspflichtig. Noch in den 1970er-Jahren wurde es frei in den Apotheken verkauft. Nachdem aber das hohe Abhängigkeitspotenzial erkannt wurde, reglementierte man die Abgabe von Benzodiazepinen allgemein.

Wirkung

Diazepam ist ein Benzodiazepin mit einer langen Halbwertszeit von durchschnittlich 24 bis 48 Stunden. Bei älteren Menschen kann diese noch länger betragen (bis zu 81 Stunden). Halbwertszeit bedeutet, dass nach diesem Zeitraum noch die Hälfte des Wirkstoffs im Körper aktiv ist. Nach oraler Einnahme wirkt Diazepam schnell auf die eingangs beschriebene Weise. Außerdem hat es eine Schlaf fördernde Wirkung. Deswegen ist es vor allem für akute psychische Krisen gut geeignet. Nach längerer Einnahme können allerdings Schläfrigkeit, eine Erschlaffung des Muskeltonus, Gleichgültigkeit, psychische Abstumpfung und weitere unerwünschte Wirkungen eintreten. Deswegen sollte die Anwendungsdauer so kurz wie möglich gehalten werden. Zudem ist zu beachten, dass Benzodiazepine wie Diazepam die eigentlichen Ursachen nicht beseitigen, sondern nur akute Symptome vorübergehend eindämmen.

Anwendungsgebiete

Neben der Gabe vor Operationen und bei epileptischen Anfällen findet Diazepam in der Regel Verwendung bei psychischer Anspannung. Vor allem bei der Akutbehandlung von psychiatrischen Erkrankungen sind Benzodiazepine wie Diazepam unverzichtbar in der Medizin. Psychiatrische Erkrankungen können starke Erregungs- und Spannungszustände zur Folge haben, die im Krisenfall mit Benzodiazepinen behandelt werden. Diese sind allerdings nicht als Langzeitmedikamente geeignet. Auch bei anderen psychischen Krisen wie Katastrophen (verheerende Unfälle zum Beispiel) kommt Diazepam als Akutmedikament in Frage. Zum Teil verschreiben Mediziner den Wirkstoff auch ambulant, um Patienten vorübergehend zu stabilisieren, wenn etwa die Lebensumstände problematisch sind (Trennungen, Verluste etc.).

Wichtige Hinweise

Diazepam birgt ein hohes Abhängigkeitspotenzial. Die Gabe sollte deswegen möglichst auf vier bis sechs Wochen beschränkt werden. Auch ist eine mögliche Wechselwirkung mit anderen Medikamenten zu beachten. In Kombination mit Wirkstoffen wie Neuroleptika (Medikamente gegen psychotische Symptome) kann es zu Atemdepressionen kommen. Auch besteht bei längerem Gebrauch die Gefahr von Amnesie und anderen Begleiterscheinungen. Daher sollte die Verwendung immer mit einem Arzt besprochen werden, der über die Einnahme anderer Medikamente informiert ist. Insbesondere bei älteren Menschen sind die Risiken noch größer und es besteht Sturzgefahr. Aus diesem Grunde sind Benzodiazepine wie Diazepam Segen und Fluch zugleich: Sie sind ein Segen, weil sie in Krisensituationen schnell und zuverlässig helfen, andererseits machen sie aus genau diesem Grunde sehr schnell abhängig und bergen bei längerem Gebrauch zahlreiche Nebenwirkungen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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