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Gesundheitslexikon: Diaphragma

Empfängnisverhütung mit dem Diaphragma

Das Diaphragma wurde vor mehr als 100 Jahren entwickelt. Auch unter dem Namen Scheidenpessar bekannt, war es eines der ersten unschädlichen und zuverlässigen mechanischen Verhütungsmittel für Frauen (Kondome sind zum Beispiel mechanische Verhütungsmittel für den Mann). Nachdem es in den 1920er-Jahren weit verbreitet war, geriet es danach fast gänzlich in Vergessenheit. Erst als über die Pille und die Spirale wegen der mit der Anwendung verbundenen Nebenwirkungen kontrovers diskutiert wurde, kam wieder Interesse an der Verhütung mit dem Diaphragma auf.

Wie sieht ein Diaphragma aus und wie funktioniert es

Das Diaphragma ist eine Kappe, die in die Scheide eingeführt wird und dann vor dem Muttermund liegt. Dadurch können die Spermien des Mannes nicht in die Gebärmutter vordringen und es kann keine Befruchtung stattfinden. Das Diaphragma besteht aus einem biegsamen Federring, der mit einer Kappe aus Silikon überspannt ist. Diaphragmen gibt es in verschiedenen Größen, die für jede Frau individuell angepasst werden. Dabei ist es wichtig, dass die Kappe den Muttermund dicht abschließt und dass sie nicht verrutschen kann. Die Anpassung kann in einer Frauenarztpraxis, einer Beratungsstelle von Pro Familia oder in einem Frauengesundheitszentrum vorgenommen werden. Dort lernt die Frau auch, wie sie nach jedem Einsetzen den korrekten Sitz des Diaphragmas prüfen kann. Dazu ertastet sie den Muttermund durch das Diaphragma hindurch. Neu auf dem Markt ist ein Diaphragma in Einheitsgröße, bei dem das Anpassen entfällt. Ob es für Sie individuell geeignet ist und ob das Diaphragma nach dem Einsetzen richtig sitzt, dazu lassen Sie sich am besten beim Arzt oder einer Beratungsstelle beraten.

Zusätzlich zu der mechanischen Barriere für die Spermien durch das Diaphragma wird ein Diaphragma-Gel angewendet, das vor dem Einsetzen auf die Innenseite und den Rand des Diaphragmas aufgetragen wird. Dieses Gel macht die Spermien bewegungsunfähig.

Die Sicherheit

Bei korrekter Anwendung ist das Diaphragma ein sicheres Verhütungsmittel. Wichtig für die Sicherheit sind die richtige Größe und das korrekte Einsetzen, für das am Anfang etwas Übung nötig ist. Wer die Sicherheit in der Anfangszeit erhöhen will, kann zusätzlich ein Kondom verwenden. Nach Gewichtsschwankungen von mehr als fünf Kilo muss die Größe neu überprüft werden. Ein Diaphragma hält etwa zwei Jahre. Es sollte regelmäßig auf kleine Löcher geprüft werden, indem es gegen das Licht gehalten wird. Sollten sich Löcher oder Risse zeigen, muss es ersetzt werden. Das ist auch nötig, wenn das Material nicht mehr elastisch, sondern spröde wirkt.

Die Vor- und Nachteile

Für viele Anwenderinnen ist ein entscheidender Vorteil, dass das Diaphragma nicht in den Hormonhaushalt eingreift und normalerweise keine Nebenwirkungen hat. Außerdem ist es eine preiswerte Verhütungsmethode. Ein Nachteil ist, dass am Anfang die Handhabung geübt werden muss. Bei einigen Frauen ist der Körperbau so, dass das Diaphragma keinen ausreichend festen Halt findet. Sie können es dann nicht sicher anwenden.

Die Kosten

Das Diaphragma kosten bis zu 50 Euro. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nicht. Bestellt werden kann es bei Online-Versandhäusern.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise zum Thema Diaphragma, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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