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Gesundheitslexikon: Diabetische Neuropathie

Diabetische Neuropathie: Ursachen, Symptome, Behandlung

Der Begriff diabetische Neuropathie bezeichnet alle nichtentzündlichen peripheren Nervenerkrankungen, die durch einen Diabetes mellitus verursacht werden. Dazu gehören unter anderem die diabetische Mononeuropathie, die diabetische Polyneuropathie und die autonome diabetische Neuropathie.

Ursachen

Grundsätzlich können Nervenschädigungen sowohl beim Diabetes mellitus Typ 1 als auch beim Diabetes mellitus Typ 2 auftreten. Verschiedene Faktoren spielen bei der Entwicklung der Neuropathie eine Rolle. Entscheidend ist vor allem der erhöhte Blutzuckerspiegel, der im Rahmen des Diabetes mellitus auftritt. Die hohen Blutzuckerwerte schädigen zum einen die Blutgefäße, die die Nerven versorgen, sodass diese nur unzureichend Sauerstoff und Nährstoffe erhalten. Zum anderen initiiert der Überschuss an Blutzucker verschiedene Stoffwechselprozesse, die die Nerven in ihrer Funktion beeinträchtigen. Wenn sich Zuckermoleküle aus dem Blut an die Eiweiße der Nerven binden, wird die Nervenfunktion ebenfalls gestört. Zudem wird vermutet, dass aufgenommener Traubenzucker bei zu hohen Blutzuckerwerten in Fruktose und Sorbitol umgewandelt wird. Beide Zuckerformen stehen in Verdacht, die Funktion der Nerven zu stören.

Symptome

Brennende und bohrende Schmerzen, Kribbeln, Taubheitsgefühle, Ameisenlaufen und eine verringerte Sensibilität sind die Kardinalsymptome der diabetischen Neuropathie. Während bei der Mononeuropathie nur ein Nerv, und damit auch nur ein begrenztes Körperareal, betroffen ist, können sich bei der Polyneuropathie die Beschwerden an unterschiedlichen Stellen des Körpers zeigen. In der Regel breiten sich die Symptome von den Füßen und Unterschenkeln zur Körpermitte hin aus. Wenn neben dem sogenannten peripheren Nervensystem auch das autonome Nervensystem von der Neuropathie betroffen ist, können Schluckstörungen, Völlegefühl, Übelkeit, Sodbrennen, Pulsrasen oder Blutdruckstörungen auftreten. Bei der zentralen Neuropathie stellt insbesondere die gestörte Hypoglykämiewahrnehmung ein ernst zu nehmendes Problem dar. Die Betroffenen können Unterzuckerungen nicht gut wahrnehmen und haben somit ein erhöhtes Risiko, eine lebensgefährliche Unterzuckerung zu erleiden.

Diagnose

Nicht immer bereiten geschädigte Nerven Beschwerden. Deshalb sollten Diabetiker mindestens einmal jährlich bei ihrem Hausarzt, Diabetologen oder Neurologen die Nerven untersuchen lassen. Mit verschiedenen neurologischen Methoden testet der behandelnde Arzt die Schmerzempfindung, die Temperaturempfindung, die Berührungsempfindlichkeit, das Vibrationsempfinden und die Reflexe. Falls sich durch diese Untersuchungen der Verdacht auf eine diabetische Neuropathie erhärtet, kann in der Elektroneurografie die Nervenleitgeschwindigkeit bestimmt werden. Bei einer Neuropathie ist diese normalerweise herabgesetzt. Die Elektrokardiografie kann zusätzlich Auskunft darüber geben, ob auch die Nervenfasern, die das Herz innervieren, von der Neuropathie betroffen sind. In seltenen Fällen werden zudem Nervengewebeproben entnommen und unter dem Mikroskop diagnostisch beurteilt.

Behandlung

Ein Ziel der Behandlung bei der diabetischen Nephropathie ist die Eindämmung der Erkrankung. Damit sich die Nervenschädigungen nicht ausbreiten, ist eine gute Einstellung des Blutzuckerspiegels unabdingbar. Aber auch Blutfett- und Blutdruckwerte müssen beobachtet und gegebenenfalls korrigiert werden. Zur Schmerzlinderung können verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen.

Vorbeugung

Eine sichere Prävention gibt es nicht. Dennoch sollten Diabetiker auf ihre Blutzucker- und auf ihre Blutdruckwerte achten. Übergewichtige Patienten sollten Gewicht reduzieren. Alkoholkonsum und Rauchen sind ebenfalls nicht empfehlenswert.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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