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Gesundheitslexikon: Diabetes (Diabetes mellitus)

Was ist Diabetes (Diabetes mellitus)?

Die Bezeichnung Diabetes mellitus (griechisch: diabainein, hindurchfließen; lateinisch: mellitus, honigsüß), umgangssprachlich Zuckerkrankheit, beschreibt ein charakteristisches Symptom dieser Erkrankung: Der sich anhäufende Blutzucker wird über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Es handelt sich somit bei Diabetes um eine Stoffwechselerkrankung, bei der eine gestörte Wirkung des Hormons Insulin vorliegt.

Ursachen

Die Aufgabe von Insulin ist es, den aus der Nahrung gewonnenen Traubenzucker (Glukose) in die Zellen der Muskeln, der Nieren, der Leber und des Fettgewebes zu transportieren. Dort wird die Glukose zur Energiegewinnung verwendet. Fehlt Insulin, verbleibt der mit der Nahrung aufgenommene Zucker ungenutzt im Blut. Beim Typ-1-Diabetiker steht zu wenig Insulin zur Verfügung. Schuld daran sind zerstörte insulinproduzierende Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Dieser Mangel muss durch die Gabe des Hormons als Arzneistoff (Insulinspritzen) ausgeglichen werden. Deshalb wurde der Typ-1-Diabetes früher als insulinpflichtiger Diabetes bezeichnet.

Bei Typ-2-Diabetes ist kennzeichnend, dass trotz zunächst ausreichend produzierter Hormonmenge, diese nicht den Zielort erreicht. Die dazu benötigen Bindungsstellen (Rezeptoren) an den Zellmembranen nehmen im Laufe der Zeit durch ein ständiges Zuckerüberangebot ab. Dieses Phänomen wird als Insulinresistenz bezeichnet. Da dieser Diabetes vorwiegend bei älteren Menschen auftritt, hieß er früher Altersdiabetes. Inzwischen steigt der Anteil jüngerer Patienten. Etwa 95 Prozent der Diabetiker erkranken am Typ 2, nur drei bis fünf am Typ 1.

Einen Sonderfall stellt der Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) dar. Durch die veränderte hormonelle Situation während der Schwangerschaft werden die insulinproduzierenden Zellen zusätzlich gefordert und gleichzeitig die Insulinwirkung beeinflusst. Dies kann in Einzelfällen zu Diabetessymptomen führen. In den meisten Fällen normalisiert sich der Blutzucker aber nach der Schwangerschaft wieder.

Symptome

Veränderungen, die auf das Vorliegen eines Diabetes hinweisen, stehen im Zusammenhang mit den extrem hohen Blutzuckerkonzentrationen und dem Energiemangel in den Zellen. Der Körper schwemmt die enormen Zuckermengen mit großen Mengen Harn (Polyurie) aus. Die Betroffenen klagen dadurch oft über quälenden Durst und vermehrtes Wasserlassen. Ein weiteres Anzeichen kann juckende, trockene Haut sein. Gleichzeitig zeigen sich Einschränkungen in der Leistungsfähigkeit, es können Müdigkeit und Konzentrationsschwäche auftreten. Allgemein sind die Symptome beim Typ 1 meist ausgeprägter, ein Typ-2-Diabetiker kann sogar jahrelang symptomfrei sein.

Diagnose

Die Diagnose kann der Arzt durch die Messung des Blutzuckerwertes nach Nahrungsverzicht (Nüchtern-Blutzucker) oder während einer Art Belastungstest (oraler Glucose-Toleranztest) stellen. Während dieses Tests wird eine Glucose-Lösung getrunken und anschließend der Blutzucker bestimmt. Zusätzlich gibt es einen Blutparameter, der als Langzeitzucker oder Zuckergedächtnis (medizinisch: HbA1c) bezeichnet wird und den durchschnittlichen Blut-Glucosewert der letzten drei Monate widerspiegelt. Typ-1-Diabetes wird in der Regel im Kindes- oder Jugendalter diagnostiziert und daher auch als jugendlicher Diabetes bezeichnet. Typ-2-Diabetes hingegen wird aufgrund der oben angesprochenen leichten Symptome oft zufällig im Rahmen von anderen Untersuchungen entdeckt.

Behandlung

Als Medikation kommen beim Typ-2-Diabetes zunächst Tabletten (Antidiabetika) zum Einsatz. Sie können beispielsweise die Insulinwirkung verbessern. Andere Wirkstoffe hemmen die Freisetzung von Glucose aus der Leber oder deren Aufnahme aus dem Darm. Bleibt der Blutzucker trotz der Medikamente hoch und besteht die Gefahr von Folgeerkrankungen, muss der Typ- 2-Diabetiker auf eine Insulintherapie umstellen. Typ-1-Diabetiker müssen sofort und regelmäßig mit Insulinspritzen den Blutzucker senken.

Vorbeugung

Im Unterschied zum Typ-1-Diabetes kann durch eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung, körperliche Aktivität und Gewichtsreduktion das Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln, deutlich gesenkt werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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