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Gesundheitslexikon: Dexamethason

Dexamethason – das entzündungshemmende Glucocorticoid

Dexamethason (9-Fluor-16α-methylprednisolon) ist ein Arzneistoff aus der Wirkstoffklasse der Glucocorticoide. Dabei handelt es sich um Steroidhormone, die in der Nebennierenrinde gebildet werden. Das bekannteste Glucocorticoid ist das Cortisol. Während dies jedoch ein körpereigenes Hormon ist, wird Dexamethason synthetisch hergestellt.

Wirkung

Dexamethason wirkt relativ lang und rund 25-mal stärker als die körpereigenen Steroidhormone. Der Arzneistoff sorgt dafür, dass das körpereigene Immunsystem gedämpft und Entzündungen im Körper verhindert werden. Die entzündungshemmende Wirkung setzt aufgrund der Hemmung von Prostaglandinen ein. Prostaglandine sind Signalstoffe, die Entzündungen initiieren und antreiben. Bei einer oralen Aufnahme tritt die Wirkung von Dexamethason nach ungefähr anderthalb Stunden ein.

Anwendungsgebiete

Dexamethason kann topisch und systemisch eingesetzt werden: Zur topischen Applikation nutzen Sie Salben, Cremes und Gele. Diese Anwendung von Dexamethason eignet sich bei schweren und ausgedehnten Hautkrankheiten. Dazu gehören die Schuppenflechte (Psoriasis), Neurodermitis, akute Erkrankungen der Haut mit Juckreiz, Schuppen und Rötungen oder schwere Hautkrankheiten mit Blasenbildung wie beispielsweise Pemphigus vulgaris (Blasensucht). Die Einsatzgebiete für die orale Verabreichung sind sehr vielfältig: Dexamethason kommt sowohl bei rheumatischen Erkrankungen als auch bei schweren allergischen Reaktionen bis hin zum allergischen Schock zum Einsatz. Bei rheumatischen Erkrankungen wird der Wirkstoff vor allem bei akuten und stark entzündlichen Erkrankungsschüben verabreicht. Indikationen mit allergischem Hintergrund sind zum Beispiel chronischer Schnupfen mit Beteiligung der Nebenhöhlen oder auch schwere Asthmaanfälle. Glucocorticoide wie das Dexamethason werden ebenfalls zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen genutzt. Dabei greift der Körper irrtümlicherweise das körpereigene Gewebe an. Dexamethason kann diese fehlgeleitete und überschießende Immunreaktion abschwächen. Ein Beispiel für eine Autoimmunerkrankung, die mit Dexamethason behandelt wird, ist der Lupus erythematodes.

In Kombination mit antiinfektiösen Arzneistoffen wie Antibiotika wird Dexamethason auch zur Behandlung von schweren Infektionskrankheiten wie der Tuberkulose verwendet.

Weitere Anwendungsgebiete sind Hirn- und Lungenödeme. Dazu gehören insbesondere Hirnödeme, die durch einen Tumor oder einen Unfall am Gehirn entstanden sind, und Lungenödeme, die durch giftige Dämpfe und Gase hervorgerufen wurden.

Alle Präparate, die Dexamethason enthalten, sind verschreibungspflichtig.

Neben- und Wechselwirkungen

Insbesondere bei langer und hoch dosierter Anwendung kann Dexamethason zahlreiche Nebenwirkungen hervorrufen: Nach längerer Behandlungsdauer kann es zu Osteoporose, Immunschwäche mit erhöhter Infektanfälligkeit, Muskelabbau, Fettumverteilungen, Wachstumsstörungen bei Kindern und Jugendlichen, Nierenfunktionsstörungen und Hautveränderungen kommen. Zudem können Bluthochdruck, Akne, Diabetes mellitus oder Wassereinlagerungen auftreten. Aufgrund der Nebenwirkungen sollte Dexamethason nur nach einer gründlichen Risiko-Nutzen-Abwägung verordnet werden. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen sowie bei älteren Patienten, die ein hohes Risiko für Osteoporose haben, sollte der Einsatz gut überlegt sein.

Es ist zu beachten, dass bei gleichzeitiger Einnahme von Antazida die Wirksamkeit von Dexamethason verringert sein kann. Ferner bestehen Wechselwirkungen mit verschiedenen Antibiotika, Antiepileptika, Schlaf- und Beruhigungsmitteln, Antimykotika und Blutdrucksenkern.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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