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Gesundheitslexikon: Delirium tremens (Alkoholdelirium)

Delirium tremens - das müssen Sie wissen

Das Delir oder Delirium ist eine Bewusstseins-, Kreislaufs- und Wahrnehmungsstörung. Das Delirium tremens ist ein Zustand des Delirs, der auf Alkoholismus oder Alkoholentzug zurückgeht.

Ursachen

Alkoholismus ist eine Suchterkrankung. Bei Alkoholentzug treten aus diesem Grund körperliche Symptome wie das charakteristische Zittern ein. Neben dem Alkoholentzugssyndrom mit Delir existiert ein Alkoholentzugssyndrom mit Delirium. Dieses Delirium tremens oder Alkoholdelirium tritt zwischen 48 und 72 Stunden nach vorausgegangenem Alkoholkonsum auf. Bis zu 15 Prozent aller Alkoholiker sind von dem Phänomen betroffen. Neben dem körperlichen Entzug kann auch eine ausgeprägte Phase des Alkoholkonsums das Delirium tremens verursachen. In starken Konsumphasen ist von einem Kontinuitätsdelir die Rede. In vielen Fällen geht Alkoholdeliria auch eine Alkoholfolgeerkrankung wie die Pankreatitis, die Leberzirrhose oder die Lungenentzündung voraus. Im Krankenhaus erhält ein Patient mit diesen Erkrankungen keinen Alkohol mehr. Daher steigt die Wahrscheinlichkeit für ein Delirium tremens in dieser Situation bedeutend an.

Symptome

Das Delirium tremens ist das mitunter schwerste alkoholbedingte Delirium. Das Alkoholentzugsdelirium ist durch psychiatrische, vegetative und neurologische Symptome gekennzeichnet. Zu den psychiatrischen Symptomen zählen neben Angst vor allem Orientierungsstörungen, Illusionen und optische Halluzinationen. Die neurologischen Symptome setzen sich aus Verwirrungszuständen mit unterschiedlichem Bewusstseinsgrad, Krämpfen, Unruhe und Zittern zusammen. Die Patienten verlieren zum Teil vollständig das Bewusstsein und driften in ein Koma ab. Diese Symptome sind mit vegetativen Symptomen wie Schwitzen oder Puls-, Blutdruck- und Atemfrequenzerhöhung verbunden. Innerhalb von vier Tagen erreicht das Alkoholdelirium sein Maximum und ist unbehandelt mit einer Sterblichkeitsrate von 20 Prozent assoziiert. In schweren Fällen kann das Delirium tremens mehrere Wochen andauern.

Diagnose

Die Diagnose des Alkoholdelirs erfolgt durch die Beobachtung, die körperliche Untersuchung und die Eigen- sowie Fremdanamnese des Patienten. Im Zweifelsfall wird dem Patienten über die Vene oder oral Alkohol verabreicht. Wenn die Symptome zurückgehen, liegt ein Alkoholdelirium vor. Wenn das Delirium tremens bereits voll ausgeprägt ist, kann diese Art der Diagnostik nicht stattfinden. Häufig werden Betroffene des Delirium tremens fehldiagnostiziert. Die Zittererscheinungen und alle anderen Symptome werden oft als Begleiterscheinungen einer Intoxikation missinterpretiert. Im Rahmen der Diagnostik bestimmt der Arzt idealerweise den Schweregrad des Alkoholentzugssyndroms mit Delirium. Als Schweregrade kommen das unvollständiges Delirium, das vollständiges Delirium und das lebensbedrohliches Delirium infrage.

Behandlung

Die Behandlung des Delirium tremens erfolgt meist auf einer Intensivstation unter Überwachung der Vitalfunktionen. Laborkontrollen des Blutzuckers sind wegen der Gefahr der Unterzuckerung erforderlich. Da im Rahmen des Alkoholdeliriums die Muskelfasern zerfallen können, werden Werte wie die Creatinkinase bestimmt. In den meisten Fällen sind Patienten aggressiv oder unruhig und manchmal psychotisch. Daher werden sie mit Beruhigungsmitteln sediert, so zum Beispiel mit Benzodiazepinen oder Clomethiazol. Abhängig von den weiteren Symptomen erhalten die Betroffenen Medikamente gegen Halluzinationen oder vegetative Störungen. Entzugskrämpfe können mit Carbamazepin behandelt werden. Wenn ein leichtes Alkoholprädelirium im Anfangsstadium vorliegt, kann intravenös Alkohol verabreicht werden. Dieses Vorgehen wird vor allem dann angewandt, wenn sich der Patient eigentlich wegen einer Erkrankung wie Pankreatitis im Krankenhaus befindet und das Delirium lediglich als Komplikation seines Krankenhausaufenthalts eintritt. Wenn Alkohol zusätzlich zu sedierenden Medikamenten gegeben wird, müssen Wechselwirkungen wie die Atemlähmung Beachtung finden. Der Flüssigkeits-, Energie- und Mineralhaushalt von Patienten mit Delirium tremens wird durchgängig überwacht und ausgeglichen. Außerdem werden die Betroffenen vor Verletzungen und Auskühlung geschützt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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