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Gesundheitslexikon: Delirium

Delirium: Das steckt hinter der geistigen Verwirrtheit

Das Delirium ist ein Zustand, in dem das Bewusstsein und die Funktionen des Verstands eingeschränkt sind. Die Verwirrtheit wird in der Regel noch von verschiedenen körperlichen Beschwerden begleitet, so dass das Delirium als Syndrom angesehen wird. Syndrom nennt man in der Medizin eine Gruppe von mehreren Symptomen, die typischerweise gemeinsam auftreten. Das Delirium tremens ist eine Sonderform, die speziell beim Alkoholentzug vorkommt.

Ursachen

Man geht von drei Arten von Ursachen aus. Allgemeine Risikofaktoren stellen beispielsweise ein hohes Alter dar sowie zu geringe Flüssigkeitsaufnahme, Bettlägerigkeit, Schlafentzug, psychischer Stress, starke Schmerzen und der Vorgang des Sterbens. Als zweite Gruppe der Auslöser gelten verschiedene Erkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes, Schlaganfall, Demenz, Hirnverletzungen, Lungenentzündung, Herzinfarkt und Alkoholismus. Als dritte Kategorie werden medizinische Maßnahmen angesehen. So kann das Delirium auch ausgelöst werden durch verabreichte Medikamente oder als Folge von Operationen. Eine besondere Rolle spielt das Alter, da der Stoffwechsel des Menschen im Alter empfindlicher auf Medikamente und medizinische Eingriffe reagiert und schneller aus dem Gleichgewicht gerät.

Symptome

Es werden zwei Erscheinungsformen von Delirium unterschieden, das hyperreaktive und das hyporeaktive Delirium. Beim hyperreaktiven Typ neigt der Patient zu erhöhter Unruhe und ist leicht erregbar bis hin zu Aggressivität. Die hyporeaktive Variante dagegen führt eher zu Müdigkeit und Verlangsamung, die Patienten machen fast einen apathischen Eindruck. Beide Formen kommen nicht getrennt vor, sondern können sich abwechseln, so dass sich der Patient mal unruhig aufgeregt und dann wieder müde und verlangsamt verhält. Die Hauptsymptome des Deliriums sind Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit. Die Gedächtnisleistung sinkt, Personen werden nicht mehr erkannt und es kommt zu Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Weitere Zeichen können Muskelzuckungen, Wortfindungsstörungen und undeutliche Artikulation sein. Beim Delirium, das durch Entzug von Alkohol auftritt, steigt der Blutdruck stark an und das Herz rast, der Patient leidet an Schweißausbrüchen und zittert stark. Daher kommt die Bezeichnung Delirium tremens, von lateinisch ‚Tremor‘ für ‚das Zittern‘. Es kann zu Krampfanfällen und Bewusstlosigkeit kommen.

Diagnose

Bereits an den Symptomen kann der Arzt erkennen, dass ein Delirium vorliegt. Um aber die genaue Ursache herauszufinden, muss die Krankengeschichte des Patienten betrachtet werden. Je nachdem welche Vorgeschichte der Betroffene hat, können Rückschlüsse auf die Entstehung des Deliriums gezogen werden. Wenn allerdings keine eindeutigen Faktoren erkennbar sind, kann es sehr schwierig sein, die auslösende Erkrankung herauszufinden. Da der Patient selbst nicht für Auskünfte zur Verfügung steht, ist es wichtig, die Aussagen von Familienangehörigen oder Freunden heranzuziehen. Verschiedene Untersuchungen wie EEG, EKG, Ultraschall und die Erfassung der Blutwerte geben weiteren Aufschluss.

Behandlung

Die Therapie richtet sich immer nach der Ursache. Sie muss schnellstmöglich einsetzen, da das Delirium lebensbedrohlich werden kann. Wichtig ist die Überwachung des Patienten. Liegt Dehydrierung vor, wird Flüssigkeit zugeführt. Ist ein Infekt der Auslöser, werden Antibiotika verabreicht. Ist das Delirium durch Medikamente verursacht, werden sie abgesetzt oder durch andere ersetzt. Im weiteren Verlauf kommen spezielle medizinische Präparate zur Anwendung, die dem Delirium entgegenwirken.

Vorbeugung

Man kann in bestimmten Fällen einem Delirium vorbeugen. Bei Alkoholismus muss ein medizinisch kontrollierter Entzug stattfinden. Ältere Menschen sollten keine Medikamente bekommen, die das Delirium begünstigen. Alle Maßnahmen zur Förderung von geistiger Aktivität halten das Bewusstsein in der Realität und wirken dem Delirium entgegen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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