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Gesundheitslexikon: Dekubitus (Wundliegen)

Dekubitus

Ein Dekubitus ist ein Druckgeschwür, das bevorzugt an fett- und muskelarmen Stellen des Körpers entsteht, wenn zu lange Druck auf sie ausgeübt wird. Dies passiert häufig beim sogenannten 'Wundliegen', wenn also bettlägerige Patienten sich durch eigene Kraft nicht ausreichend bewegen und drehen können.

Ursachen

Durch die Druckkraft, die beim längeren, unbewegten Liegen durch das eigene Körpergewicht auf die zuunterstliegenden Partien ausgeübt wird, ist keine ausreichende Durchblutung mehr möglich. Begünstigt wird dies an Stellen, an denen zwischen Knochen und Haut von vornherein nicht viel Gewebe vorhanden ist, also am Steißbein, an den Hüften, Fersen etc. Irgendwann bricht die Haut auf, was Bakterien an dieser Stelle den Eintritt in den Körper ermöglicht.

Neben dem Druck, der durch das eigene Körpergewicht aufgebaut wird, können selbst Kleinigkeiten wie Krümel im Bett, Versorgungsschläuche (beispielsweise zur künstlichen Ernährung oder Infusionen), auf denen der Patient liegt, und sogar Falten im Matratzenbezug für einen punktuell erhöhten Druck auf die Haut sorgen, der die Entstehung eines Dekubitalgeschwürs begünstigt.

Symptome

Das erste Anzeichen eines Drucks ist eine rote Stelle an der Haut. Je nach Zustand des Patienten und Pflegemangel können sich daraus schnell Dekubitalgeschwüre entwickeln und fortschreiten. Ist erst einmal die Haut beschädigt und offen, kann sich die Stelle entzünden, das Gewebe absterben und es im schlimmsten Fall zur Blutvergiftung kommen. Länger nicht behandelte Druckgeschwüre können zu einem Verlust jeglichen Gewebes bis auf den Knochen führen und auch aus einer kleinen Druckstelle kann sich, wenn nicht rechtzeitig eingegriffen wird, ein großes und tiefes Geschwür entwickeln.

Diagnose

Die Diagnose eines Dekubitus kann sich erschweren, wenn der Patient keine Beschwerden verspürt und das Druckgeschwür an einer verdeckten Stelle liegt. Dies kann beispielsweise bei Komapatienten geschehen, bei Menschen, die gelähmt sind und daher teilweise keine Schmerzen verspüren, oder bei Patienten, die zu schwach sind, um sich zu äußern.

Fällt dem Pflegepersonal beim Wenden oder Untersuchen des Patienten jedoch eine verdächtige Druckstelle auf oder ist es gar bereits zu einem Dekubitalgeschwür gekommen, so wird meist der Arzt zur Diagnose geholt. Er kann außer der Diagnose Dekubitalgeschwür an sich auch bestimmen, wie weit es fortgeschritten ist. Hier herrschen vor allem drei Einstufungssysteme vor, nach Grad (1-4), Stadium (A-C) oder Kategorie (I-IV). Je nach Grad, Stadium bzw. Kategorie wird dann eine entsprechende Therapie angeordnet.

Behandlung

Ist ein Dekubitusgeschwür erst einmal entstanden, so muss es sowohl symptomatisch behandelt als auch entlastet werden. Je nach Entwicklungsstadium des Geschwürs kann es eventuell noch mit Pflegemitteln wie Salben oder Cremes behandelt werden. Etwas fortgeschrittenere Geschwüre erfordern schon den Einsatz von Spülungen der Wunde, beispielsweise mit Ringerlösung. Danach müssen eventuell Antibiotika und Verbände zum Einsatz kommen, und noch schlimmere Fälle können sogar Operationen, bei denen nekrotisches Gewebe entfernt wird, erfordern.

Vorbeugung

Die beste Behandlung bei Druckgeschwüren besteht in der Prophylaxe. Die meisten Dekubitalgeschwüre lassen sich durch einen angemessenen, auf den Zustand und die Bedürfnisse des Patienten abgestimmten Pflegeplan verhindern, der auch ein angemessenes Wenden des Patienten beinhaltet. Auch passende Unterlagen, zum Beispiel in Form von Anti-Dekubitus-Matratzen, -Kissen oder -Fellen, die besonders weich und feuchtigkeitsableitend sind, können helfen. Die Haut des Patienten sollte stets trocken, sauber und geschmeidig gehalten werden. Umstände, die die Entstehung von Druckgeschwüren begünstigen, wie Inkontinenz, Untergewicht, Dehydrierung usw. müssen berücksichtigt werden.

Bei Patienten, bei denen dies möglich ist, sollte viel Wert auf eigene Mobilisierung gelegt werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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