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Gesundheitslexikon: Defibrillator

Defibrillator – das Gerät, das aus Laien Lebensretter macht

Mehr als 100.000 Deutsche fallen alljährlich dem plötzlichen Herztod zum Opfer. Am Arbeitsplatz, zu Hause oder beim Sport fallen scheinbar gesunde Frauen und Männer einfach um. Die Ursache ist ein Herz-Kreislauf-Stillstand, ausgelöst durch Kammerflimmern. Auf den Betroffenen wartet der sichere Tod, es sei denn, ihm wird innerhalb der ersten Minuten geholfen. Mit einem Defibrillator, der meist in öffentlichen Gebäuden oder immer öfter auch in Firmen zugänglich ist, kann jeder Laie sofort zum Lebensretter werden. Bei erfolgter Hilfe innerhalb der ersten 60 Sekunden besteht für den Betroffenen eine rund 90-prozentige Überlebenschance. Diese nimmt allerdings in den nächsten Minuten rapide ab. Nach etwa fünf Minuten treten irreparable Hirnschäden auf, nach acht bis zehn Minuten folgt der plötzliche Herztod.

Wie funktioniert der Defibrillator?

Bei Kammerflimmern handelt es sich um eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, im Zuge derer es zu unkoordinierten Herzmuskeltätigkeiten kommt. Diese können mittels Elektroschock zurück in geordnete Bahnen gelenkt werden. In Folge kann das Herz wieder einen geregelten Herzschlag beginnen. Der Defibrillator sorgt für genau diesen Elektroschock. Das Herzstück des Gerätes ist der Kondensator, in dem elektrische Energie gespeichert wird. Um den Herzmuskel zu stimulieren, bringt der Anwender die beigefügten Elektroden auf dem Brustkorb des Betroffenen an. Wird der Startknopf gedrückt, so laden die Elektroden Energie, die sie umgehend auf den Patienten abgeben. Die modernen Defibrillatoren funktionieren mit zwei Phasen. Dabei wechselt die Spannung während des Elektroschocks zwischen den beiden Elektroden, was nicht nur Energie spart, sondern auch Herz und Haut schont.

Welche Arten von Defibrillatoren gibt es?

Das perfekte Gerät für nichtmedizinisches Personal ist der automatisierte externe Defibrillator (AED). Dieser funktioniert vollautomatisch, ist einfach zu bedienen und kann so von jedem Helfer benutzt werden. AEDs sind üblicherweise in öffentlichen Einrichtungen zugänglich. Auf Bahnhöfen und Flughäfen oder zum Teil auch in Bürogebäuden sind diese vorhanden. Auch für den Privatgebrauch werden die Geräte zunehmend angeboten, Experten stehen dieser Entwicklung allerdings skeptisch gegenüber. Wichtiger wäre es, regelmäßig das Wissen über Wiederbelebungsmaßnahmen aufzufrischen, denn der Defibrillator kann wirklich nur im Falle von Herzkammerflimmern helfen.

Für Patienten mit bekannten Herzproblemen gibt es zudem implantierbare Defibrillatoren (ICDs). Der 'Implantierbare Cardioverter Defibrillator' wird Betroffenen wie ein Herzschrittmacher eingesetzt. Die verbauten Elektroden führen zum Herz und erkennen lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen. Im Bedarfsfall kann das Gerät sofort einen Elektroschock abgeben.

Warum können Sie beim Gebrauch eines AED nichts falsch machen?

Der AED ist tatsächlich kinderleicht zu bedienen. Nach dem Einschalten wird der Helfer mittels Sprachausgabe oder über den Monitor schrittweise angeleitet. Das Gerät fordert den Benutzer auf, die Klebeelektroden anzubringen und schreibt dann ein EKG. Aufgrund der ermittelten Daten entscheidet das Gerät, ob ein Elektroschock vonnöten ist. Nur wenn Bedarf besteht, gibt der Defibrillator dem Helfer die Anweisung, den Elektroschock via Knopfdruck auszuführen. Während des Vorganges ist es wichtig, dass niemand den Patienten berührt. Dank des Defibrillators kann das Leben des Patienten gerettet werden. Die Absetzung eines Notrufs sollte dennoch parallel zur Anwendung geschehen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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