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Gesundheitslexikon: Darmspiegelung (Koloskopie)

Wie läuft eine Darmspiegelung ab?

Bei einer Darmspiegelung ('Koloskopie') wird der Dickdarm mithilfe eines biegsamen 'Endokops' (auch 'Koloskop' genannt) untersucht, um Veränderungen in der Darmschleimhaut zu erkennen und auch Gewebeproben zu entnehmen.

Anlass einer 'Koloskopie'

Wenn Verdauungsbeschwerden auftreten, deren Symptome auf eine Entzündung des Darms hindeuten oder der Verdacht auf Darmkrebs besteht, ist die 'Koloskopie' die Untersuchungsmethode, die Aufschluss über eine mögliche Darmerkrankung geben kann. Sie eignet sich am besten zur Früherkennung von Darmkrebs, aber auch zur Diagnose von Veränderungen der Darmschleimhaut aufgrund entzündlicher Prozesse wie die chronisch verlaufenden Darmentzündungen 'Colitis ulcerosa' und 'Morbus Crohn'. Mit dem 'Koloskop' lassen sich auch die kleinsten Tumore, 'Divertikel' (Ausbuchtungen des Darms) und 'Darmpolypen' aufspüren. Außerdem können mittels Darmspiegelung akute Entzündungen und Durchblutungsstörungen sowie Anomalien der Blutgefäße festgestellt werden.

Symptome, die eine Darmspiegelung nötig machen

Bei folgenden Symptomen ist eine Koloskopie angezeigt:

- Blut im Stuhl

- stetiger Durchfall

- anhaltende Verstopfungen über einen längeren Zeitraum

- krampfartige Bauchschmerzen

- familiäres Darmkrebsrisiko

- als Nachsorge bei Entfernung von Darmpolypen

- zur Früherkennung ab dem 56. Lebensjahr

Vor der 'Endoskopie'

Für die 'Koloskopie' ist ein biegsames, schlauchförmiges Gerät mit einem Durchmesser von maximal zehn Millimetern und einer Länge von etwa 1,5 Metern nötig, das mit einem optischen System ausgerüstet ist. Um eine Darmspiegelung überhaupt zu ermöglichen, muss der Darm vorab gut gereinigt sein. Einen Tag vor der Untersuchung wird dann meist ein Abführmittel eingenommen. Um die Wirksamkeit zu verstärken, sollten die Betroffenen viel trinken. Von Vorteil ist eine mineralhaltige Spüllösung, die dafür sorgt, dass letztlich nur noch klare Flüssigkeit aus dem Darm ausgeschieden wird.

So läuft die Darmspiegelung ab

Bevor der Arzt das 'Koloskop' einführt, tastet er zunächst den Mastdarm mit dem Finger aus. Danach führt er das Untersuchungsgerät behutsam Stück für Stück bis zum Übergang zum Dünndarm in den Dickdarm ein. Gleichzeitig wird er über das 'Endoskop' vorsichtig Luft in den Darm blasen, damit er die Darmwände besser erkennen kann. Während das 'Koloskop' langsam zurückgezogen wird, betrachtet der 'Gastroenterologe' sorgfältig die Darmschleimhaut des Dickdarms und leuchtet jeden Winkel aus. Er betrachtet die Aufnahmen gleichzeitig auf einem Farbmonitor und kann so direkt während der Untersuchung Anomalien erkennen. Das 'Endoskop' verfügt zusätzlich über eine Spülvorrichtung sowie Durchlässe, in die biegsame Mini-Instrumente eingeführt werden können – dazu gehören etwa kleine Zangen, um Gewebeproben zu entnehmen oder kleine operative Eingriffe über den Arbeitskanal auszuführen. Wenn der Arzt zum Beispiel einen 'Darmpolypen' aufspürt, kann er ihn mit einer speziellen Schlinge über den Arbeitskanal entfernen. Die Dauer der Untersuchung beträgt ungefähr zwanzig Minuten und ist im Prinzip völlig schmerzarm, wenngleich das langsame Verschieben des 'Endoskops' oft als unangenehm empfunden wird. Auf Wunsch werden die Betroffenen in einen Dämmerschlaf versetzt, was allerdings verbietet, sich anschließend ans Steuer des eigenen Pkw zu setzen.

Risiken einer 'Koloskopie'

Das Risiko einer Darmspiegelung ist gering und führt eigentlich nur dann zu Verletzungen, wenn eine Schädigung der Darmwände durch entzündliche Veränderungen ohnehin vorliegt. Das 'Deutsche Krebsforschungszentrum' hat ermittelt, dass Komplikationen in 0,2 ('Herzinfarkt') bis 0,8 ('Perforation') Fällen von 1.000 Untersuchungen auftreten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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