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Gesundheitslexikon: Darm

Darm: Hüter der Immunabwehr

Der Darm ist ein häutig-muskulöser Schlauch, der sich vom Magenausgang bis zum After erstreckt und in Schlingen im Bauchraum liegt. Er ist etwa fünf bis sieben Meter lang. Fingerförmige Ausstülpungen (Darmzotten) an der Wand des Dünndarms vergrößern seine Oberfläche und ermöglichen dadurch eine vermehrte Aufnahme von Nährstoffen über die Darmschleimhaut.

Was passiert im Darm und wie ist der aufgebaut?

Nach Verlassen des Magens wird die Nahrung weiter in den Dünndarm transportiert. Sobald Nahrungsbrei eintritt, sorgen Darmbewegungen dafür, dass er gut durchmischt und weiterbefördert wird. Dabei wird ein Großteil der Nährstoffe von der Darmwand aufgenommen und an das Blut abgegeben. Die restlichen Nahrungsbestandteile wandern weiter in den Dickdarm. Dort werden ihnen nochmals Wasser und Salze entzogen und in den Körper abgegeben. Unverdauliche Nahrungsreste (z. B. Ballaststoffe) werden von den im Darm angesiedelten Bakterien schließlich abgebaut und durch Gärungs- und Fäulnisprozesse zersetzt. Der gesamte Verdauungsprozess im Dickdarm dauert 48 bis 72 Stunden.

Der Dickdarm ist 1,5 bis 1,8 Meter lang und unterteilt sich in einen aufsteigenden, einen querverlaufenden und einen absteigenden Abschnitt. Damit umschließt er die Schlingen des Dünndarms. Die Stelle, an welcher der Dünndarm in den Dickdarm mündet, ist auch als Blinddarm bekannt. Der letzte Abschnitt des Dickdarms ist der etwa 15 Zentimeter lange Mastdarm. Er mündet in den Anus, über den der Stuhl den Körper verlässt.

Funktion des Darms

Billionen von Mikroorganismen, meist Bakterien, besiedeln die Darmschleimhaut und bilden die Darmflora. Dabei müssen sie in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Eine ausgeglichene Darmflora schützt den Körper vor Krankheitserregern und stärkt die Immunabwehr. Durch sein eigenes Immunsystem kann der Darm auf schädliche Mikroorganismen reagieren, die über die Nahrung in den Körper gelangen. Dabei wirkt die riesige Fläche der Darmschleimhaut wie eine mechanische Barriere vor eindringenden Erregern wie Bakterien, Viren und Pilzen. Mehr als die Hälfte aller körpereigenen Immunzellen sind im Darm aktiv. In der Darmschleimhaut befinden sich auch Lymphknoten, die mittels der darin angesiedelten Lymphozyten eine gezielte Immunabwehr bewirken.

Erkrankungen des Darms

Die Darmflora kann verschiedenen Störungen ausgesetzt sein und dadurch aus dem Gleichgewicht geraten. Das führt zur Schädigung der Darmschleimhaut, Keime können sich ausbreiten und die positive Wirkung der Mikroorganismen aufheben. Eine Störung der Darmflora kann unter anderem durch falsche Ernährung, Nahrungsmittelunverträglichkeit, aggressive Medikamente (Antibiotika, Kortison, Chemotherapie), aber auch durch psychologischen Stress erfolgen. Die häufigsten Beschwerden äußern sich in Form von Durchfall oder Verstopfung, Blähungen, Koliken, bis hin zu Blut im Stuhl. Diese Symptome sollten sehr ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden. Sie können durch Magen-Darm-Infektionen, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, aber auch Darmkrebs hervorgerufen werden. Die Untersuchung des Darms erfolgt hauptsächlich mittels Ultraschall, Kontrastmitteln oder Darmspiegelung. Auch eine Stuhluntersuchung kann Aufschluss über Erkrankungen geben.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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