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Gesundheitslexikon: Cushing-Syndrom

Cushing-Syndrom: Was zu viel Cortisol im Körper bewirkt

Das Cushing-Syndrom, benannt nach dem US-amerikanischen Erstbeschreiber Harvey Cushing, dient als Sammelbegriff für Beschwerden und Symptome, die vom Hyperkortisolismus ausgelöst werden. Die Erkrankung ist auf eine dauerhaft hohe Konzentration des körpereigenen Hormons Kortisol zurückzuführen. Dies wird in der Nebennierenrinde produziert und ist im Organismus an einer Vielzahl von wichtigen Funktionen beteiligt. So beeinflusst es etwa den Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydrat-Stoffwechsel sowie den Mineral- und Wasserhaushalt. Darüber hinaus wirkt es auf den Blutdruck, das Bindegewebe, den Magen-Darm-Bereich und auf das Nervensystem. Voraussetzung für diese Aufgaben im Organismus ist aber, dass die Kortisolkonzentration im Blut in einem angemessenen Rahmen bleibt.

Ursachen

Eine langfristige Einnahme hoher Dosen des Medikaments Kortison oder ähnlich aufgebauter Substanzen ist der häufigste Auslöser des exogenen Cushing-Syndroms. Das Arzneimittel wirkt entzündungshemmend und wird gerne bei rheumatischen Beschwerden, bei entzündlichen Erkrankungen der Haut oder des Darms sowie zur Unterdrückung des körpereigenen Abwehrsystems bei Autoimmunerkrankungen eingesetzt. Ist die Therapie erfolgreich, kann das Medikament reduziert werden und auch das Cushing-Syndrom bildet sich zurück.

Aber auch innere (endogene) Ursachen können für den Ausbruch des Cushing-Syndroms verantwortlich sein. Ist etwa die Signalkette zwischen dem Zwischenhirn, der Hirnanhangdrüse und der Nebennierenrinde gestört, so kann es zu einer Überproduktion von Kortisol kommen. Häufig sind Tumore in der Hirnanhangdrüse oder andere bösartige Gewächse der Auslöser für die Fehlfunktion.

Symptome

Patienten, die am Cushing-Syndrom leiden, können von einer Reihe an Beschwerden geplagt werden. Besonders typisch für die Erkrankung ist die Fettsucht mit großen Fettablagerungen am Körperstamm. Die Folge sind ein massiger Bauch, ein rundes ‚Vollmondgesicht‘ und der kräftige ‚Stiernacken‘. Die Arme und Beine sind dagegen sehr schlank. Betroffene berichten zudem von Bluthochdruck, streifenförmigen, rötlichen Hautveränderungen, Akne oder vermehrter Körperbehaarung. Es kommt zu Zyklusstörungen und Potenzproblemen, zu Muskelschwäche, Osteoporose, Störungen des Blutzuckerstoffwechsels und nicht zuletzt zu psychischen Veränderungen.

Diagnose

Die Krankengeschichte und die körperliche Untersuchung können erste Hinweise auf das Cushing-Syndrom liefern. In Folge wird eine Reihe von Tests durchgeführt, um festzustellen, ob ein Hypercortisolismus vorliegt. So wird etwa das Blut untersucht, Harn über 24 Stunden gesammelt und analysiert oder ein Dexamethason-Hemmtest durchgeführt. Deuten die Zeichen auf eine Krebserkrankung als Auslöser, werden weitere Tests wie Magnetresonanz- oder computertomografische Untersuchungen durchgeführt.

Behandlung

Die Therapie des Cushing-Syndroms hängt von seinem Auslöser ab. Beim exogenen Syndrom ist es wichtig, das zugeführte Cortisol langsam zu reduzieren und schließlich ‚auszuschleichen‘. Die Chance auf Heilung ist groß, denn die Symptome bilden sich zurück, sobald die Behandlung abgeschlossen ist.

Bei der von innen ausgelösten Erkrankung wird ursächlich therapiert. Tumore werden in der Regel entfernt und/oder mit Bestrahlung und Chemotherapie behandelt. Zudem werden Medikamente eingesetzt. Kann der Tumor entfernt werden, ist eine vollständige Genesung nicht ausgeschlossen.

Vorbeugung

Kortisonhaltige Arzneimittel dürfen ausschließlich auf Anordnung eines Arztes eingenommen werden. Dann kann das Medikament Leben retten oder die Lebensqualität heben. Wird es allerdings falsch angewandt, so sind starke Nebenwirkungen wie das Cushing-Syndrom nicht auszuschließen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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