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Gesundheitslexikon: Cranio-Sacral-Therapie

Cranio-Sacral-Therapie – ein bedeutender Teil der Osteopathie

Die Cranio-Sacral-Therapie, auch Kraniosakraltherapie, bedeutet so viel wie ‚Schädel-Kreuzbein-Therapie‘. Der Begriff leitet sich vom Lateinischen ab. ‚Cranium‘ steht für Schädel und ‚sacral‘ bzw. ‚os sacrum‘ für Kreuzbein. Hervor geht diese manuelle Therapieform aus der Osteopathie. Maßgeblich geprägt und weiterentwickelt wurde die Cranio-Sacral-Therapie vom US-Osteopathen John Upledger, der sich die Ideen von William Sutherland – dem Begründer der cranialen Osteopathie – zunutze machte. Bei dieser alternativen Therapieform konzentriert sich der Therapeut vorrangig auf das Kreuzbein und den Schädel des Patienten. Die Kraniosakraltherapie basiert auf der Theorie, dass sich die Strömung des Hirnwassers maßgeblich auf das menschliche Wohlbefinden auswirkt. Herrscht ein Ungleichgewicht in der Hirnwasserströmung, können daraus bestimmte Erkrankungen hervorgehen. Wissenschaftlich wurde die Wirksamkeit dieser Heilmethode bisher nicht belegt, wenngleich ihr einige Studien eine schmerzlindernde Wirkung nachsagen.

Ablauf der kraniosakralen Therapie

Zu Beginn der Behandlung sucht der Osteopath das Gespräch mit Ihnen. Hierbei versucht er mehr über Ihre genauen Beschwerden und aktuellen Lebensumstände zu erfahren. Während der Behandlung liegt der Patient gewöhnlich auf dem Rücken. Der Therapeut steht hinter ihm am Kopfende. Zuerst ergründet der Osteopath mit speziellen Handgriffen den Zustand Ihres Körpers. Dabei tastet er unter anderem Halswirbelsäule, Kopf, Zwerchfell und Becken ab, um Blockaden und Verspannungen aufzuspüren. Der Übergang von Diagnostik zur Therapie ist dabei fließend. Fühlt der Cranio-Sacral-Therapeut ein Ungleichgewicht, legt er seine Hände auf die entsprechende Körperregion. Mit sanftem Druck versucht der Behandelnde nun, Gewebespannungen zu mindern. Die Cranio-Sacral-Therapie zielt darauf ab, die natürlichen Bewegungsabläufe von Organen und Gewebe wiederherzustellen. Dabei fokussiert sich das Konzept dieser alternativen Therapieform auf die Rhythmik der Flüssigkeit, welche das Rückenmark und das Gehirn umgibt, dem Liquor. Die Therapie war erfolgreich, wenn die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden konnten.

Craniosacrale Therapie kann bei vielen Beschwerden helfen

Als Voraussetzung für eine Behandlung gilt, dass die Organe und Muskeln des Betroffenen nicht geschädigt, sondern lediglich funktionell gestört sind. Erfolge wurden bisher vor allem bei Patienten mit Migräne oder Spannungskopfschmerzen erzielt. Häufig greifen Osteopathen bei Erkrankungen des Kiefergelenks, der sogenannten craniomandibulären Dysfunktion, auf die kraniosakrale Therapie zurück. Aber auch bei vielen anderen Erkrankungen, die mit einer Gewebespannung zusammenhängen, kommt diese Therapieform zum Einsatz. So können ebenso Menschen, die unter Rückenschmerzen, Konzentrationsschwäche, Hyperaktivität oder psychosomatischen Beschwerden leiden, von einer Cranio-Sacral-Therapie profitieren.

Wichtige Fakten zur Cranio-Sacral-Therapie

Wenden Sie dieses Heilverfahren immer nur begleitend zu einer schulmedizinischen Behandlung an. Bei gesundheitlichen Problemen suchen Sie zunächst einen Arzt auf, um herauszufinden, ob eventuell eine schwerwiegende Erkrankung hinter Ihren Symptomen steckt. Wenn Sie unter einem erhöhten Hirndruck oder unter Knochenschwund leiden, ist die kraniosakrale Therapie für Sie nicht geeignet. Häufig kommt es vor, dass sich zu Beginn der Behandlung die Beschwerden verschlimmern. Dies ist jedoch meist ein positives Zeichen und sagt aus, dass Ihr Körper auf die Therapie anspricht. Eine Sitzung dauert etwa 60 Minuten und kostet zwischen 60 und 200 Euro.

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