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Gesundheitslexikon: Coxarthrose (Hüftgelenksarthrose)

Coxarthrose: der Verschleiß der Hüftgelenke

Jeder Mensch wird älter und mit den Jahren nimmt der natürliche Verschleiß in den Gelenken nach und nach zu. Es kann jedoch aufgrund unterschiedlichster Ursachen zu einer krankhaften Verschleißerscheinung kommen – entsteht diese in der Hüfte, wird von einer Hüftgelenksarthrose gesprochen, die bisweilen starke Schmerzen nicht nur in Bewegung, sondern auch in Ruhe hervorrufen kann.

Zerstörung des Gelenkknorpels

Unter dem Fachbegriff der Coxarthrose versteht man also eine degenerative Verschleißerkrankung im Hüftgelenksbereich. Bei dieser Erkrankung wird aufgrund unterschiedlichster Ursachen der Gelenkknorpel zerstört, sodass es schließlich zu einer Beschädigung der anderen Gelenkstrukturen kommt. Die Arthrose nimmt schleichend über die Jahrzehnte zu. Häufig sind Personen ab dem 60. Lebensjahr betroffen. Liegt eine Coxarthrose bereits vor, kann diese nicht geheilt werden, sondern es können lediglich die Symptome behandelt werden. Letztlich kann bei sehr starken Schmerzen nur noch der Einsatz einer künstlichen Hüfte (Hüftgelenksendoprothese) helfen.

Ursachen

Die Gründe für die Entstehung einer Hüftgelenksarthrose sind vielfältig und können im Wesentlichen in drei Hauptgruppen unterteilt werden:


- mechanische Ursachen wie bei einer Hüftdysplasie

- entzündliche Ursachen wie beispielsweise bei einer chronischen Polyarthritis

- Durchblutungsstörungen wie u. a. bei einer Hüftkopfnekrose


Am häufigsten sind die Ursachen für eine Coxarthrose in mechanischen Defiziten zu finden. Bei mehr als 75 Prozent der Betroffenen ist die Erkrankung auf diese Gründe zurückzuführen. Doch auch sekundäre Faktoren spielen eine bedeutende Rolle. Der Verschleiß des Hüftgelenks wird u. a. durch Übergewicht mit einem Body Mass Index über 25, anhaltende Überlastung oder auch Grunderkrankungen wie beispielsweise Diabetes oder Rheuma beschleunigt.

Symptome

Eine Hüftarthrose entwickelt sich über einen längeren Zeitraum und verläuft chronisch, wobei sich immer wieder Symptome von akuten Schmerzphasen zeigen. Hierbei handelt es sich dann um die sogenannte aktivierte Coxarthrose, die überwiegend die folgende Symptomatik aufweist:

- anfangs Steifigkeit im Hüftgelenk

- Belastungs- sowie auch Ruheschmerz in der Leistengegend, am Gesäß sowie am Oberschenkel

- Anlaufschmerzen nach Ruhe wie am Morgen nach dem Aufstehen

- eingeschränkte Beweglichkeit

- Beinverkürzung

- gestörtes Gangbild

Diagnose

Abgesehen von der Erhebung einer ausführlichen Anamnese zählt zum diagnostischen Mittel der Wahl eine Röntgenbilduntersuchung. Auf den Bildern ist bei einer Hüftgelenksarthrose ein verschmälerter Gelenkspalt zwischen dem Hüft- und Oberschenkelknochen zu erkennen. Um den Schaden am Gelenkknorpel im Detail zu klassifizieren, kann ebenfalls eine Kernspintomografie angeordnet werden. Ist die Krankheit sehr weit fortgeschritten, kann bei den bildgebenden Verfahren teilweise festgestellt werden, dass Kugel und Pfanne zerstört sind und nicht mehr optimal ineinander gleiten.

Behandlung

Inwieweit eine Arthrose der Hüfte fortschreitet, hängt grundsätzlich von den persönlichen Faktoren des Betroffenen ab. Ebenfalls gestaltet sich die Therapie sehr individuell. Prinzipiell ist es wichtig, eine Behandlung frühestmöglich einzuleiten, wenn eine präarthrotische Deformität wie beispielsweise eine Aufbaustörung der Hüfte erkannt wird. Auf diese Weise kann einer arthrotischen Veränderung im besten Fall entgegengewirkt werden. In jedem Fall kann zumindest der Verlauf abgemildert werden.

Besteht bereits eine Coxarthrose, kann diese nicht geheilt werden. Es wird in der Regel ein künstlicher Hüftgelenksersatz (Hüft-TEP) eingesetzt, falls die gewöhnlichen konservativen Behandlungen nicht zum gewünschten Erfolg führen. Zu diesen Maßnahmen zählen u. a. Physiotherapie und manuelle Therapie, Massagen, Schmerztherapie oder auch Bädertherapie.

Vorbeugung

Es gibt einige Risikofaktoren, durch deren Vermeidung einer Hüftgelenksarthrose vorgebeugt werden kann. An erster Stelle ist Übergewicht zu nennen. Hierdurch wird bei einer bestehenden Arthrose im Hüftgelenk die Schmerzsymptomatik verstärkt. Letztlich wirkt es jedoch nur verschlimmernd und die Entstehung der Arthrose kann nicht gänzlich verhindert werden. Liegt einer Coxarthrose jedoch eine mechanische Fehlbelastung zugrunde, kann die Erkrankung durch eine rechtzeitige Korrektur abgewendet werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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