Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Coronavirus (Virusfamilie Coronaviridae)

Coronavirus: das müssen Sie wissen

Das Coronovirus zählt zur Virusfamilie der Coronaviridae und entspricht einem sogenannten RNA-Virus. Die Viren besitzen als gemeinsames Charakteristikum ein RNA-Genom, das aus Ribonukleinsäure besteht. Conroviren können Menschen und Tiere befallen, besitzen also die Eigenschaft der Zoonose. Bei uns Menschen verursacht das Coronavirus Erkrankungen des Atemtrakts.

Eigenschaften und Verbreitung von Coronaviren

Coronaviren besitzen kronenartig sitzende Peplomere auf der Oberfläche. Das sind spitz zulaufende Hüllproteine, die als ‚Spikes‘ bezeichnet werden und der Bindung des Virus an bestimmte Wirtszellen dienen. Coronaviren aus der Virusfamilie Coronaviridae sind weltweit verbreitet. Die Übertragung erfolgt in den meisten Fällen über Tröpfcheninfektion. Allerdings werden einzelne Spezies auch über Schmierinfektion übertragen. Die meisten Coronaviren überleben an der Luft bis zu 24 Stunden. Viele Spezies der Virusfamilie gelten vor allem unter Fledermäusen als Endemie und gehen von diesen Tieren auf andere Tierarten wie uns Menschen über. Zu den wichtigsten Unterfamilien der Virusfamilie Coronaviridae zählen Coronavirinae wie die Alphacoronaviren, die Betacoronaviren, die Gammacoronaviren und die Deltacoronaviren oder Torovirinae wie das Torovirus und das Bafinivirus. Coronaviren besitzen eine Größe zwischen 120 und 160 nm und weisen eine Virushülle mit drei bis vier eingelagerten Membranproteinen auf. Das Coronavirus ist genetisch hochvariabel und deshalb dazu in der Lage, die Barrieren zwischen verschiedenen Wirtsarten zu überwinden.

Erkrankungen durch Viren der Virusfamilie Coronaviridae

Das Coronavirus kann eine Lähmung der Zilienbewegung im Atemtrakt verursachen. Der Schleim wird ohne Zilienbewegung nicht mehr aus den Lungen abtransportiert. Die SARS-assoziierten Erkrankungen durch das Coronavirus manifestieren sich häufig im Krankheitsbild einer atypischen Lungenentzündung. Im Jahr 2002 trat durch das Coronavirus weltweit eine Pandemie des Schweren Akuten Atemwegssyndroms (SARS) auf. Die Inkubationszeit von Viren aus der Familie Coronaviridae hängt von der jeweiligen Spezies ab. Häufig macht sich die Infektion zunächst in einer Entzündung der Nasenschleimhaut bemerkbar, die mit Kopfschmerzen, Husten und Fieber vergesellschaftet sein kann. Lungenentzündungen treten nur selten auf. Die Infektion mit der Spezies SARS-Coronavirus manifestiert sich anfangs in Fieber, Atemnot, trockenem Husten und Muskelschmerzen. Diese Unterart des Virus ist mit einer Sterblichkeit von rund elf Prozent assoziiert. Allerdings sind auch weniger schwerwiegende Verlaufsformen der Infektion bekannt.

Diagnose und Behandlung des Coronavirus

Das Coronavirus wird unabhängig von der Spezies serologisch diagnostiziert. Die serologische Diagnostik weist eine Komplementbindungsreaktion nach oder entspricht einem Immunfluoreszenztest am Atemtrakt-Epithel. Wegen des hohen Aufwands findet ein kultureller Nachweis eher selten statt. Das SARS-Coronavirus sowie MERS-Coronavirus werden durch RT-PCR nachgewiesen. Die Therapie einer Infektion mit Viren der Virusfamilie Coronaviridae entspricht in der Regel einer Behandlung der einzelnen Symptome. Spezielle Medikamente gegen das Virus stehen derzeit nicht zur Verfügung. Gerade bei den SARS-assoziierten Coronaviren ist eine Sauerstofftherapie mit notfalls künstlicher Beatmung angezeigt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige