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Gesundheitslexikon: Compliance (in der Medizin)

Was bedeutet der Begriff Compliance?

Vor einigen Jahrzehnten wurde das englische Wort in der Medizin ausschließlich verwendet, um die Dehnbarkeit des Lungengewebes und das Volumen des einströmenden Gases zu bezeichnen. Doch heutzutage versteht man darunter die aktive Mitarbeit des Patienten, sozusagen seine Anpassungs- und Kooperationsfähigkeit, in einem Behandlungsprozess. Es geht dabei um die zuverlässige Umsetzung eines mit dem Gesundheitsexperten erarbeiteten Konzeptes.

Patienten: früher und heute

enen (somatischen) Medizin der Fall, auch in der Therapie von seelischen (psychischen) Erkrankungen ist die Compliance, d. h. die aktive Mitarbeit, von Patienten unabdingbar. In beiden Fällen kann es sich um die sorgfältige Einnahme von Medikamenten handeln, aber beispielsweise auch um die Umstellung der bisherigen Ernährungsgewohnheiten.

Patienten: früher und heute

Das Verhältnis Arzt-Patient hat sich im Laufe der Zeit vom autoritären Gefälle zu einer partnerschaftlichen Beziehung auf Augenhöhe verändert. Zum Glück, werden Sie sagen, denn es reicht nicht mehr aus, dass jemand im weißen Kittel eine Anordnung ausspricht, damit diese ausgeführt wird. Um wirklich Erfolge in der Therapie von Krankheiten erzielen zu können, werden die Patienten heutzutage gleichberechtigt in das Prozedere einbezogen. Sie wollen, zu Recht, wissen, warum dieses oder jenes zu tun sei. Ohne die Kooperation von Patienten ist es sehr viel schwieriger, einen Behandlungsplan in die Realität umzusetzen und erfolgreich abschließen zu können. Deshalb wird Ihre aktive Mitarbeit benötigt.

Wie kann die Arzt-Patienten-Kooperation funktionieren?

Sie als Patient sind im Zeitalter des Internets gut informiert. Sie stellen Fragen. Das ist gut so. Damit ist ausgeschlossen, dass Sie widerspruchslos Anordnungen Ihres Arztes erfüllen, nur weil er etwas sagt.

Allerdings haben Studien festgestellt, dass eine zu starke Fokussierung auf eine Erkrankung und zu viele Informationen kontraproduktiv sein können. Als erfolgversprechend hat sich Vertrauen in die Wirkung der besprochenen Behandlung, aber auch in den Gesundheitsexperten, gezeigt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt zum Erreichen einer produktiven Compliance ist der, dass Ihre Ärzte sich so verständlich ausdrücken, dass Sie alles wirklich verstanden haben. Ebenso sollte Raum für Ihre Fragen sein, damit Sie nicht im Ungewissen zurückgelassen werden. Zudem sollte der Behandler-Patienten-Kontakt wohlwollend, auf Augenhöhe und freundlich sein. Wertschätzender Umgang, aber auch Raum für Eigenverantwortlichkeit, können Sie als Patientinnen zu einem entscheidenden Baustein in der Therapie werden lassen.

Warum ist die Compliance bei der Behandlung so wichtig?

Eines der größten Probleme in unserer gut ausgestatteten Apparatemedizin ist die fehlende Mitarbeit der Patienten und mangelhafte Einhaltung von Behandlungsplänen. Die besten Geräte und die hervorragend ausgebildeten Spezialisten können wenig ausrichten, wenn Patienten die getroffenen Vereinbarungen nicht einhalten. Da werden Nachsorgeuntersuchungen nicht wahrgenommen oder die Reduktion von Genussmitteln nicht wie verabredet durchgeführt. Das kann zu Verschlimmerungen des Krankheitsbildes führen, neue Krankheiten entstehen lassen und letztendlich die Kosten im Gesundheitswesen in die Höhe treiben.

Patienten dagegen, die Verantwortung für sich übernehmen können, weil sie umfangreich über das Vorgehen und die Folgen aufgeklärt sind, erleben sich als gleichberechtigt. Sie sind wesentlich motivierter, die Zielvorgaben einzuhalten. Diese Motivation setzt wiederum Energie frei, die ihrerseits zum Genesungsprozess beitragen kann.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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