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Gesundheitslexikon: Colonmassage

Mit der Colonmassage den Darm aktivieren - das hilft gegen akute Verstopfung

Viele Frauen haben bedingt durch einen stressigen Alltag oder auf Reisen wiederholt das Problem, nicht mehr regelmäßig den Darm entleeren zu können. Dann zwickt es im Bauch und man fühlt sich aufgebläht. Abführmittel sind allerdings häufig keine Alternative. Mit der Colonmassage jedoch kann man aktiv in die Regelung des Darmes eingreifen und das Organ zur Entleerung animieren.

Was ist eine Colonmassage?

Die Darmperistaltik wird durch den Sympathikus und den Parasympathikus gelenkt. Kommt es hier zu einer Störung, kann diese zu einer Muskelblockade innerhalb der Darmwände führen. Die Stuhlreste bleiben liegen. Dann muss die Entleerung des Darmes auf andere Weise angeregt werden. Hier setzt die Colonmassage an. Die Colonmassage ist eine Teilmassage, welche ausschließlich im Bereich des unteren Bauchraumes ausgeführt wird. Mit ihr wird die Peristaltik des Dickdarms angeregt. So sollen angesammelte Stuhlreste innerhalb des Dickdarms mobilisiert und zur Ausscheidung angeregt werden. Die Colonmassage ist im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten. Sie wird von Masseuren, Physiotherapeuten, Ärzten und Heilpraktikern durchgeführt.

Wie läuft eine Colonmassage ab?

Vor der Behandlung sollte die Blase entleert werden. Der Patient liegt in Rückenlage auf einer Behandlungsliege. Die Behandlung wird ohne Öl ausgeführt. Der Masseur beginnt nun auf der rechten unteren Bauchseite, knapp über dem Blinddarm, kreisende Bewegungen im Uhrzeigersinn auszuführen. Diese etwa handtellergroßen Druckbereiche werden nun entlang des aufsteigenden Darmes, des querverlaufenden Bereiches und des absteigenden Darmes hintereinander stimuliert. Dabei wechseln sich drückende und streichende Handgriffe ab. Die Colonmassage erfolgt im Gleichklang mit der Atmung des Patienten. Nach jeder Ausatmung hält der Masseur kurz inne und drückt die Bauchdecke sanft nach unten. Die Colonmassage dauert meist rund 15 Minuten und sollte dreimal pro Woche wiederholt werden, bis der natürliche Darmrhythmus sich eingependelt hat.

Bei welchen Problemen soll die Colonmassage helfen?

Wenn Verdauungsreste im Dickdarm liegen bleiben, kann dies unterschiedliche Ursachen haben. Stress, die Einnahme von Antibiotika oder eine einseitige Ernährung können zur Verstopfung des Darmes führen. Es kommt zum Druckaufbau, der Bauch schwillt an und Flatulenzen können entweichen. Deshalb eignet sich die aktivierende Colonmassage vor allem für Menschen mit temporären oder chronischen Verstopfungen. Auch als vorbeugende Maßnahme bei einer Neigung zu Divertikulitis oder zum Reizdarmsyndrom kann sie helfen. Die Colonmassage wird außerdem bei Menschen mit einer Querschnittslähmung eingesetzt, wenn eine natürliche Darmperistaltik nicht mehr gegeben ist. Auch an Babys und Kleinkindern kann sie gut ausgeführt werden. Insbesondere bei den schmerzhaften Dreimonatskoliken bietet sie eine sanfte Behandlungsform.

Was muss man bei der Colonmassage beachten?

Die Colonmassage kann eine hilfreiche Alternative zu Abführmitteln sein. Sie darf allerdings nicht betrieben werden, wenn Darmabschnitte oder umliegende Organe entzündet sind. Auch bei einem Darmverschluss, akuter Divertikulose und Pankreatitis darf sie nicht praktiziert werden. Bei unmittelbarer Colitis ulcerosa ist sie ebenfalls nicht hilfreich. Schwangere können mit ihr nicht behandelt werden. Bei einer Krebserkrankung der Organe des Bauchraumes darf die Colonmassage ebenfalls nicht angewendet werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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