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Gesundheitslexikon: Colitis ulcerosa

Colitis ulcerosa macht den Darm dauerkrank

Colitis ulcerosa gehört wie Morbus Crohn zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, die unter dem Begriff CED zusammengefasst sind. Sie tritt schubweise auf und betrifft ausschließlich die Schleimhaut des Dickdarms (Colon).

Ursachen

Bisher konnte noch nicht eindeutig geklärt werden, wie eine Colitis ulcerosa entsteht. Eine von manchen Wissenschaftlern angenommene Erklärung könnte eine Störung des Immunsystems sein. Beim gesunden Menschen sorgt ein Abwehrsystem im Darm dafür, dass Krankheitserreger nicht in den Organismus eindringen können. Wenn eine körpereigene Substanz durch eine Störung des Immunsystems nicht als körpereigen, sondern als Eindringling erkannt wird, werden Abwehrstoffe freigesetzt, welche die Darmschleimhaut angreifen und so eine dauerhaften Entzündung auslösen. Die Annahme, Stress und psychische Belastung könnten eine Colitis ulcerosa auslösen, ist mittlerweile widerlegt. Allerdings können Stressfaktoren eine Verschlimmerung begünstigen wie auch eine genetische Veranlagung mitverantwortlich sein kann.

Symptome

Die Symptome bei Colitis ulcerosa sind vielfältig. Sie treten immer schubweise auf. Es kann vorkommen, dass Betroffene monatelang ohne Beschwerden sind und diese dann urplötzlich wieder auftreten. Dazu zählen wiederkehrende Durchfälle, Darmblutungen und Koliken begleitet von einem allgemeinen Unwohlsein. Zuweilen sind auch Entzündungen von Gelenken, Haut oder Augen als Begleiterscheinungen zu beobachten. Das Hauptsymptom ist schleimiger, zuweilen auch blutiger Durchfall, der bis zu 20 Stuhlabgänge am Tag nach sich zieht und mit Schmerzen verbunden ist. Dazu gesellt sich das Empfinden, der Darm habe sich immer noch nicht vollständig entleert. Meist treten auch anhaltende Schmerzen im linken Unterbauch auf.

Diagnose

Es sind verschiedene Untersuchungen nötig, um eine Colitis ulcerosa zu diagnostizieren. Ein Gastroenterologe ist hier der geeignete Facharzt, um sie durchzuführen. Er wird zunächst den Bauch abtasten, um festzustellen, ob der Patient einen Druckschmerz am linken Unterbauch verspürt. Zusätzlich wird er noch den After abtasten, weil sich bei einer Colitis ulcerosa die Entzündung im unteren Ende des Mastdarms abspielt. Er wird darum bitten, eine Stuhlprobe abzugeben und verschiedene Labortests vornehmen, um die Ergebnisse zur Bewertung heranzuziehen. Die Stuhlprobe ist erforderlich, um andere Darmentzündungen auszuschließen, die beispielsweise durch Bakterien ausgelöst wurden und einer Colitis ulcerosa ähneln. Eindeutige Klarheit bringt erst die Darmspiegelung (Koloskopie), wobei ein mit einer Minikamera ausgestatteter schmaler Schlauch über den After in den Dickdarm eingeführt wird. Der Facharzt kann so die Darmschleimhaut ansehen, Geschwüre erkennen und Gewebeproben entnehmen, die im Labor untersucht werden.

Behandlung

Da es sich bei einem Schub um eine akute Entzündung handelt, wird der Gastroenterologe zunächst entzündungshemmende Medikamente verordnen, die von den Betroffenen über einen längeren Zeitraum eingenommen werden müssen. Reicht deren Gabe nicht aus, werden zusätzlich Cortison-Präparate eingesetzt. Ihre antientzündliche Wirkung liegt darin, dass sie immunologisch aktive Botenstoffe und Zellen ausbremsen. Bei einem Schub kann der Gastroenterologe mittels Ultraschalluntersuchung die Dimension der Entzündung gut erkennen und die Medikation danach ausrichten. In besonders schweren Fällen – wie bei lebensbedrohlichen Blutungen – muss der Dickdarm operativ entfernt werden. Wie bei allen Darmerkrankungen hilft eine entsprechende Ernährung mit Lebensmitteln, die den Darm nicht belasten. Wer sich nicht viel Mühe mit dem Zubereiten machen will, kann auf Babynahrung zurückgreifen. Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, um den Wasserverlust durch den anhaltenden Durchfall auszugleichen.

Vorbeugung

Können Sie einer Colitis ulcerosa vorbeugen? Die Antwort ist ein klares Nein. Allerdings ist es möglich, eine bereits diagnostizierte Erkrankung prophylaktisch zu behandeln, um den Verlauf der Schübe abzuschwächen oder sie im besten Fall ganz zu verhindern. Im symptomfreien Intervall muss über mehrere Jahre täglich ein Aminosalicylat eingenommen werden. Da bei einer chronischen Dickdarmentzündung das Darmkrebsrisiko erhöht ist, sollte jährlich eine Darmspiegelung zur Früherkennung vorgenommen werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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