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Gesundheitslexikon: Codein

Codein – ein wirkungsvolles Mittel zum Einsatz bei Husten und Schmerzen

Codein gehört wie das artverwandte Morphin zu den Opiaten. Es findet als spezielles Hustenmittel bei sowohl Erwachsenen als auch Kindern Anwendung. Codein lindert effektiv die Beschwerden, die bei einem trockenen, schleimlosen Reizhusten auftreten, der u. a. im Zusammenhang mit einer Erkältung oder Bronchitis auftreten kann. Abgesehen von der guten Wirksamkeit bei Husten hat sich die Gabe von Codein ebenfalls in der Schmerztherapie bewährt.

Wirkung von Codein

Bei Opioiden handelt es sich um zentralwirksame Arzneimittel, die an bestimmten Nervenzellen im Gehirn ansetzen und dort für eine eingeschränkte Weiterleitung von Reizen sorgen. Aus diesem Grund haben sie sowohl eine beruhigende als auch hemmende Wirkung auf das Schmerzempfinden und zugleich auf den Hustendrang.

Bei der Einnahme von Codein werden etwa zehn Prozent der verabreichten Menge in Morphin umgewandelt. Beide Stoffe zusammen wirken an den Opioidrezeptoren, wodurch sie neben den analgetischen zudem die antitussiven (hustenstillenden), aber auch antidiarrhoische (gegen Durchfall) sowie sedierende (beruhigende) Wirkmechanismen auslösen. Der Umbau erfolgt bei jedem Menschen in einem unterschiedlich starken Ausmaß, sodass sich daraus verschiedene Wirkstärken ergeben können.

Anwendungsgebiete von Codein

Bei Codein handelt es sich um ein Opiat, welches in Deutschland nur gegen Vorlage eines gültigen Rezeptes erworben werden kann. Es wird hauptsächlich zur Behandlung von Reizhusten eingesetzt und sollte stets unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden. Das Arzneimittel dämpft das Hustenzentrum und sorgt somit insbesondere bei nächtlichem Hustenreiz für Linderung. Zur Hustenstillung gilt Codein als das Mittel der ersten Wahl. Weiterhin finden codeinhaltige Medikamente im Rahmen der Schmerztherapie Anwendung, um mäßige bis starke Schmerzen zu mildern. Es kommt u. a. bei Zahn- oder Menstruationsschmerzen sowie auch nach operativen Eingriffen zum Einsatz. Auch wenn die schmerzstillende Wirkung des Codeins im Durchschnitt nur ein Zehntel von purem Morphin ausmacht, löst es dennoch vergleichsweise starke Nebenwirkungen aus. Bei leichten Schmerzen wird es häufig nur als Zusatz zu schwächer wirkenden Schmerzmitteln wie beispielsweise Diclofenac, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure genutzt.

Wichtige Hinweise

Codein interagiert stark mit anderen Medikamenten, die Einfluss auf die Nervenzellen im Gehirn nehmen. Aus diesem Grund sollte auf den Konsum von Alkohol während der Einnahme verzichtet werden, um schwerwiegende Nebenwirkungen zu verhindern. Zudem besitzt Codein wie andere Opiate ein hohes Abhängigkeitspotenzial. Insbesondere bei regelmäßigem und hochdosiertem Einsatz kann daher sowohl eine körperliche als auch seelische Abhängigkeit entstehen. Auch bei vorschriftsmäßigem Gebrauch kann weiterhin die Verwendung von Codein dazu führen, dass das Reaktionsvermögen beeinträchtigt wird. Sowohl die Verkehrstüchtigkeit als auch die Fähigkeit zum regelgerechten Bedienen von Maschinen sowie zur Ausübung gefährlicher Tätigkeiten sind demzufolge stark eingeschränkt.

Neuesten Richtlinien zufolge sollen stillende Mütter auf eine Behandlung mit Codein verzichten, um ein Risiko für den Säugling zu verhindern. Auch bei Kindern unter zwölf Jahren sollte wegen des erhöhten Risikos möglicher schwerwiegender Nebenwirkungen eine Hustenbehandlung mit Codein nicht erfolgen. Für Jugendliche mit bestehenden Atemwegsbeeinträchtigungen eignet sich die Therapie mit Codein bis zum 18. Lebensjahr gar nicht, weil die Anfälligkeit für Atemstörungen hierdurch stark erhöht wird. Generell müssen Personen, die unter einer Ateminsuffizienz leiden, wegen der dämpfenden Wirkung auf das Atemzentrum von einer Einnahme absehen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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