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Gesundheitslexikon: Chronische Bronchitis

Chronische Bronchitis gleich Raucherhusten?

Eine chronische Bronchitis entsteht durch eine ständige Reizung der Schleimhäute in den Bronchien. Diese werden stetig verengt, sodass eine Obstruktion entsteht. Etwa zehn Prozent der Deutschen erkranken an einer chronischen Bronchitis. Diese kann zu einer unheilbaren Lungenkrankheit, der chronisch obstruktiven Bronchitis führen, bei welcher die Atemwege verengt werden und ein Lungenemphysem entstehen kann. Von einer chronischen Bronchitis wird gesprochen, wenn der Patient dauerhaft über einen Zeitraum von drei Monaten und innerhalb von zwei Jahren hustet und Schleim auswirft.

Ursachen

In den meisten Fällen ist Rauchen die Hauptursache für eine chronische Bronchitis. Durch den giftigen Rauch wird die Reinigungsfunktion der Lunge behindert und langfristig geschädigt. Dabei werden die Schleimhäute gereizt, wodurch sie anschwellen und ein Sekret gebildet wird, was zu Husten führt. Weitere Ursachen sind Abgase in der Luft, kalte und feuchte, aber auch trockene oder staubige Atemluft. Zudem kann eine akute Bronchitis durch Viren und Bakterien hervorgerufen werden. Wenn diese sich in den oberen Atemwegen festsetzen, können sie bis in die unteren Atemorgane wandern und dort eine chronische Bronchitis auslösen.

Symptome

Eine chronische Bronchitis äußert sich durch starkes Husten. Meist kommen Schnupfen, Müdigkeit und Kopfschmerzen hinzu. Bei Belastung können die Betroffenen unter Atemnot leiden. Hat die chronische Bronchitis das Stadium der chronisch obstruktiven Bronchitis erreicht, kann Atemnot auch im Ruhezustand auftreten. Die Problematik besteht darin, dass der Krankheitsprozess sehr langsam verläuft. Zu Beginn empfinden vor allem Raucher das morgendliche Abhusten als nicht gefährlich, doch bereits hier ist das empfindliche Reinigungssystem der Lunge gestört.

Diagnose

Gehen Sie zum Arzt, wenn Sie jeden Tag Husten und Auswurf beobachten. Je eher Sie sich medizinische Hilfe verschaffen, umso besser sind Ihre Heilungschancen. Der Arzt wird Sie zunächst zu Vorerkrankungen und Lebensstil befragen. Um eine Bronchialverengung rechtzeitig zu erkennen, wird er durch Abklopfen und Abhören des Brustkorbs Ihre Atmung kontrollieren. Mit einem Lungenfunktionstest kann er schließlich feststellen, in welchem Ausmaß die Atmung beeinträchtigt ist. Bei Verdacht auf Asthma, eine Lungenentzündung, Lungenkrebs oder eine Tuberkulose wird er Sie an einen Lungenfacharzt überweisen. Dieser kann eine Ganzkörperplethysmografie durchführen, bei der er die Sauerstoffversorgung im Körper analysieren kann. Verschiedene Belastungstests zeigen Veränderungen der Lungenfunktion an. Zudem werden das Auswurfsekret untersucht und die Lunge geröntgt.

Behandlung

Um eine angemessene Therapie einzuleiten, muss zunächst der Schweregrad der Bronchitis festgestellt werden. Vorwiegend geht es darum, die Symptome zu lindern und den weiteren Krankheitsverlauf zu verhindern. Hierzu gehört unbedingt ein Rauchstopp! Weiterhin müssen Lebensstil oder Lebensumstände verändert beziehungsweise der Wohnort, falls die Atemluft in diesem stark belastet ist, gewechselt werden. Mithilfe schleimlösender Medikamente, wie Acetylcystein und Ambroxol, kann das Abhusten erleichtert werden. Entzündungshemmende Arzneimittel können zusätzlich den Infektionsprozess in den Atemwegen aufhalten. Nicht-medikamentöse Therapien wie Sport, Atemübungen oder ein Aufenthalt an einem Luftkurort können den Heilungsprozess begünstigen.

Vorbeugung

Verzichten Sie auf das Tabakrauchen. Befeuchten Sie Ihre Räume im Winter und verzichten Sie im Sommer auf Klimaanlagen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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