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Gesundheitslexikon: Chrom

Das Schwermetall Chrom: wichtig für den Kohlenhydratstoffwechsel

Chrom ist ein Schwermetall, das in der dreiwertigen Form zu den essenziellen Spurenelementen zählt. Der menschliche Körper kann Chrom nicht selbst herstellen. Die Grundversorgungsmenge liegt für einen Erwachsenen bei rund einem Milligramm täglich.

Welche Chromarten gibt es?

Chrom kommt in unterschiedlichen Arten vor. Neben dreiwertigem Chrom oder Chrom III, gibt es sechswertiges Chrom oder Chrom VI. Chrom VI wird offiziell als Gift geführt. Dreiwertiges Chrom ist dagegen essenziell für den menschlichen Körper.

Was passiert durch Chrom im Körper?

Als essenzielles Spurenelement zählt dreiwertiges Chrom zu den anorganischen Nährstoffen aus dem Bereich der Mineralien. Der menschliche Körper benötigt diese Stoffe nur in extrem geringen Mengen, aber ist auf diese limitierten Mengen durchaus angewiesen. Chrom spielt eine besondere Rolle im Kohlenhydratstoffwechsel. In diesem Zusammenhang trägt Chrom dazu bei, dass ausreichende Mengen des Hormons Insulin ausgeschüttet werden. Außerdem spielt es eine wichtige Rolle für die Funktion der Schilddrüse und die Synthese von Proteinen. Insulin reguliert den Blutzuckerspiegel und ist für den Menschen lebenswichtig. Über die genannten Effekte hinaus trägt Chrom zur Schilddrüsenfunktion bei und unterstützt die körpereigene Proteinproduktion. Die genaue Wirkungsweise des Mineralstoffs ist bislang nicht abschließend geklärt.

Welche Symptome bei Chrommangel?

Aufgrund seiner wichtigen Effekte für den Kohlenhydratstoffwechsel, die Proteinproduktion und die Schilddrüsenfunktion kann sich ein Mangel an Chrom in vielerlei Beschwerden äußern. Neben Diabetes-Symptomen können durch Chrommangel Nervosität, Gereiztheit, Verwirrungszustände, Depressionen und Konzentrationsschwäche begünstigt werden. Darüber hinaus können sich bei Mangelerscheinungen Beschwerden wie Gewichtsverlust, Muskelschwäche oder Juckreiz einstellen. Chrom kommt in den verschiedensten Lebensmitteln vor, so besonders in Fleisch, aber auch in Hülsenfrüchten, Gemüse, Vollkornprodukten und sogar Schokolade. Deshalb ist Chrommangel in der Regel annähernd ausgeschlossen, solange der Patient nicht künstlich ernährt wird.

Was passiert bei einer Chromvergiftung?

Chrom kann in größeren Mengen Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Das gilt vor allem für sechswertiges Chrom. Durch die Ernährung allein sind Überdosierungen mit Chrom nahezu ausgeschlossen. Wer beruflich allerdings Chromstaub ausgesetzt ist oder permanent mit chromhaltigen Legierungen oder Farbstoffen in Kontakt gerät, kann Symptome einer Chromvergiftung entwickeln. Nach der Inhalation von hohen Mengen Chrom kann neben Nasenbluten auch Atemnot, Bronchitis oder Asthma eintreten. Das Chrom kann sich im Lungengewebe oder in anderen Organen ablagern. Diese Ablagerungen können im Extremfall Krebs begünstigen. Falls das Schwermetall nicht inhaliert, sondern in großen Mengen durch die Nahrung ausgenommen wird, stellen sich Magen-Darm-Beschwerden ein. Neben Erbrechen und Durchfall kann bei extrem hohen Dosen ein Schockzustand eintreten, der zum Tod führen kann. Wer über eine gewisse Zeit hohen Konzentrationen von sechswertigem Chrom ausgesetzt ist und diese Konzentrationen über die Luft aufnimmt, entwickelt außerdem oft eine Bindehautentzündung, eine Gastritis oder ein Magengeschwür. Als Reaktionen können sich außerdem Allergien oder Hautsymptome wie juckende Ekzeme einstellen.

Welche Behandlung ist bei Chromvergiftung angezeigt?

Akute Chromvergiftungen durch Hautkontakt erfordern eine gute Ausspülung der Kontaktstelle und eine Behandlung mit einer CaNa2-EDTA-Lösung in Polyglykol. Bei Vergiftungen durch die Nahrungsaufnahme gilt die Provokation eines Brechreizes als empfehlenswert. Anschließend wird dem Patienten eine hohe Flüssigkeitsaufnahme empfohlen, die die Chromausscheidung unterstützt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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