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Gesundheitslexikon: Cholesterin

Cholesterin: Segen und Fluch eines wichtigen körpereigenen Bausteins

Bei Routineuntersuchungen prüft der Arzt regelmäßig auch den Gesamtcholesterinwert. Dies ist notwendig, weil es sich zum einen um ein wichtiges 'Lipid' handelt, das der Körper für Gallensäuren, Hormone und Zellwände benötigt, zum anderen begünstigt ein erhöhter Spiegel Gefäßverkalkung ('Arteriosklerose') und somit Herzinfarkt und Schlaganfall. Frauenzimmer.de erklärt, was es mit dem Cholesterin auf sich hat und worauf zu achten ist.

Was ist Cholesterin?

Cholesterin gehört zu den Fetten ('Lipiden') und wird in LDL, HDL und Gesamtcholesterin unterschieden. Während ein Zuviel von LDL (über 160 mol/dl) als Gefäß schädigend erachtet wird, gilt das HDL als gutes Cholesterin, das die Gefäße schützt. Der Wert sollte mindestens 40 mol/dl betragen. Gemeinhin wurde ein Gesamtcholesterinwert von 200 mol/dl von verschiedenen Gesundheitsorganisationen als Obergrenze festgelegt. Was bislang eher unbekannt ist: Rund drei Viertel des Cholesterins produziert der Körper selbst (hauptsächlich in der Leber), etwa ein Viertel nehmen wir mit der Nahrung auf. Viel Bewegung, eine gesunde Ernährung und der Verzicht auf das Rauchen wirken sich dabei positiv auf das HDL aus. Stimmen die Cholesterinwerte auf Dauer nicht, drohen ernste Schäden.

Erhöhte Cholesterinwerte: Risikogruppen

Starkes Übergewicht, Diabetes mellitus, bestimmte angeborene Fettstoffwechselstörungen sowie bestimmte Lebererkrankungen und eine Unterfunktion der Schilddrüse begünstigen erhöhte Cholesterinwerte. Zum Teil spielen aber auch Gene eine Rolle bei der Frage, wie viel Cholesterin wir im Blut haben. In der Regel sind erhöhte Werte aber ernährungsbedingt. Sie gehören zu den Zivilisationskrankheiten und können unter Umständen in Verbindung mit erheblichem Übergewicht, Diabetes mellitus und Bluthochdruck zum metabolischen Syndrom führen. Möglich sind auch erniedrigte Werte, was aber vor allem in der westlichen Welt eher selten vorkommt: Denkbare Ursachen sind hierbei eine Überfunktion der Schilddrüse, dauerhafte Mangelernährung, wie sie beispielsweise bei bestimmten Essstörungen vorkommt, oder schwere Leberschäden. In jedem Falle gilt es, Cholesterinwerte auf Dauer wieder auf ein normales Niveau zu bringen.

Die Cholesterinwerte im Griff

Eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie ausreichend Bewegung sind die wichtigsten Bausteine, um Cholesterinwerte wieder unter Kontrolle zu bekommen, sollten sich diese außerhalb der Norm bewegen. Fast Food hingegen, Süßigkeiten und Knabbereien begünstigen ungute Werte. Auf Dauer lagert sich ein Zuviel an LDL an den Gefäßwänden ab und kann schwere Erkrankungen nach sich ziehen. Dies gilt insbesondere dann, wenn noch andere Risikofaktoren für die Gesundheit (wie etwa das Rauchen oder Übergewicht) gegeben sind. Beispielsweise ist es bekannt, dass Äpfel reich an Ballaststoffen sind, die helfen überschüssiges Cholesterin abzubauen. Deswegen kann eventuell eine Ernährungsberatung sinnvoll sein. Viele Krankenkassen und Arztpraxen bieten eine solche kostenlos an. Reichen natürliche Mittel nicht aus oder sind die Werte gefährlich hoch, wird der Arzt sogenannte 'Cholesterinsenker' verschreiben, um dauerhafte Gefahren für die Gesundheit abzuwenden. Cholesterinsenker sollten aber langfristig nicht die alleinige Lösung sein. Stattdessen ist in der Regel eine Ernährungsumstellung notwendig, die sich dann auch auf andere gesundheitliche Bereiche positiv auswirkt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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