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Gesundheitslexikon: Chirurgie

Die Chirurgie und ihre vielfältigen Fachgebiete

Die Chirurgie ist ein Fachgebiet der Medizin. Sie befasst sich mit operativen Eingriffen bei Erkrankungen und Fehlbildungen sowie mit der Behandlung von Verletzungen. Auch diagnostische Verfahren können von Chirurgen durchgeführt werden. Da der Chirurg ein sehr hohes Wissen über die behandelten Körperregionen haben muss, gibt es verschiedene Spezialisierungen innerhalb der Chirurgie. Neben der Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinchirurgie kann sich ein Chirurg spezialisieren.

Verschiedene Facharztrichtungen sind in der Chirurgie möglich

Mögliche Facharztrichtungen in der Chirurgie sind unter anderem die Gefäßchirurgie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Kinderchirurgie, Unfallchirurgie usw. Die plastische Chirurgie hat wiederum Untergebiete, zum Beispiel die ästhetische Chirurgie, Verbrennungschirurgie oder die rekonstruktive Chirurgie. Während für Eingriffe der ästhetischen Chirurgie keine Erkrankung oder Verletzung vorliegen muss, sondern der Patient meist lediglich einem Wunschbild eines idealen Äußeren näherkommen möchte, werden bei der Verbrennungs- und der rekonstruktiven Chirurgie oft schwere Entstellungen versucht wieder auszugleichen, um dem Patienten so einen normaleren Alltag zu ermöglichen.

Chirurgische Aufgaben

Der Chirurg nimmt Eingriffe im oder am Körper vor, wenn dies der Wiederherstellung der Normalfunktion zum Beispiel eines Organes dient. Auch die Behandlung von Erkrankungen wie bös- oder gutartigen Tumoren wird durch operative Entfernung oft vom Chirurgen mitgetragen. Bei bösartigen Tumoren folgt meist noch eine weitere, nicht-chirurgische Behandlung mit Medikamenten oder Bestrahlung.


Chirurgen haben häufig die Aufgabe, zerstörtes Gewebe und Knochen, beispielsweise nach Unfällen, weitestgehend wieder in ihren Ursprungszustand zu bringen. Hierzu brauchen sie eine genaue Kenntnis des Aufbaus des menschlichen Körpers. Komplizierte Verletzungen erfordern mitunter die Rekonstruktion von Nerven-, Knochen-, Knorpel-, Muskel- und weiterem Gewebe. Häufig sind daher mehrere Chirurgen, mitunter von verschiedenen Fachgebieten, oder weitere Ärzte (beispielsweise Neurologen) an einer Operation beteiligt.


Auch manche Diagnoseverfahren erfordern chirurgische Eingriffe. Hier hat sich besonders die minimalinvasive sogenannte 'Knopflochchirurgie' verbreitet, die mittels Endoskopie Diagnosen und auch kleine Eingriffe ermöglicht. Für diese Form der Endoskopie werden ungefähr knopflochgroße Schnitte an passenden Stellen im Körper gesetzt, durch die Kameras und kleine chirurgische Geräte an Schläuchen zur gewünschten Stelle geführt werden. Das Bild der Kamera wird auf einen Bildschirm übertragen und die Geräte werden vom Chirurgen außerhalb des Körpers bedient. So können zum Beispiel große Brust- oder Bauchraumöffnungen vermieden werden.

Der chirurgische Eingriff

Für ein optimales Gelingen einer Operation sind neben dem Fachwissen des Chirurgen weitere Kompetenzen vonnöten. Der Patient muss angemessen betäubt werden, um das Schmerzempfinden auszuschalten. Je nach Größe des Eingriffs ist sonst sogar ein Versterben des Patienten durch einen vom Schmerz ausgelösten Schock möglich. Aber auch kleinere Eingriffe werden selten ohne lokale Betäubung vorgenommen. Neben einem Reduzieren des Patientenleides soll auch vermieden werden, dass es durch unwillkürliche Zuckungen oder Bewegungen als Reaktion auf den Schmerz zu Verletzungen kommt.

Neben der Schmerzbetäubung ist bei manchen größeren Eingriffen eine medikamentöse Sedierung des Patienten vonnöten – er wird in eine Narkose oder Allgemeinanästhesie gelegt. Der Operierte ist dann nicht mehr bei Bewusstsein und hat auch kein Schmerzempfinden mehr. Für das Erstellen der zum Patienten und seinem Leiden, seinem Allgemeinzustand und möglichen Allergien passenden Betäubungsmittel ist der Anästhesist verantwortlich, der den Patienten und seine Vitalzeichen während der Operation überwacht und die Narkotika bei Bedarf anpasst.

Da bei chirurgischen Eingriffen stets eine Eintrittsmöglichkeit für Keime in den Organismus erzeugt wird, ist eine möglichst keimfreie Umgebung vonnöten. Die Liegefläche, der Operationsraum, das chirurgische Gerät und die Hände bzw. Unterarme aller behandelnden Personen (OP-Assistenten etc.) müssen gründlich gewaschen und desinfiziert werden, um die Wahrscheinlichkeit für Blutvergiftungen und Entzündungen zu minimieren.

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