Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Chinin

Chinin: gesunder Wirkstoff aus der Rinde des Chinabaumes

Viele Menschen genießen den bitteren Geschmack von Getränken wie Bitter Lemon oder Tonic Water. Vielfach ist nicht bekannt, dass der prägnante Nachgeschmack, der die Getränke so bitter macht, auch medizinisch genutzt wird. Das exotische Chinin sorgt nicht nur für ein spezielles Gefühl am Gaumen, sondern auch für Gesundheit.

Was ist Chinin?

Chinin ist ein Bitter- und Arzneistoff, der aus der Rinde des Chinarindenbaumes gewonnen wird. Die chemische Verbindung gehört zu der Gruppe der Chinolin-Alkaloide. Schon die indigenen Völker der Anden schätzten die medizinische Wirkung von Chinin. Sie nutzten die Rinde des Baumes, um daraus eine fiebersenkende Tinktur herzustellen. Zur Zeit der Kolonialisierung wurde das Wissen um die besondere Eigenschaft des Chinarindenbaumes weitergegeben. Spanische Ärzte behandelten mit der zermahlenen Baumrinde die Malariakranken. Anfang des 18. Jahrhunderts kam das Rindenpulver auch nach Europa und wurde vor allem Getränken beigemischt. Heute wird Chinin überwiegend in Indonesien, der Demokratischen Republik Kongo und Malaysia produziert, wo große Plantagen des Chinarindenbaumes unterhalten werden.

Chinin ist ein weißes, kristallines Pulver, das einen sehr bitteren Geschmack im Mund hinterlässt. Hochdosiert ist es tödlich. Es kann mittlerweile auch chemisch unter Laborbedingungen nachgebaut werden.

Wie wirkt Chinin auf den Körper?

Wer Chinin oral konsumiert, bemerkt zunächst den einschlägig bitteren Geschmack. In höheren Dosen kommt Chinin als Mittel gegen Malaria zum Einsatz. Malaria wird durch einen Parasit übertragen. Zunächst gibt die Malaria-Stechmücke während des Stichs den Erreger ins Blut des Menschen ab. Von der Leber aus besiedelt der Parasit dann die roten Blutkörperchen. Diese infizierten roten Blutkörperchen führen durch den Parasiten eine Vermehrung durch. Chinin ist in der Lage, diesen Vermehrungsprozess zu stören, indem die Zelltrennung der infizierten Blutkörperchen nicht mehr wie gewohnt ablaufen kann. So wird der parasitäre Befall eingedämmt und schließlich erstickt.

Chinin wird aber auch bei unspezifischen Muskelkrämpfen verordnet. Dabei wirkt es auf die Verteilung von Calcium innerhalb der Muskelzellen und hindert den Muskel so daran, sich zu stark zu erregen. Auch werden die Muskelfasern unter dem Einfluss von Chinin insgesamt behäbiger, so dass ein größerer Reiz nötig wäre, um eine Kontraktion auszuführen.

Welche medizinischen Anwendungsgebiete von Chinin gibt es?

Chininhaltige Präparate werden eingesetzt, wenn eine sehr starke Malariaerkrankung vorliegt und der Patient auf andere Mittel nicht ausreichend positiv reagiert oder die Erkrankung sehr kompliziert verläuft. Außerdem wird Chinin gegen nächtlich auftretende Wadenkrämpfe eingesetzt. Dies kann auch präventiv geschehen.

Der leicht betäubende und fiebersenkende Effekt wird auch von der Homöopathie genutzt. Man stellt aus Chinin entsprechende Globuli her.

Wo wird Chinin noch verwendet?

Chinin ist ein beliebter Zusatz in Getränken wie Bitter Lemon oder Tonic Water. Hier sorgt es für den herben und bitteren Geschmack und wird auch gerne zusammen mit Spirituosen kombiniert. Lebensmittel, denen Chinin zugesetzt wurde, müssen gesondert gekennzeichnet sein.

Was muss man bei Chinin beachten?

Therapeutisch eingesetzte Dosen von Chinin haben durchaus Nebenwirkungen. Deshalb sind diese Präparate in Deutschland mittlerweile verschreibungspflichtig. Bei längerer Einnahme können Schwindel, Ohrensausen, Übelkeit und Sehstörungen entstehen. Auch Störungen des Magen-Darm-Traktes oder Hautprobleme könnten auftreten. Da Chinin in entsprechend erhöhter Dosis auch die Durchblutung der Gebärmutter anregen kann, sollten schwangere Frauen generell keine chininhaltigen Produkte verzehren.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

Anzeige