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Gesundheitslexikon: Cannabis

Cannabis: oft verkannte traditionelle Heilpflanze

Bei Cannabis, auch bekannt als Hanf oder Marihuana, handelt es sich um eine der ältesten Nutz- und Heilpflanzen auf der Welt. Sie existiert in zwei Gattungen, als Cannabis sativa und als Cannabis indica. Neben den widerstandsfähigen Fasern, die als nachwachsender Rohstoff vor allem in der Bauindustrie Verwendung finden, werden die Inhaltsstoffe der weiblichen Pflanzen in der medizinischen Forschung aufgrund ihrer heilenden Wirkung eingehend untersucht. Die Wirkstoffe des Cannabis werden als Cannabinoide bezeichnet, wovon das Tetrahydrocannabinol (THC) und das Cannbidiol am stärksten enthalten sind. Die missbräuchliche Verwendung von Marihuana oder dem daraus hergestellten Haschisch als Rauschmittel hat ihr einen negativen Ruf eingebracht.

Antikes Wissen um Cannabis lebt neu auf

Archäologische Funde weisen auf eine Nutzung des Hanfs seit vor über 10.000 Jahren hin. Im antiken China wurde Cannabis bereits vor circa 3.000 Jahren als Grabbeigabe verwendet. In der traditionellen chinesischen Medizin wird es gegen die Symptome von Rheuma und Malaria eingesetzt. Nachgewiesen ist der Gebrauch von Marihuana in Europa seit bereits etwa 5.500 Jahren. Während der Römerzeit, aber auch im Mittelalter bis in die Neuzeit, wurde es vorwiegend als schmerztherapeutisches Mittel benutzt. Neuere medizinische Forschungen ergaben positive Wirkungen des Konsums von Marihuana bei der Behandlung von Übelkeit, Erbrechen und Kachexie, einer krankhaften Abmagerung. Des Weiteren hat die Verwendung von Cannabis bei der Behandlung von multipler Sklerose sowie bestimmter Krebsarten und Autoimmunerkrankungen gute Ergebnisse hervorgebracht. In Bezug auf psychische Erkrankungen wie ADHS, Schlafstörungen, Angstzuständen oder Schizophrenie konnten ebenso positive Resultate nachgewiesen werden. Neue Technologien machen es der Forschung heute möglich, die Wirksamkeit weiter zu ergründen und die Ergebnisse dementsprechend in die Weiterentwicklung pharmazeutischer Präparate einfließen zu lassen.

Vom Konsum und seinen Risiken

In der Gegenwart wird Marihuana meist geraucht, da es so die schnellste Wirkung hat. Die Gründe sind verschieden: Ob zum Relaxen, Symptome, wie Menstruationsbeschwerden bei Frauen zu lindern oder in gesellschaftlicher Runde – ein Anreiz findet sich wohl immer. Dennoch, der regelmäßige Gebrauch kann sich bei aller heilender Wirkung negativ auf Körper und Seele auswirken. Nicht nur weil das 'Gras' meist in Papier gerollt und in Zusammenhang mit Tabak konsumiert wird. Durch die Verbrennung werden zudem weitere Giftstoffe aufgenommen. Außerdem zieht ein regelmäßiger Ge- bzw. Missbrauch paradoxerweise negative Folgen nach sich. Bei längerem Aussetzen des Konsums von Cannabis können Depressionen, Missstimmungen oder Schlafstörungen auftreten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie täglich Marihuana konsumieren. Verzichten Sie auf Joints und verwenden Sie dagegen einen sogenannten Vaporizer. Dieser filtert die giftigen Zusatzstoffe nahezu vollständig heraus, da er auf Basis von Verdampfung funktioniert. Bereiten Sie sich das Marihuana für den oralen Gebrauch zu, etwa in Tees oder Puddings. Es dauert zwar länger, bis sich die Wirkung entfaltet, affektiert aber Ihre Gesundheit in nur geringem Maße. Und: Kontrollieren Sie Ihren Konsum. Eine Heilpflanze ist immer auch eine Droge. Vergessen Sie das nicht!

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.

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