Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Candidose

Candidose: diese Bedeutung steckt hinter dem Begriff

Candidose ist ein Sammelbegriff für Pilzinfektionen der Haut, der inneren Organe oder der Schleimhäute. Erreger sind Pilze der Gattung Candida, wobei der Hefepilz Candida Albicans am häufigsten vorkommt. Bei der Candidose kann zwischen zwei Formen unterschieden werden. Bei der mukokutanen Candidose befällt der Pilz die Schleimhäute von Mund, Speiseröhre, Vagina oder die äußere Haut. Die systemische Candidose, auch generalisierte Candidose genannt, ist hingegen durch einen Befall der Organe gekennzeichnet.

Ursachen

Die Candidose wird durch Hefepilze der Gattung Candida ausgelöst. Diese Pilze sind fakultativ pathogen. Das bedeutet, dass sie nur unter bestimmten Bedingungen, beispielsweise bei immungeschwächten Menschen, Infektionen auslösen können. Candida-Pilze kommen ubiquitär vor. Sie finden sich auch bei vielen gesunden Menschen im Gastrointestinaltrakt oder in der Vagina. Unter normalen Bedingungen werden sie jedoch vom Immunsystem und der Darm- sowie Vaginalflora an der Ausbreitung gehindert. Während für leichte Candidosen der Darm- oder der Vaginalschleimhaut schon Verschiebungen in der Darm- bzw. Vaginalflora ausreichen, entwickeln sich schwere Candidosen bevorzugt bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Dazu gehören zum Beispiel Patienten mit Leukämie oder AIDS.

Symptome

Auf der Haut zeigt sich die Candidose durch einen starken Juckreiz und eine Rötung. Auch die Schleimhäute sind gerötet. Zusätzlich ist hier ein weißlicher Belag erkennbar, der sich leicht abwischen lässt. Typische Symptome einer vaginalen Pilzinfektion sind Juckreiz, gerötete Vaginalschleimhäute und ein geruchsloser, weißer, bröckeliger Ausfluss aus der Scheide. Durch die Reizung der Schleimhäute kann es zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kommen.

Bei der Organmykose kann prinzipiell jedes Organ betroffen sein. Dementsprechend unterscheiden sich auch die Symptome. Besonders häufig sind jedoch Nieren, Leber, Milz und Lunge betroffen. So kann die Candidose beispielsweise zu einer Lungenentzündung führen. Ein ausgeprägter Befall der inneren Organe oder eine Candida-Blutvergiftung können lebensgefährlich sein.

Diagnose

Eine Verdachtsdiagnose kann meist anhand der charakteristischen Symptome gestellt werden. Zum Nachweis der Hefepilze entnimmt der Arzt einen Abstrich von den betroffenen Haut- oder Schleimhautstellen. Unter dem Mikroskop lässt sich der Pilzbefall schnell nachweisen. Da sich Pilzinfektionen in der Regel nur bei einem gestörten Milieu und/oder einer Abwehrschwäche ausbreiten können, muss den möglichen Ursachen für die Candidose auf den Grund gegangen werden.

Behandlung

Candidosen der Haut und der Schleimhäute werden in der Regel lokal mit Antimykotika, also mit pilzabtötenden Arzneimitteln behandelt. Die antimykotischen Wirkstoffe können mittels Cremes, Salben, Zäpfchen, Lacken oder Tabletten appliziert werden. Zu den häufig eingesetzten Wirkstoffen gehören unter anderem Nystatin, Fluconazol, Amphotericin B und Clotrimazol. Bei einer generalisierten Candidose mit Organbefall kommen hingegen Antimykotika als Tablette, Saft oder Infusion zum Einsatz. Wichtig ist, dass die Therapie über einen gewissen Zeitraum fortgeführt wird. Bei einem frühzeitigen Abbruch besteht ein hohes Rezidivrisiko, der Pilz kann also zurückkehren.

Vorbeugung

Der Candidose lässt sich am besten durch eine Stärkung des Immunsystems vorbeugen. Zum Schutz vor Vaginal- und Darminfektionen sollte nach Antibiotikagaben ein Floraaufbau erfolgen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige