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Gesundheitslexikon: Burnout

Wenn der Alltag zur Belastung wird - Burnout

Erschöpfung, Resignation und Verzweiflung – wenn Beruf und Alltag zu unüberwindbar erscheinenden Hürden mutieren, kann die Diagnose Burnout lauten. Die psychische Erkrankung, die sich durch Symptome wie emotionale Abgeschlagenheit äußert, zählt zu den modernen Volkskrankheiten. Doch wie genau entsteht Burnout und wie lässt es sich therapieren?

Der Begriff kommt aus dem englischen Sprachraum und bedeutet übersetzt 'Ausbrennen'. Erstmals in den 1970er-Jahren klassifiziert, gilt die stressbedingte Erkrankung längst als anerkanntes Phänomen des 21. Jahrhunderts. Dennoch streiten sich renommierte Wissenschaftler über die Darlegung einer genauen Definition. Schließlich ist die Krankheit nicht an klar definierte Symptome gebunden. Allerdings sehen viele Experten eine Verbindung zu depressiven Erkrankungen, da es einige klinische Überschneidungen gibt.

Ursachen

Höher, schneller und weiter – durch die Schnelllebigkeit und den steigenden Konkurrenzdruck werden viele Menschen an den Rande ihrer Belastbarkeit getrieben. Hierfür gibt es viele prominente Beispiele. Die Fälle von Sven Hannawald, Ralf Rangnick und Tim Mälzer wurden publik gemacht. Aufgrund von medialem Interesse, Leistungsdruck und Terminfülle wurden sie an ihre persönlichen Grenzen getrieben. Doch nicht nur Prominente, die im Rampenlicht stehen, leiden unter Burnout. Von der Kinderkrankenschwester bis zum Topmanager – in jeder Branche gibt es Betroffene.

Diagnose

Wie eingangs erwähnt: Eine spezifische Diagnose lässt sich kaum ausmachen. Oft sind es die Betroffenen selbst, die erste Anzeichen verspüren. Häufig gestehen sie sich ihre vermeintliche Schwäche aber nicht ein. Grundsätzlich kann eine laienhafte Eigendiagnose keine schulmedizinische Feststellung ersetzen. Ein Facharzt oder Psychotherapeut ermittelt anhand der Symptome, ob ein Burnout vorliegt. Gemäß dieses Falles können die Maßnahmen für eine Therapie eingeleitet werden.

Behandlung

Generell gilt, dass es keine standardisierte Therapie für Burnout-Patienten gibt. Stattdessen wird der individuelle Fall betrachtet – hieran lässt sich eine mögliche geeignete Behandlung ausmachen. Diese muss stets mit der Lebensführung des Betroffenen harmonieren. Eine Psychotherapie kann ein wichtiger Indikator für die psychische Genesung des Patienten darstellen. Hierbei soll das Selbstwertgefühl gestärkt werden, während die negativen Gedankenströme durch positive ersetzt werden. Allein der Dialog mit einem Psychotherapeuten, der ambulant oder stationär erfolgen kann, hilft vielen Menschen, die unter Burnout leiden.

Eine weitere Möglichkeit stellt eine ärztlich kontrollierte Medikation dar. Durch diverse Psychopharmaka, beispielsweise Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, können positive Fortschritte erzielt werden. Diese Methode wird allerdings nur in besonders schweren Fällen – und meist lediglich temporär – angewendet.

Vorbeugung

Generell gilt: Keine Erkrankung lässt sich durch präventive Maßnahmen hundertprozentig verhindern. Dennoch empfehlen Experten einige Methoden, mit denen sich das Eintreten eindämmen lassen soll. Sport, Mittagsschlaf, Entspannungsbäder und Kuren können wichtige Faktoren darstellen, um dem Stress des Alltags zu entfliehen und somit einer Burnout-Erkrankung zuvorzukommen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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