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Gesundheitslexikon: Brustkrebs (Mammakarzinom)

Ursachen, Symptome und Therapie von Brustkrebs (Mammakarzinom)

Mit dem Begriff Brustkrebs wird eine bösartige Geschwulst (Tumor) des Drüsengewebes der weiblichen und männlichen Brust bezeichnet. Veränderte Zellen des Drüsengewebes wachsen unkontrolliert heran und bilden eine von außen als Knoten tastbare Geschwulst. Die Krebszellen zerstören umliegendes Gewebe und können über das Blut- und Lymphsystem in andere Organe transportiert werden, wo sie Metastasen (Tochtergeschwülste) bilden. Je nachdem, ob der Krebs sein Wachstum in den Ausführungsgängen der Milchdrüsen oder im Gewebe der Drüsenläppchen begonnen hat, unterscheidet man ein duktales Karzinom und ein lobuläres Karzinom. Der medizinische Name Mammakarzinom leitet sich ab von dem lateinischen Wort 'Mamma' für die weibliche Brustdrüse und dem griechischen Wort 'Karzinom' für die häufigste Art bösartiger Tumoren.

Ursachen

Trotz umfangreicher Forschung sind auch beim Brustkrebs die wirklichen Ursachen unbekannt. Dafür kennt man Risikofaktoren wie die Hormonersatztherapie oder ein in der Mammografie sichtbares sehr dichtes Drüsen- und Bindegewebe sowie eine genetische Veranlagung. Bewegungsmangel und Übergewicht steigern gerade während und nach den Wechseljahren das Risiko für ein Mammakarzinom. Andere vermeidbare Risikofaktoren sind häufiger Alkoholkonsum, Rauchen sowie der Verzehr von viel tierischem Fett oder auch zahlreiche Chemikalien und Schadstoffe, wie sie beim Braten und Grillen entstehen.

Symptome

Etwa die Hälfte aller Brusttumoren entsteht im oberen, äußeren Bereich der Brust. Im Anfangsstadium verursacht ein noch kleiner Knoten meistens keine Beschwerden. Erst ab einer Größe von 1-2 cm kann ein Knoten in der Brust ertastet werden. Die meisten Knoten sind gutartig, trotzdem sollten sie eine solche Veränderung an Ihrer Brust immer von einem Frauenarzt abklären lassen. Weitere Hinweise auf Brustkrebs sind ein neu aufgetretener Größenunterschied zwischen beiden Brüsten, Veränderungen der Hautbeschaffenheit, Entzündungen, Rötungen, eine eingezogene Brustwarze sowie einseitig auftretende Absonderungen aus der Brustwarze. Knoten und Schwellungen in der Achselhöhle können sowohl auf Lymphknotenmetastasen hindeuten, aber auch bei einer Infektion auftreten.

Diagnose

Eine Untersuchung der Brust sollte regelmäßig einmal monatlich, vor den Wechseljahren eine Woche nach Beginn der letzten Regelblutung, durch jede Frau selbst erfolgen. Bei ärztlichen Früherkennungsmaßnahmen für Frauen ab 30 tastet der Arzt beide Brüste ab und untersucht die Lymphabflusswege. Die Röntgenuntersuchung der Brust, die Mammografie, ist momentan die beste Untersuchungsmethode. Dabei können noch nicht tastbare Knötchen und Mikrokalk, eine Vorstufe von Brustkrebs, dargestellt werden. Zusätzliche und ergänzende Maßnahmen sind die Sonografie (Ultraschall) sowie die Magnetresonanztomografie (MRT) bei Frauen mit sehr dichtem Brustgewebe und für junge Frauen mit erblich bedingtem Brustkrebsrisiko. Endgültige Klarheit bringt bei verdächtigen Befunden die Untersuchung einer Gewebeprobe (Biopsie).

Behandlung

Die Behandlung des Mammakarzinoms richtet sich nach Art, Größe und Hormonempfindlichkeit des Tumors, seiner Ausbreitung in Blutgefäßen und Lymphbahnen sowie dem Alter der Erkrankten. Die Durchführung der individuell festgelegten Behandlung erfolgt durch ein Team spezialisierter Fachärzte in einem zertifizierten Brustzentrum. Hier stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Operation, Bestrahlung, Antihormontherapie, Chemotherapie und die zielgerichtete Therapie mit Antikörpern. Große Bedeutung hat die Nachsorge, da auch Jahre nach einer Therapie die Gefahr der Bildung eines neuen bösartigen Tumors oder von Metastasen besteht.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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