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Gesundheitslexikon: Borreliose

Borreliose: Wie Sie die Krankheit erkennen und behandeln

Der Stich von Zecken ist die häufigste Übertragungsart für eine Borreliose. Sie führt bei den Betroffenen neben der kreisförmigen, wandernden Hautrötung zu verschiedensten Beschwerden. Erkennen Ärzte die Krankheit nicht rechtzeitig, durchläuft der Patient verschiedene Stadien. Die Zeckenborreliose nennt sich auch Lyme-Borreliose. Denn in der amerikanischen Kleinstadt Lyme erfolgten aufgrund gehäufter Erkrankungen die ersten gezielten Untersuchungen. Heute noch bestehen Auseinandersetzungen zwischen Medizinern und Selbsthilfegruppen bezüglich der Gefahren der Krankheit, richtiger Diagnose und Therapie.

Ursachen

Erst in den 1980er Jahren erkannten Forscher, dass es sich bei dem Borreliose-Erreger nicht um ein Virus (wie bei FSME), sondern um ein Bakterium handelt. Die nach dem Entdecker benannten, spiralförmigen Borrelia burgdorferi gelangen nach einem Zeckenstich durch Entleeren des Darminhalts der Zecke in den menschlichen Körper. Dort lösen sie die Krankheit aus.

Symptome

Ein auffälliges Symptom der Borreliose ist die Wanderröte (Erythema migrans) auf der Haut. Doch diese tritt nicht immer auf. Nehmen Sie deshalb nach einem Zeckenstich Beschwerden wie Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen (oftmals Knie), Abgeschlagenheit und Fieber ernst. Mediziner erkennen die grippeähnlichen Symptome oftmals zu spät und diagnostizieren Gelenkschmerzen als rheumatische Gelenkentzündung. Bei chronischem Verlauf sind möglicherweise sogar das Nervensystem, die Psyche sowie die inneren Organe betroffen.

Diagnose

Die Diagnose der Borreliose ist schwierig. Bei etwa 30 Prozent der Patienten führt die Labordiagnostik zu keinen positiven Antikörpertitern. Das heißt, dass unter Umständen trotz gravierender Beschwerden keine Diagnose vorliegt.

Behandlung/Therapie

Nehmen Ärzte gleich im Anfangsstadium eine ausreichend intensive Antibiotikatherapie vor, stehen die Chancen einer Heilung gut. Jedoch flammt eine Borreliose bei instabilem Immunsystem in einigen Fällen wieder auf und macht weitere Therapien notwendig. Bei chronischem Verlauf folgt zudem je nach Art der Beschwerden das Behandeln mit komplementärmedizinischen und homöopathischen Methoden.

Vorbeugung

Das frühzeitige Entdecken und vorsichtige Entfernen der Zecke reduziert die Wahrscheinlichkeit einer Infektion. Empfehlenswert hierfür ist eine Zeckenkarte mit Schlitz, die Sie unter die Zecke schieben. Sie haben aber auch die Möglichkeit, mit den Fingern oder einer speziellen Pinzette möglichst tief anzusetzen und das Tier durch eine leichte Dreh- oder Rüttelbewegung abzulösen. Desinfizieren Sie die Wunde und beobachten Sie Veränderungen in den nächsten Wochen genau! Leider findet sich der Gemeine Holzbock, wie Zecken auch genannt werden, von der Küste bis ins Gebirge. Zecken lauern im hohen Gras, in Hecken und Sträuchern sowie im Unterholz des Waldes. Besonders aktiv sind sie von Juni bis September, bei Feuchtigkeit und zur Dämmerungszeit. Doch selbst Frost hindert die Tiere nicht, sich ihren Weg zu einer geeigneten Saugstelle zu bahnen. Abwehrende Zeckensprays helfen, sind aber keine Garantie. Ein gründliches Absuchen des Körpers nach Spaziergängen in der Natur ist stets notwendig. Die Tiere sind oft winzig, im Verdachtsfall hilft eine Lupe. Auf heller Kleidung erkennen Sie das Ungeziefer leichter als auf dunklem Untergrund. So verhindern Sie, dass die Zecke überhaupt erst auf Ihren Körper krabbelt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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