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Gesundheitslexikon: Body Scan

Mit geschlossenen Augen den Körper bereisen: der Body Scan

Wer regelmäßig meditiert, der soll ein besseres und vor allem gesünderes Leben führen können. Doch vielen Menschen fällt es schwer, sich auf die ruhige und achtsame Methode einzulassen. Der Body Scan ist eine gute Einstiegsmöglichkeit in die Meditationspraxis.

Was ist der Body Scan?

Beim Body Scan handelt es sich um eine bewährte Meditationstechnik, welche fester Bestandteil des MBSR-Programmes ist. Bei der ‚Mindfulness-Based Stress Reduction‘ geht es um eine langfristige Stressbewältigung durch Achtsamkeitsübungen. Der Body Scan ist ein sehr nützliches Verfahren, da er den Übenden konkret anleitet und somit ein Abschweifen der Gedanken kaum zulässt. Dies ist gerade für Anfänger eine gute Möglichkeit, mit dem eigenen Körper, der Atmung und der geistigen Konzentration vertraut zu werden. Der Body Scan wird auch ‚Reise durch den Körper‘ genannt.

Wie läuft der Body Scan ab?

Der Body Scan kann sitzend, liegend oder stehend praktiziert werden. Für Anfänger bietet sich eine ruhige und bequeme Lage auf einer Matte an. Die Augen sind geschlossen. Die meisten Sitzungen beginnen mit den Füßen. Dabei wird jeder einzelne Zeh, die Sohle, die Ferse und der Knöchel genau wahrgenommen. Jedes Detail wird innerlich bereist und dessen derzeitige Verfassung wertfrei wahrgenommen. So arbeitet sich der Praktizierende von Fuß zu Fuß, durch die Beine, das Becken, die Hände, Arme, den Brustraum, den Kopf und schließlich durch das Gesicht. Dabei verweilen die Gedanken ganz fokussiert auf diesem einen Körperteil und blenden alles andere aus. Wer mit der Praxis vertraut ist, der kann auch gezielte Anweisungen in die einzelnen Regionen senden. Über Sätze wie „Der Fuß wird warm“ soll eine vermehrte Durchblutung ausgelöst werden können.

Bei welchen Problemen soll der Body Scan helfen?

Wer regelmäßig seinen Geist mit dem Body Scan oder ähnlichen Übungen schult, bei dem lässt sich eine senkende Wirkung auf den Blutdruck und den Herzschlag nachweisen. Auch konnte in klinischen Studien belegt werden, dass sich die Hirnströme verlangsamen und der kognitive Austausch zwischen den beiden Hirnhälften zunimmt. Im Blut verringert sich der Anteil von Stresshormonen wie Kortisol und Adrenalin. Insofern wird der Body Scan vor allem Menschen empfohlen, die unter stressbedingten Erkrankungen wie Burn-Out, Verspannungen des Bewegungsapparates oder Migräne leiden. Der Body Scan wird aber auch begleitend in der Krebstherapie eingesetzt. Kinder, die unter ADHS oder einer leichten Entwicklungsstörung leiden, können dadurch ebenfalls zu Entspannung und Konzentration angeleitet werden.

Was sollte man beim Body Scan beachten?

Der Body Scan ist eine gute Methode, um den Geist zu schärfen und zu erfrischen. Er dauert zwischen 30 und 45 Minuten. Wer sich unsicher ist, kann den Body Scan in einer Gruppe erlernen. Auch gibt es gute Audio-Versionen, die den Interessierten zuhause in die Meditationstechnik einweisen und dabei unterstützen. Beim Body Scan kann man wenig verkehrt machen. Wer ihn beherrscht, wird Elemente daraus auch im Alltag partiell und unbemerkt praktizieren können.

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