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Gesundheitslexikon: Blutvergiftung (Sepsis)

So erkennen Sie eine Blutvergiftung (Sepsis)

Eine Blutvergiftung oder Sepsis liegt vor, wenn sich Bakterien, manchmal auch Pilze, aus einer örtlichen Infektion über das Blut im gesamten Körper ausbreiten. Da die Erkrankung schnell lebensgefährliche Ausmaße annehmen kann, ist eine rasche Behandlung sehr wichtig. Die Gefahr durch eine Blutvergiftung sollten Sie nicht unterschätzen. Immerhin findet sie sich hierzulande auf Platz drei der häufigsten Todesursachen.

Ursachen

Auslöser für eine Blutvergiftung ist immer eine Infektion, beispielsweise eine Lungenentzündung oder eine eitrige Wunde. In der Regel kann Ihr Körper problemlos mit solchen Infektionen umgehen. Das körpereigene Immunsystem bekämpft die Krankheitserreger und die Erkrankung heilt aus. Bei einer Sepsis hingegen breiten sich Erreger und Giftstoffe über die Blutgefäße unkontrolliert aus und führen zu einer besonders heftigen Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems. Diese setzt eine gefährliche Kettenreaktion in Gang, die Ihrem Körper unter Umständen massiven Schaden zufügt.

Symptome

Zu Beginn sind die Symptome häufig vieldeutig, sodass eine Blutvergiftung oft nur schwer zu erkennen ist. Zu den Hauptsymptomen gehört Fieber, oft begleitet von Schüttelfrost. Es ist aber auch eine erniedrigte Temperatur von weniger als 36 °C möglich. Die Atmung ist oftmals schnell und flach, der Herzschlag beschleunigt. Ist das Gehirn betroffen, treten Bewusstseinstrübungen auf. Der Patient wirkt unruhig und desorientiert. In einigen Fällen liegt der Blutdruck deutlich unter dem normalen Wert. Eine verminderte Harnausscheidung kann auf eine Nierenfunktionsstörung hinweisen.

Diagnose

Aufgrund der untypischen Symptome erfolgt die Diagnose bei Blutvergiftung häufig sehr spät. Bei Verdacht auf eine Sepsis wird unter anderem überprüft, ob Erreger wie Viren, Bakterien oder Pilze im Blut nachweisbar sind, ob typische Symptome vorliegen oder ob die Zahl der weißen Blutkörperchen von der Norm abweicht.

Die Infektionsquelle ist manchmal bereits daran zu erkennen, dass das Gewebe um eine Wunde stark geschwollen, gerötet und überwärmt ist und die Stelle schmerzt. Ist der Infektionsherd nicht so einfach zu finden, kommen bildgebende Verfahren wie Ultraschall-Untersuchungen oder die Computertomografie zum Einsatz.

Mithilfe von Blutuntersuchungen versuchen die Ärzte, den Krankheitserreger zu ermitteln. Ist dieser identifiziert, wird direkt an ihm getestet, welche Medikamente am wirksamsten sind, und die Therapie entsprechend angepasst. Auch andere Flüssigkeitsproben wie Wundabstriche, Urin, Nerven- und Gewebewasser können auf Erreger untersucht werden.

Behandlung

Bei einer Sepsis ist eine rasche Therapie unabdingbar, da die Krankheit sich schnell verschlimmern und lebensbedrohlich werden kann. Oft ist eine Behandlung im Krankenhaus, meist sogar auf der Intensivstation, erforderlich. Sind Bakterien die Auslöser der Blutvergiftung, werden Antibiotika verabreicht, meist hoch dosiert über eine Vene. Ist der Krankheitserreger nicht bekannt, kommt ein Mittel zur Anwendung, das gegen möglichst viele verschiedene Keime wirkt.

Zur Stabilisierung des Blutdrucks erhält der Patient Flüssigkeit über die Venen. Verhindert ein septischer Schock die Normalisierung des Blutdrucks, kommen zusätzlich Notfallmedikamente zum Einsatz, welche die Blutgefäße verengen und auf diese Weise den Blutdruck anheben. Sofern möglich, wird der Infektionsherd entfernt. In besonders schweren Fällen können darüber hinaus eine Blutwäsche, eine Beatmung und weitere intensivmedizinische Maßnahmen notwendig sein.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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