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Gesundheitslexikon: Blutspende

Blut spenden kann Leben retten

Eine Blutspende ist die Entnahme einer bestimmten Menge Blut eines freiwilligen Spenders, das nach Untersuchung und Aufbereitung zur Blutübertragung verwendet wird.

Welche Arten der Blutspende gibt es?

Bei der Blutspende wird dem Spender aus der Armvene (Ellenbeuge) ein halber Liter Vollblut entnommen. Anschließend wird es konserviert, untersucht und in seine verschiedenen Bestandteile (Blutprodukte) getrennt. Diese werden in sogenannten ‚Blutbanken‘ von Kliniken gelagert. Eine Eigenblutspende, zum Beispiel vor geplanten Operationen, dient dem eigenen Bedarf des Spenders. Bei einer Blutspende können auch nur einzelne Bestandteile aus dem Blut herausgefiltert werden, wie etwa Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Thrombozyten (Blutplättchen), Blutplasma oder Stammzellen. Über eine Blutübertragung (Transfusion) werden dem Empfänger meist nur bestimmte Blutbestandteile zugeführt. Um eine optimale Verträglichkeit des Spenderbluts zu gewährleisten, geschieht eine Übertragung möglichst nur mit Blut der eigenen Blutgruppe des Empfängers.

Wer darf Blut spenden?

Ein Blutspender muss volljährig sein und sich durch ein gültiges Dokument ausweisen. Wiederholungsspender dürfen bis zum 68. Lebensjahr spenden, eine Zulassung bis zum 72. Lebensjahr hängt von der Entscheidung des Arztes und vom Gesundheitszustand des Spenders ab. Das Höchstalter für Erstspender liegt bei 64 Jahren. Zwischen zwei Vollblutspenden ist eine Wartezeit von mindestens acht Wochen vorgeschrieben. Frauen dürfen viermal, Männer sechsmal im Jahr Blut spenden. Personen mit Erkrankungen wie HIV oder Hepatitis und deren Angehörige sind zum Blutspenden nicht zugelassen. Erhaltene Schutzimpfungen oder zeitlich begrenzte Medikamenteneinnahme erfordern Rückstellungsfristen. Nach einer gewöhnlichen Zahnbehandlung kann am folgenden Tag Blut gespendet werden, Zahnoperationen erfordern eine Woche Pause. Bei großen Operationen allgemein, endoskopischen Untersuchungen (Magen- oder Darmspiegelungen) und Eingriffen wie Tätowierungen, Piercings oder Ohrlochstechen beträgt der Abstand vier Wochen. Eine Reise in außereuropäische Länder kann eine Rückstellung bewirken. Personen, die sich länger als sechs Monate in einem Malariagebiet aufgehalten haben, fallen ebenso in eine Risikogruppe wie Personen, die zwischen 1980 und 1996 mindestens sechs Monate in Großbritannien oder Nordirland gelebt haben, seither dort operiert wurden oder eine Blutspende erhielten (Übertragungsrisiko von Creutzfeldt-Jakob-Krankheit).

Wie ist der Ablauf einer Blutspende?

Vor der Blutspende muss dem Körper ausreichend Flüssigkeit und eine leichtverdauliche Mahlzeit zugeführt werden. In einem Fragenbogen gibt der Spender dann Auskunft zu eingenommenen Medikamenten, Vorerkrankungen und Operationen. Anschließend wird die Konzentration des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) im Blut bestimmt, um den Sauerstofftransport im Körper auch nach der Blutspende zu gewährleisten. Es folgen noch Untersuchungen von Blutdruck, Pulsfrequenz und Körpertemperatur. Ist der Spender zugelassen, erfolgt die Blutabnahme unter ärztlicher Aufsicht mittels Einmalbesteck, um eine Übertragung von Krankheiten gänzlich auszuschließen. Nach einer kurzen Ruhepause stehen Getränke und ein kleiner Imbiss bereit, um den Kreislauf wieder anzuregen. Das Spenderblut wird untersucht und dann weiterverarbeitet. Auffällige Befunde werden dem Spender mitgeteilt. Jeder Spender erhält außerdem einen Blutspendeausweis mit Angaben zu seiner Blutgruppe.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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