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Gesundheitslexikon: Blutbild

Bestimmung der Blutwerte dank Blutbild

Das Blutbild wird in der medizinischen Fachsprache Hämogramm genannt. Es ist eine Zusammenstellung von verschiedenen Befunden aus einer einzelnen Blutprobe und enthält sowohl qualitative als auch quantitative Angaben, die Aussagen über die Zusammensetzung und die Beschaffenheit der zellulären Blutbestandteile erlauben. Es kann zwischen einem kleinen und einem großen Blutbild unterschieden werden.

Das kleine Blutbild

Ein kleines Blutbild lässt sich schon aus wenigen Millilitern Blut erstellen. Standardmäßig enthält das kleine Blutbild acht Werte. So wird die Anzahl der Leukozyten pro Mikroliter bestimmt. Die Leukozyten sind die weißen Blutkörperchen. Sie sind Teil der Immunabwehr und erhöht bei Entzündungen, Allergien oder Gichtanfällen. Eine Verminderung der Leukozyten zeigt sich bei Virusinfektionen und bei Vergiftungen.

Auch die Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) wird beim kleinen Blutbild bestimmt. Die roten Blutkörperchen sind vor allem für den Sauerstofftransport im Körper zuständig. Bei zu wenig Sauerstoff im Körper, bei Stress, Flüssigkeitsmangel, Blutverlust und bei Anämien ist die Anzahl der Erythrozyten verringert. Bei einer Polyglobulie finden sich hingegen vermehrt Erythrozyten im Blut. Zusammen mit der Anzahl der Erythrozyten werden auch ihre Eigenschaften bestimmt. So werden Hämoglobin, MCV und MCH bestimmt. Das Hämoglobin bindet Sauerstoff. Wenn die Anzahl der roten Blutkörperchen erhöht ist, ist auch der Hämoglobinwert erhöht. Der MCV-Wert gibt das durchschnittliche Volumen eines roten Blutkörperchens an. Ebenso wie der MCH, die durchschnittliche Hämoglobin-Menge pro einzelnem Erythrozyt, dient der MCV der Differenzierung von Anämien.

Die mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration (MCHC) gibt Auskunft über den Anteil des roten Blutfarbstoffs am Gesamtvolumen aller roten Blutkörperchen.

Neben den Erythrozyten und den Leukozyten spielen auch die Thrombozyten beim kleinen Blutbild eine Rolle. Die Thrombozyten, auch als Blutplättchen bekannt, sind ein wichtiger Teil der Blutgerinnung. Die Retikulozyten, das mittlere Thrombozytenvolumen und die Erythrozytenverteilungsbreite werden nur selten im Rahmen des kleinen Blutbildes erhoben.

Das große Blutbild

Das große Blutbild umfasst das kleine Blutbild und zusätzlich das Differentialblutbild. Dieses schlüsselt genau auf, aus welchen Untergruppen sich die weißen Blutkörperchen zusammensetzen. Die einzelnen Leukozyten haben innerhalb des Abwehrsystems unterschiedliche Funktionen. So sind die Monozyten die Vorläufer der Fresszellen im Blut. Die neutrophilen Granulozyten fressen Bakterien, Viren und Pilze. Eosinophile Granulozyten dienen der Abwehr von Parasiten und sind an allergischen Reaktionen beteiligt. Auch basophile Granulozyten wehren Parasiten ab und können allergische Reaktionen auslösen. Sie sind ferner bei Entzündungsreaktionen und Juckreiz beteiligt.

Nach den neutrophilen Granulozyten bilden die Lymphozyten die größte Gruppe unter den weißen Blutkörperchen. Sie lassen sich in B- und T-Lymphozyten unterteilen. Das Differentialblutbild stellt eine wichtige Ergänzung des kleinen Blutbildes dar. Es dient unter anderem der Abklärung von Blutkrankheiten, Infektionen und Entzündungen.

Indikationen für ein Blutbild

Die Zusammensetzung des Blutes liefert dem Arzt wertvolle Hinweise auf eventuell vorliegende Erkrankungen. Zahlreiche Erkrankungen verändern die Anzahl oder die Verteilung der Blutzellen im Blut. So wird bei Verdacht auf Infektionen, Entzündungen und Blutbildungsstörungen in der Regel zunächst ein kleines Blutbild angefertigt. Wenn sich hier Auffälligkeiten zeigen, folgt das große Blutbild zur Differenzierung.

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