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Gesundheitslexikon: Blinddarmentzündung (Appendizitis)

So erkennen Sie eine Blinddarmentzündung (Appendizitis)

Insbesondere Kinder und Jugendliche sind häufiger von einer Blinddarmentzündung betroffen. Bei der Krankheit entzündet sich der Wurmfortsatz (Appendix) des Blinddarms, was meist starke Bauchschmerzen mit sich bringt. Bei fortschreitendem Verlauf ohne ärztliche Behandlung kann der Wurmfortsatz platzen. Im Zuge dessen gelangen Bakterien und Darminhalt in die Bauchhöhle, wo sich die Entzündung ausbreitet. Der sogenannte Blinddarmdurchbruch ist höchst gefährlich und kann ohne Operation tödlich enden.

Ursachen

Die Appendix ist eine sackartige Ausstülpung, die wie ein Wurm am Blinddarm hängt. Im Wurmfortsatz können sich Kotsteine bilden oder Verdauungsrückstände ansammeln. Diese Fremdkörper können eine Entzündung ebenso auslösen wie Bakterien, die über das Blut in den Wurmfortsatz gelangen. Durch ein Anschwellen des Gewebes verschließt sich die Mündung und es kommt zu einer heftigen Reaktion. Meist sind Kotsteine die Auslöser einer Blinddarmentzündung, aber auch die Abknickung des Wurmfortsatzes oder Obstkerne und Würmer können einen Verschluss verursachen.

Symptome

Die Symptome der Appendizitis entwickeln sich sehr rasch, üblicherweise innerhalb von 12 bis 24 Stunden. Besonders typisch für eine Blinddarmentzündung sind Bauchschmerzen in der Magengegend oder um den Bauchnabel, die weiter in den rechten Unterbauch ziehen. Die Bauchdecke ist dann angespannt und schon leichte Berührungen können die Schmerzen verstärken. Häufig werden zudem Fieber, Erbrechen, Übelkeit und Appetitlosigkeit beobachtet. Vor allem Kleinkinder, Schwangere und ältere Patienten leiden aber häufig unter untypischen Schmerzen.

Diagnose

Bei Verdacht auf eine Appendizitis sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Dieser untersucht den Bauch und achtet insbesondere auf Druckschmerz. Zudem kann der Mediziner im After Fieber messen, es wird dabei in der Regel eine mindestens um eine Grad höhere Temperatur angezeigt als in der Achselhöhle. Eine Entzündung wird zudem mittels Blutuntersuchung oder Ultraschallbild festgestellt.

Behandlung

Liegt eine Appendizitis vor, so wird der Wurmfortsatz meist sofort operativ entfernt. Diese frühe Operation schützt vor einem Blinddarmdurchbruch und kann daher lebensrettend sein. Bei einer weit fortgeschrittenen Entzündung kann vor der Operation eine Antibiotikatherapie notwendig sein. Der OP folgt ein Krankenhausaufenthalt von rund vier bis fünf Tagen.

Bei der Operation wird zwischen zwei Varianten unterschieden: die offene und die laparoskopische Wurmfortsatzentfernung. Bei Erster öffnet der Chirurg den Unterbauch mit einem rund sechs Zentimeter langen Schnitt, trennt die Verbindung zum Blinddarm und entfernt den Wurmfortsatz. Die Öffnung im Blinddarm wird vernäht. Kam es bereits zu einem Blinddarmdurchbruch, so muss zusätzlich der Bauchraum gespült werden, um die darin befindlichen Verunreinigungen zu beseitigen. Heutzutage wird häufiger die laparoskopische Blinddarmoperation durchgeführt. Dabei sind nur drei kleine Schnitte notwendig. Der erste Schnitt macht den Weg für das Endoskop frei, das so in die Bauchhöhle eingeführt wird. Dann wird über die Führungshülse Kohlendioxid-Gas in den Bauchraum des Patienten geblasen, um den Darm von der Bauchwand zu lösen. Über die beiden anderen Schnitte werden die Instrumente zum Wurmfortsatz gebracht. Dieser wird entfernt und über eine Führungshülse aus dem Körper transportiert. Dank der kleineren Schnitte ist diese Variante meist mit geringeren Schmerzen verbunden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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