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Gesundheitslexikon: Bipolare Störung (manisch depressiv)

Bipolare Störung: wenn sich manische mit depressiven Phasen abwechseln

Eine Bipolare Störung zeichnet sich durch ausgeprägte Stimmungsschwankungen aus. Sie wird auch als manisch-depressive Störung bezeichnet und ist eine spezielle Form der Depression. Während bei einer Depression Symptome von Antriebslosigkeit und Gefühlen innerer Leere im Vordergrund stehen, zeigt die Bipolare Störung zusätzlich ein zweites Gesicht. Hier wechseln sich depressive Phasen mit Perioden ab, die in erster Linie von einem übersteigerten Hochgefühl und Hyperaktivität bestimmt werden.

Ursachen

Die konkreten Ursachen sind bis heute nicht bekannt. In der Regel scheint es eine Kombination von Faktoren zu sein, die zum Ausbrechen der Erkrankung führen kann. Ursachen für die manisch-depressive Störung werden zum einen in den Erbanlagen vermutet. Zum anderen werden Störungen und Ungleichgewichte im Stoffwechsel bestimmter chemischer Botenstoffe des Gehirns als mögliche Faktoren beobachtet. Daneben scheinen äußere Einflüsse wie z. B. ausgeprägte Belastungssituationen den Ausbruch einer Bipolaren Störung zu begünstigen.

Symptome

Abhängig davon, in welcher Phase oder ‚Episode‘ Betroffene sich befinden, stehen depressive oder manische Symptome im Vordergrund. In der depressiven Phase können dies u. a. Antriebslosigkeit, Ängste und innere Leere sein. Diese sind häufig begleitet von körperlichen Symptomen wie Schmerzen, Schwindel oder Schlaflosigkeit. Während der manischen Periode kann es zur übersteigerten Euphorie bis hin zur Aggressivität kommen. Betroffene neigen in dieser Phase zu Selbstüberschätzung und Rededrang. Damit einher gehen häufig sprunghafte und ungehemmte Verhaltensweisen. Insgesamt können Bipolare Störungen einen sehr unterschiedlich ausgeprägten Verlauf zeigen. Die Übergänge zwischen den gegensätzlichen Phasen sind dabei zuweilen fließend. Manchmal liegen lange Zeiträume zwischen den einzelnen Episoden. Während bei einigen Betroffenen eher depressive Phasen überwiegen, sind es bei anderen die manischen Phasen. Die Dauer der Episoden variiert ebenfalls. So kann eine Krankheitsepisode für ein paar Tage anhalten, sie kann sich jedoch auch über viele Monate hinziehen.

Diagnose

Manisch-depressive Erkrankungen sind aufgrund ihrer vielfältigen Erscheinungsformen schwer zu diagnostizieren und werden in der Regel anhand ihrer Symptome, der Lebensgeschichte und der Begleitumstände diagnostiziert. Eine ausführliche Bestandsaufnahme im Rahmen des Arztgespräches (Anamnese) ist hier das wichtigste Diagnosemittel. Bipolare Störungen können sich insbesondere während einer depressiven Episode hinter körperlichen Erkrankungen verbergen. Daher gehören ergänzende körperliche Untersuchungen ebenfalls zur Diagnostik, um mögliche organische Ursachen auszuschließen. Sollten sich aus der Anamnese und den körperlichen Untersuchungen weitere Fragestellungen ergeben, kommen möglicherweise weitere Untersuchungsmethoden hinzu, z. B. Röntgenaufnahmen des Gehirns oder des Rückens.

Behandlung

Die Behandlung Bipolarer Störungen stützt sich auf drei aufeinander aufbauende Therapiekonzepte, deren Basis in erster Linie aus einer Kombination medikamentöser und psychotherapeutischer Maßnahmen besteht. Mit der Akutbehandlung sollen zunächst die im Vordergrund stehenden Symptome gelindert werden. Hier kommen z. B. stimmungsstabilisierende Medikamente zum Einsatz. Anschließend werden im Rahmen der Erhaltungstherapie Maßnahmen eingesetzt, die für eine weitere Stabilisierung sorgen sollen. Eine begleitende Psychotherapie kann in dieser Phase hilfreich sein. Der dritte Schritt konzentriert sich auf die langfristige Rückfallvorbeugung. Die Betroffenen sollen dauerhaft unterstützt werden, damit erneute Krankheitsphasen verhindert oder abgemildert werden können.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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